AB 69669
Egerszegi-Obrist Christine · Nationalrat · Aargau · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2006-12-14
Wortprotokoll
Ich habe noch eine Verabschiedung vorzunehmen; ich bitte Sie, noch einen Moment im Saal zu bleiben. Ich werde die Sitzung rechtzeitig schliessen, damit diejenigen, die für die Feier der Bundespräsidentin nach Genf fahren, Zeit haben, den Extrazug zu erreichen.
Bezüglich dieser Feier habe ich gehört, dass verschiedene Ratsmitglieder gemeldet hätten, sie hätten keine Einladung erhalten. Im Namen des Organisationskomitees des Kantons Genf kann ich Ihnen mitteilen, dass Sie alle herzlich eingeladen sind - auch ohne dass Sie eine Einladung in der Tasche haben.
Ich komme zur Verabschiedung einer verdienten Kollegin; es ist Frau Nationalrätin Rosmarie Zapfl.
Mit unserer Kollegin Rosmarie Zapfl tritt heute eine Grande Dame der Politik aus unserem Rat zurück. Nach einer langen politischen Karriere als Gemeinderätin und Stadträtin in Dübendorf wurde sie 1995 für die CVP des Kantons Zürich in den Nationalrat gewählt. Die Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit lagen bei der Familienpolitik, der Gleichstellungspolitik sowie der Aussen- und Europapolitik. Weltoffen und unabhängig setzte sie sich im Parlament und in vielen anderen öffentlichen Ämtern beherzt und mutig für ihre Anliegen ein.
"Wir müssen die Wahrheit sagen, auch wenn diese nicht unbedingt angenehm ist, und dazu stehen, auch wenn einem der Wind ins Gesicht bläst" - so lautete der Grundtenor, wo immer Rosmarie Zapfl auftrat. Grosse Bedeutung besass für sie die aktive Beteiligung der Schweiz an der internationalen [PAGE 1877] Zusammenarbeit, namentlich im Rahmen der internationalen Organisationen.
Sie legte grosses Gewicht auf die Menschenrechte und den Schutz der schwachen Bevölkerungskreise - Arme, Frauen und Kinder - in der Welt und besonders in den Entwicklungsländern. Erwähnen möchte ich besonders ihr Eintreten für die Fristenlösung, den Uno-Beitritt, den EU-Beitritt und für eine den humanitären und christlichen Grundwerten verpflichtete Asylpolitik.
Seit 1995 ist Rosmarie Zapfl Mitglied der Aussenpolitischen Kommission und seit 1999 Mitglied der Schweizer Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Während drei Jahren hat sie in Strassburg die Kommission für Wirtschaft und Entwicklung präsidiert. Gleich anschliessend an dieses Präsidium wurde sie zur ersten Vizepräsidentin der Kommission für die Gleichstellung von Frau und Mann gewählt. Daneben hat sie sich als Berichterstatterin zu den verschiedensten Themen profiliert. Erwähnt sei hier ihr Bericht zum Thema "Frauen und Religion in Europa". Sie war oft so etwas wie die gute Seele der Europaratsdelegation. Immer wieder ist sie eingesprungen, wenn Aufgaben zu übernehmen waren. Ihre Kolleginnen und Kollegen beim Europarat in Strassburg wussten ihre Liebenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft sehr zu schätzen. Rosmarie Zapfl wird nicht nur hier im Bundeshaus in Bern fehlen, sondern ebenso sehr auch im Palais de l'Europe in Strassburg. Auch nach ihrem Rücktritt aus dem Rat wird sie sich weiter politisch engagieren, wie ihre Wahl zur Präsidentin von "Alliance F", dem Bund Schweizerischer Frauenorganisationen, zeigt.
Wir danken Dir, liebe Rosmarie, für die vielen Jahre des grossen Engagements und Wirkens und wünschen Dir für die Zukunft von Herzen alles Gute und ganz viel Gesundheit. (Grosser Beifall)
[VS]
[VS]
[VS]
Schluss der Sitzung um 12.40 Uhr
La séance est levée à 12 h 40
[PAGE 1878]
[VS]
[VS]
[VS]