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AS 1999 3545

Verordnung über die Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2000 und 2001

Verordnung über die Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2000 und 2001

vom 17. November 1999

Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf Artikel 2–4 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 19591 über den Finanz- ausgleich unter den Kantonen, verordnet:

Art. 1 Masszahlen Der Schlüssel für die Bemessung der Finanzkraft der Kantone besteht aus folgenden vier Masszahlen: I. Volkseinkommen: Volkseinkommen der Kantone je Einwohner. II. Steuerkraft: Mit dem Index der Gesamtsteuerbelastung gewichtete Steuereinnahmen der Kantone und Gemeinden je Ein- wohner. III. Steuerbelastung: Index der Belastung durch sämtliche Kantons- und Gemeindesteuern mit Berücksichtigung der Erträge der Nebensteuern (Liegenschaftssteuern, Erbschafts- und Schenkungssteuern, Handänderungssteuern) und der teuerungsbedingten Veränderungen der Einkom- men im umgekehrten Verhältnis (Umkehrung der Vor- zeichen bei den Differenzen zum Landesmittel). IV. Berggebiet: Mittel aus dem Prozentanteil der nicht im Berggebiet liegenden Kulturfläche an der gesamten Kulturfläche und der Einwohnerzahl je Quadratkilometer Gesamt- fläche ohne Öd- und Unland, Seen und Flüsse; bei der Bevökerungsdichte werden über dem Landesmittel liegende Indexzahlen auf 100 festgesetzt.

SR 613.11 1 SR 613.1

1999-5651 3545

Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2000 und 2001 AS 1999

Art. 2 Statistische Unterlagen Zur Ermittlung der einzelnen Masszahlen dienen die folgenden statistischen Unter- lagen: a. die Volkseinkommen der Kantone 1996 und 1997 gemäss volkswirtschaftli- cher Gesamtrechnung; b. die Steuereinnahmen der Kantone und Gemeinden im Durchschnitt der Jahre

1996 und 1997 gemäss der Statistik «Öffentliche Finanzen der Schweiz»,

unter Berücksichtigung der Grenzgängerbesteuerung; c. die Steuerbelastung im Mittel der Jahre 1995–1998 gemäss der Steuerbela- stungsstatistik; d. die Gesamtfläche ohne Öd- und Unland sowie ohne Seen und Flüsse gemäss der Arealstatistik der Schweiz; e. die Kulturfläche im Berggebiet gemäss Landwirtschaftszählung 1998; f. die Daten über die mittlere Wohnbevölkerung der Kantone des betreffenden Jahres.

Art. 3 Berechnungsmethode

1 Jede Masszahl wird in eine Indexreihe umgerechnet, wobei das schweizerische

Mittel auf 100 festgesetzt wird. 2 Die Indexreihen werden so umgerechnet, dass die kleinste Zahl 70 beträgt. Dabei gilt folgende Formel: 30 (Index – 100) × + 100.

100 – kleinste Zahl

3 Aufgrund der vier Indexreihen wird das gewogene Mittel berechnet. Die Mass-

zahlen 1 und 2 werden mit dem Faktor 1,5, die Masszahlen 3 und 4 mit dem Fak- tor 1 gewichtet. 4 Das gewogene Mittel wird mit einem Streckungsfaktor 2,7 aufgrund folgender For- mel auf den Index der Finanzkraft umgerechnet: Index der Finanzkraft = 100 + [(gewogenes Mittel – 100) x 2,7].

5 Der Streckungsfaktor 2,7 bleibt über die nachfolgenden Finanzkraftperioden hin

konstant, sofern weder an den Masszahlen noch an deren Gewichtung Änderungen vorgenommen werden.

6 Der Index der Finanzkraft beträgt im Minimum 30.

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Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2000 und 2001 AS 1999

Art. 4 Indexzahlen Gestützt auf die Artikel 1–3 ergeben sich gemäss der Tabelle im Anhang für die Finanzkraft der einzelnen Kantone folgende Indexzahlen: Zug 218 Glarus 78 Basel-Stadt 158 Tessin 78 Zürich 157 Graubünden 75 Genf 130 Luzern 72 Nidwalden 124 Uri 67 Basel-Landschaft 120 Bern 66 Schaffhausen 106 Appenzell I.Rh. 60 Aargau 100 Appenzell A.Rh. 59 Schwyz 96 Neuenburg 58 Waadt 95 Freiburg 52 Thurgau 87 Obwalden 40 Solothurn 87 Jura 31 St. Gallen 82 Wallis 30

