17.5127 · Fragestunde. Frage · 2017-03-06
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
Im Jahr 2018 jährt sich eine Reihe von für die Schweiz überaus bedeutsamen historischen Ereignissen. Mindestens zweier muss die offizielle Schweiz gedenken. 1848 trat die erste Bundesverfassung in Kraft, und 1918 fand mit dem Generalstreik das bedeutsamste sozial- und wirtschaftspolitische Ereignis in der jüngeren Geschichte des Landes statt. In beiden Fällen starben Menschen für Freiheit und Gerechtigkeit.
Wie hat der Bundesrat vor, dieser historischen Ereignisse würdig zu gedenken?
Stellungnahme des Bundesrates
Im Jahr 2018 wird die Schweiz in der Tat auf verschiedene Ereignisse zurückblicken, die den historischen Weg der modernen Schweiz in massgeblicher Weise beeinflusst haben. Der Bundesrat anerkennt deren Bedeutung.
Der Bundesrat hat mehrfach erklärt, dass er Erinnerungsfeiern zu historischen Ereignissen nur zurückhaltend durchführen will. Er verweist auf seine Antworten auf die Interpellation Stöckli 13.3099 zum Wiener Kongress, auf die Interpellation Ingold 13.4135 zur Reformation, auf die Interpellation Romano 13.3550 zur Schlacht von Marignano, auf die Interpellationen Keller 13.3778 und Stöckli 14.4092 zum Jubiläumsjahr 2015 sowie auf die Interpellation de Buman 16.3087 zur Geburt von Bruder Niklaus von Flüe. Der Bundesrat hält grundsätzlich an dieser Praxis fest und wird darum selber keine Gedenkanlässe zum 100. Jubiläum des Landesstreiks oder zu den 170 Jahren seit der Gründung des Bundesstaates initiieren.
Der Bund ist bereit, im Rahmen der ordentlichen Kulturförderung ein Unterstützungsgesuch von Kantonen oder privaten Organisationen zu prüfen. Das Bundesamt für Kultur hat bereits die Unterstützung für ein Projekt "100 Jahre Generalstreik - Neustart für die Schweiz" zugesichert. Ob das Projekt realisiert werden kann, wird derzeit von der Trägerschaft geprüft. Das Schweizerische Nationalmuseum wird ferner eine Ausstellung zum Thema präsentieren; die Eröffnung ist für November 2018 geplant.