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AB 97136

Fässler-Osterwalder Hildegard · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion · 2009-05-27

Wortprotokoll

Damit hier kein Missverständnis aufkommt: Es geht nicht darum, dass dann der Kunde, die Kundin den Preis, der in Euro aufgedruckt ist, bezahlen muss; das ist nicht das Anliegen von Herrn Kaufmann. Vielmehr möchte er, dass der Frankenpreis dann wieder in Euro umgerechnet werden kann, damit sich festzustellen lässt, ob er im Vergleich zum aufgedruckten Preis überhöht ist oder nicht. Mir scheint das eine ziemlich komplizierte Regelung zu sein, und wir kommen damit auch in Clinch mit Artikel 4. Wir haben vorhin bei Artikel 4 eine Marge von 20 Prozent beschlossen, und wenn man das, was Herr Kaufmann will, ganz konkret anschaut, sieht man, dass es einiges an Komplikationen verursachen würde.

Nehmen wir mal an, eine Leserin oder ein Leser ist in einem Laden und möchte ein Buch kaufen, das mit Euro 20.60 angeschrieben ist. Der Buchhändler verlangt 34 Franken dafür. Jetzt muss man also überlegen, ob diese 34 Franken - die man jetzt wieder in Euro umrechnen muss, damit man in Euro zahlen kann -, die man, sagen wir bei einem Kurs von 1.51, zurückrechnet, Euro 22.52 ergeben, ein überhöhter Preis sind oder nicht. Denn darum geht es Herrn Kaufmann, er möchte ja, dass man in unseren Läden nicht zu viel bezahlt im Vergleich dazu, wenn man das Buch im Ausland kauft. Jetzt stellen Sie sich diese komplizierte Geschichte vor.

Dass jemand ein Buch in Euro bezahlen kann, ist für mich kein Problem. Ich wohne in einer Grenzregion, und da kann man bald alles, was in Franken angeschrieben ist, in Euro bezahlen, das ist nicht das Thema. Es geht hier ja Herrn Kaufmann darum zu verhindern - er hat es gesagt -, dass man unverschämt viel mehr bezahlen muss als im Ausland. Das wird aber mit diesem Passus nicht erreicht, weil wir vorhin den Artikel 4 beschlossen haben. Hier diese komplizierte Geschichte einzuführen ist also absolut unnötig. In meiner Region wird jeder Buchhändler, der einen Preis in Franken angeschrieben hat, sicher auch zulassen, dass man in Euro bezahlen kann, weil wir in einer Region wohnen, wo praktisch jeder Laden in beiden Währungen einnehmen und wieder herausgeben kann. Ich meine, es ist eine absolut unnötige Forderung, die hier gestellt wird, und ich bitte Sie, diese abzulehnen. Das gibt viel zu viele Umtriebe, wenn man jeweils noch überlegen muss, ob das jetzt zu viel ist oder nicht; das ist ja eben in dieser Fourchette drin.