20.5918 · Fragestunde. Frage · 2020-12-02
Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
Erledigt
Wortlaut
Die SBB kündigte an, ab Frühling auf allen IC Strecken und weiteren Interregio Verbindungen für den Velotransport eine kostenpflichtige Reservation einzuführen. Diese führt zu höheren Transportkosten und verkompliziert die Velomitnahme, da das heutige Reservationssystem nicht kundenfreundlich ist.
- Wie beurteilt der Bundesrat den Aufschlag auf 10 Franken des Velotransports für einen Weg für Einzelpersonen und weit höheren Kosten für eine Familie?
- Welche Überlegungen für tiefere Preise macht er sich?
Stellungnahme des Bundesrates
Der neue Artikel 23a des Personenbeförderungsgesetzes verpflichtet die Transportunternehmen, geeignete Voraussetzungen für den Transport von Fahrrädern in Zügen und Bussen zu schaffen, sofern die Fahrräder leicht zu handhaben sind, der Verkehr nicht beeinträchtigt wird und die Fahrzeuge dafür geeignet sind. Für den Transport begleiteter Fahrräder darf ein Fahrpreis erhoben werden. Diese neue Bestimmung tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Der Bundesrat erwartet als Eigner von den SBB, dass sie für ihre Kundinnen und Kunden attraktive, sichere, pünktliche und qualitativ hochwertige Mobilitätslösungen erbringen. Dabei sollen sie auf einen einfachen und kundenfreundlichen öffentlichen Verkehr hinwirken. Die Schaffung der Voraussetzungen für den Fahrradtransport in den Zügen, die Festlegung des Fahrpreises sowie die organisatorische Abwicklung sind operative Aufgaben des Unternehmens. Bisher besteht auf zwei Linien des Fernverkehrs eine Reservationspflicht, in den ICN-Zügen am Jurasüdfuss und den Zügen durch den Gotthard-Basistunnel. Diese Veloplatzreservation kostet derzeit fünf Franken zusätzlich zum Velobillett. Ein Zuschlag von zehn Franken wird nur dann verlangt, wenn in den reservationspflichtigen Zügen keine Reservation vorgewiesen werden kann. Wie die Reservationspflicht ab Frühling 2021 im Fernverkehr ausgestaltet sein wird, ist noch nicht bestimmt. Die SBB haben mitgeteilt, dass sie im Dialog mit Velo-Interessenvertretern und zusammen mit der Branche des öffentlichen Verkehr das Ziel haben, die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden besser zu erfassen und gemeinsam Lösungen für ein kundenfreundlicheres Angebot zu erarbeiten. Die SBB sind derzeit daran, die technischen und finanziellen Modalitäten der Umsetzung auszuarbeiten, u. a. auch die Kosten der Reservation, und sie werden diese mit den Interessenvertretern im Frühling 2021 besprechen.