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AS 2003 4337

Verordnung über die Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2004 und 2005

Verordnung über die Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2004 und 2005

vom 5. November 2003

Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf die Artikel 2–4 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 19591 über den Finanzausgleich unter den Kantonen, verordnet:

Art. 1 Masszahlen Der Schlüssel für die Bemessung der Finanzkraft der Kantone besteht aus folgenden vier Masszahlen: I. Volkseinkommen: Volkseinkommen der Kantone je Einwohner. II. Steuerkraft: Mit dem Index der Gesamtsteuerbelastung gewichtete Steuereinnahmen der Kantone und Gemeinden je Einwohner. III. Steuerbelastung: Index der Belastung durch sämtliche Kantons- und Gemeindesteuern mit Berücksichtigung der Erträge der Nebensteuern (Liegenschaftssteuern, Erbschafts- und Schenkungssteuern, Handänderungssteuern) und der teuerungsbedingten Veränderungen der Einkom- men im umgekehrten Verhältnis (Umkehrung der Vorzeichen bei den Differenzen zum Landesmittel). IV. Berggebiet: Mittel aus dem Prozentanteil der nicht im Berggebiet liegenden Kulturfläche an der gesamten Kulturfläche und der Einwohnerzahl je Quadratkilometer Gesamt- fläche ohne Öd- und Unland, Seen und Flüsse; bei der Bevölkerungsdichte werden über dem Landesmittel liegende Indexzahlen auf 100 festgesetzt.

SR 613.11 1 SR 613.1

2003-2221 4337

Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2004 und 2005 AS 2003

Art. 2 Statistische Unterlagen Zur Ermittlung der einzelnen Masszahlen dienen die folgenden statistischen Unter- lagen: a. die Volkseinkommen der Kantone 2000 und 2001 gemäss Volkswirtschaft- licher Gesamtrechnung; b. die Steuereinnahmen der Kantone und Gemeinden im Durchschnitt der Jahre

2000 und 2001 gemäss der Statistik «Öffentliche Finanzen der Schweiz»,

unter Berücksichtigung der Grenzgängerbesteuerung; c. die Steuerbelastung im Mittel der Jahre 1999–2002 gemäss der Steuerbelas- tungsstatistik; d. die Gesamtfläche ohne Öd- und Unland sowie ohne Seen und Flüsse gemäss der Arealstatistik der Schweiz; e. die Kulturfläche im Berggebiet gemäss Landwirtschaftszählung 1999; f. die Daten über die mittlere Wohnbevölkerung der Kantone des betreffenden Jahres.

Art. 3 Berechnungsmethode

1 Jede Masszahl wird in eine Indexreihe umgerechnet, wobei das schweizerische

Mittel auf 100 festgesetzt wird. 2 Die Indexreihen werden so umgerechnet, dass die kleinste Zahl 70 beträgt. Dabei gilt folgende Formel: 30 (Index – 100) × ––––––––––––––– + 100.

100 – kleinste Zahl

3 Aufgrund der vier Indexreihen wird das gewogene Mittel berechnet. Die Masszah-

len 1 und 2 werden mit dem Faktor 1,5, die Masszahlen 3 und 4 mit dem Faktor 1 gewichtet.

4 Das gewogene Mittel wird mit einem Streckungsfaktor 2,7 aufgrund folgender

Formel auf den Index der Finanzkraft umgerechnet: Index der Finanzkraft = 100 + [(gewogenes Mittel – 100) x 2,7].

5 Der Streckungsfaktor 2,7 bleibt über die nachfolgenden Finanzkraftperioden hin

konstant, sofern weder an den Masszahlen noch an deren Gewichtung Änderungen vorgenommen werden.

6 Der Index der Finanzkraft beträgt im Minimum 30.

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Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2004 und 2005 AS 2003

Art. 4 Indexzahlen Gestützt auf die Artikel 1–3 ergeben sich gemäss der Tabelle im Anhang für die Finanzkraft der einzelnen Kantone folgende Indexzahlen:

Zug 227 Glarus 77 Basel-Stadt 166 Solothurn 76 Zürich 157 Appenzell I.Rh. 66 Genf 155 Graubünden 63 Nidwalden 129 Luzern 63 Schwyz 117 Appenzell A.Rh. 61 Basel-Landschaft 116 Bern 58 Aargau 105 Neuenburg 56 Schaffhausen 98 Uri 51 Waadt 95 Freiburg 45 Tessin 85 Jura 33 Thurgau 80 Obwalden 30 St. Gallen 80 Wallis 30

