21.3788 · Postulat · 2021-06-17
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen und zu berichten, mit welchen Massnahmen die durch Verschlucken von Knopfbatterien verursachten Gesundheitsgefährdungen von Kindern vermieden oder verringert werden können.
Begründung
Sehr kleine Batterien (Knopfbatterien) stellen für Kinder eine grosse Gefahr dar. Wenn ein Kind eine solche Knopfbatterie verschluckt, drohen bereits wenige Minuten nach dem Verschlucken verheerende Folgen wie Verätzungen der Speise- und Luftröhre mit bleibenden Schäden bis hin zum Tod. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und Säuglinge; sie können nicht auf ihr gesundheitliches Problem aufmerksam machen, was die Entfernung des Fremdkörpers zeitlich verzögert.
Kinderärztinnen und -Ärzte haben eine Arbeitsgruppe gebildet und wollen gemeinsam über den "Welt - Knopfbatterie - Tag" vom 12. Juni hinaus auf die Gefahren hinweisen. Nicht nur Eltern und Lehrkräfte sollen auf die Gefahren hingewiesen werden; auch die Industrie und die Politik sind gefordert, Beiträge zur Verringerung der Gefahr zu leisten. Weltweit soll auf die versteckten Gefahren solcher Batterien und auf die Wichtigkeit der Verschluss-Sicherung von Geräten, die mit Knopfbatterien betrieben werden hingewiesen werden. Die Politik soll Hersteller dazu bewegen, Fabrikationsnormen ohne Gefährdungspotential zu erfüllen und die Entwicklung von ungefährlichen Energieträgern fördern. Es gibt leider zu viele Geräte ohne Verschluss-Sicherung.
Das Thema ist äusserst wichtig, während der Pandemie ist die Zahl solcher Unfälle dramatisch angestiegen, wie eine Studie zeigt.
Die verdankenswerte Initiative der Kinderärzte verdient die Unterstützung der Politik, in diesem Bereich, Gefahren für die Gesundheit von Kindern zu vermeiden, ist der Bund zuständig.
Antrag des Bundesrates
Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
Stellungnahme des Bundesrates
Tox Info Suisse erhält pro Jahr 80 bis 90 Anfragen zu verschluckten Knopfbatterie (Stand 2020), meist sind Kleinkinder betroffen. 80 bis 95 Prozent der Kinder bleiben ohne jegliche Symptome, nur in ca. 1 Prozent der Fälle wurden Tox Info Suisse schwere Verläufe gemeldet. Zu den Ursachen der Unfälle liegen keine Informationen vor.
Der Bundesrat ist bereit, eine Analyse der Unfallhergänge vorzunehmen und zu prüfen, ob Faktoren in Zusammenhang mit dem Vollzug (unter anderen Verordnung des EDI über die Sicherheit von Spielzeug, SR 817.023.11 und Bundesgesetz über die Produktesicherheit, SR 930.11) oder andere Faktoren wie z.B. nicht ordnungsgemäss aufbewahrte Batterien zu den Unfällen führen.
Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.