Art. 5 Einteilung der Kantone in Gruppen In Anwendung von Artikel 4 der Verordnung vom 21. Dezember 19732 über die Abstufung der Bundesbeiträge nach der Finanzkraft der Kantone ergibt sich auf- grund der Indexzahlen folgende Einteilung der Kantone nach ihrer Finanzkraft in drei Gruppen: Finanzstarke Kantone: Zug, Basel-Stadt, Zürich, Genf, Nidwalden, Basel- Landschaft (6) Mittelstarke Kantone: Schaffhausen, Aargau, Schwyz, Waadt, Thurgau, Solothurn, St. Gallen, Glarus, Tessin, Graubünden, Luzern, Uri, Bern (13) Finanzschwache Kantone: Appenzell I.Rh., Appenzell A.Rh., Neuenburg, Frei- burg, Obwalden, Jura, Wallis (7)

Art. 6 Übergangsbestimmungen 1 Bei Finanzhilfen und Abgeltungen sind für die Anwendung der Finanzkraft die Be- stimmungen des Bundesgesetzes vom 5. Oktober 1990 3 über Finanzhilfen und Ab- geltungen sowie jene der Spezialgesetzgebung massgebend.

2 Die Bestimmungen dieser Verordnung finden erstmals Anwendung für die Vertei-

lung der Kantonsanteile an Bundeseinnahmen des Jahres 2000.

3 Die Bestimmungen dieser Verordnung gelten erstmals für die Berechnung der Bei-

träge der Kantone an die Alters- und Hinterlassenenversicherung sowie an die Inva- lidenversicherung des Jahres 2000.

2 SR 613.12 3 SR 616.1

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Art. 7 Inkrafttreten Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2000 in Kraft.

17. November 1999 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Die Bundespräsidentin: Ruth Dreifuss

10654 Der Bundeskanzler: François Couchepin

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Anhang Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2000 und 2001 (Art. 4) Kantone Masszahl 1 Masszahl 2 Masszahl 3 Masszahl 4 Gewogenes Mittel Gesamtindex Volkseinkommen 1996/97 Steuerkraft 1996/97 Steuerbelastung Berggebiet nach Umrechnung des ge- kl. Zahl 70 kl. Zahl 70 1995-98, kl. Zahl 70 Ge- kl. Zahl 70 wogenen Mittels mit Gewicht 1,5 Gewicht 1,5 wicht 1 Gewicht 1 Streckungsfaktor 2,7

Zürich 125.15 126.56 118.22 108.95 120.95 157 Bern 88.50 84.99 83.25 94.18 87.53 66 Luzern 88.82 83.36 87.75 102.09 89.62 72 Uri 86.81 81.17 113.89 73.61 87.89 67 Schwyz 97.49 94.20 118.71 85.49 98.35 96 Obwalden 77.47 70.99 89.06 76.76 77.70 40 Nidwalden 115.81 105.77 128.85 83.38 108.92 124 Glarus 113.65 80.86 90.98 77.30 92.01 78 Zug 158.32 161.02 142.23 96.63 143.57 218 Freiburg 84.63 78.09 70.00 97.00 82.21 52 Solothurn 91.51 88.46 102.51 103.52 95.20 87 Basel-Stadt 141.00 129.60 89.93 111.10 121.39 158 Basel-Landschaft 107.22 109.39 107.21 105.52 107.53 120 Schaffhausen 102.29 95.53 102.93 111.06 102.14 106 Appenzell A.Rh. 80.79 83.43 95.45 82.25 84.81 59 Appenzell I.Rh. 83.36 82.49 105.49 71.39 85.13 60 St. Gallen 86.48 91.74 101.13 98.58 93.41 82 Graubünden 87.12 101.52 100.89 70.00 90.77 75 Aargau 98.80 90.33 105.99 110.46 100.03 100 Thurgau 86.31 89.40 102.42 110.44 95.28 87 Tessin 84.06 100.53 96.67 85.96 91.90 78 Waadt 98.77 98.47 87.80 106.17 97.96 95 Wallis 74.23 70.00 71.99 81.19 73.90 30 Neuenburg 87.53 84.35 76.48 88.65 84.59 58 Genf 112.65 126.35 85.49 111.10 111.02 130 Jura 70.00 72.27 73.41 84.98 74.36 31 Schweiz 100.00 100.00 100.00 100.00 100.00 100

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