Art. 5 Einteilung der Kantone in Gruppen In Anwendung von Artikel 4 der Verordnung vom 21. Dezember 19732 über die Abstufung der Bundesbeiträge nach der Finanzkraft der Kantone ergibt sich auf- grund der Indexzahlen folgende Einteilung der Kantone nach ihrer Finanzkraft in drei Gruppen: Finanzstarke Kantone: Zug, Basel-Stadt, Zürich, Genf, Nidwalden (5) Mittelstarke Kantone: Schwyz, Basel-Landschaft, Aargau, Schaffhausen, Waadt, Tessin, Thurgau, St. Gallen, Glarus, Solothurn, Appenzell I.Rh., Graubünden, Luzern, Appenzell A.Rh. (14) Finanzschwache Kantone: Bern, Neuenburg, Uri, Freiburg, Jura, Obwalden, Wallis (7)

Art. 6 Übergangsbestimmungen

1 Bei Finanzhilfen und Abgeltungen sind für die Anwendung der Finanzkraft die

Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 5. Oktober 19903 über Finanzhilfen und Abgeltungen sowie jene der Spezialgesetzgebung massgebend.

2 Die Bestimmungen dieser Verordnung finden erstmals Anwendung für die Vertei-

lung der Kantonsanteile an Bundeseinnahmen des Jahres 2004.

3 Die Bestimmungen dieser Verordnung gelten erstmals für die Berechnung der

Beiträge der Kantone an die Alters- und Hinterlassenenversicherung sowie an die Invalidenversicherung des Jahres 2004.

2 SR 613.12 3 SR 616.1

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Art. 7 Inkrafttreten Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2004 in Kraft.

5. November 2003 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident: Pascal Couchepin Die Bundeskanzlerin: Annemarie Huber-Hotz

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Anhang Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2004 und 2005 (Art. 4)

Kantone Masszahl 1 Masszahl 2 Masszahl 3 Masszahl 4 Gewogenes Mittel Gesamtindex Volkseinkommen 2000/01 Steuerkraft 2000/01 Steuerbelastung 1999–02 Berggebiet nach Umrechnung des kl. Zahl 70 kl. Zahl 70 kl. Zahl 70 kl. Zahl 70 gewogenen Mittels Gewicht 1,5 Gewicht 1,5 Gewicht 1 Gewicht 1 mit Streckungsfaktor 2,7

Zürich 129.09 125.09 115.20 108.94 121.08 157 Bern 83.18 82.20 80.80 93.91 84.56 58 Luzern 83.83 80.97 81.26 102.12 86.12 63 Uri 88.37 73.88 92.02 73.44 81.77 51 Schwyz 99.88 106.48 135.33 85.88 106.15 117 Obwalden 70.81 70.00 79.12 76.87 73.44 30 Nidwalden 119.92 104.99 132.29 84.25 110.78 129 Glarus 109.02 80.13 97.23 77.05 91.60 77 Zug 159.66 163.96 152.22 96.70 146.87 227 Freiburg 77.25 76.26 70.82 97.17 79.65 45 Solothurn 87.57 82.35 96.88 103.42 91.03 76 Basel-Stadt 157.08 127.35 84.18 111.02 124.37 166 Basel-Landschaft 108.36 102.58 108.38 105.37 106.03 116 Schaffhausen 103.51 87.58 98.74 111.02 99.28 98 Appenzell A.Rh. 88.08 81.37 92.64 81.68 85.70 61 Appenzell I.Rh. 87.05 81.71 112.84 71.37 87.47 66 St. Gallen 87.54 88.94 99.01 98.73 92.49 80 Graubünden 86.15 91.09 94.98 70.00 86.17 63 Aargau 100.50 89.11 114.01 110.42 101.77 105 Thurgau 86.29 83.94 97.73 110.38 92.69 80 Tessin 77.03 108.00 109.20 85.96 94.54 85 Waadt 101.81 97.64 84.41 106.27 97.97 95 Wallis 71.61 72.20 70.00 81.40 73.42 30 Neuenburg 84.59 87.04 72.99 88.46 83.78 56 Genf 113.32 149.74 97.05 111.07 120.54 155 Jura 70.00 76.53 71.05 84.92 75.15 33 Schweiz 100.00 100.00 100.00 100.00 100.00 100

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