21.4028 · Interpellation · 2021-09-16
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
1. Wieso werden geimpfte Personen nicht mehr getestet?
2. Welche Kriterien wendet der Bundesrat an, um das Ansteckungsrisiko minimal zu halten?
Begründung
Studien (Impfdurchbrüche (Kein absoluter Schutz: Geimpfte können sich mit Covid-19 anstecken - SWR Wissen) belegen, dass auch geimpfte Personen noch von einem Corona-Virus infiziert werden können und dass auch geimpfte Personen andere anstecken können.
Stellungnahme des Bundesrates
1. Die mRNA-Impfstoffe gewährleisten einen Schutz von rund 95 Prozent vor symptomatischen Erkrankungen und auch schweren Verläufen. Die Anzahl Infektionen bei geimpften Personen ist entsprechend sehr tief. Zudem ist das Risiko von Übertragungen bei mit mRNA-Impfstoffen geimpften Personen gemäss aktueller Evidenz viel geringer als bei nicht geimpften Personen. Das weitaus grösste Risiko, sich mit dem Erreger anzustecken, besteht weiterhin für ungeimpfte und nicht-genesene Personen. Das zeigt sich eindrücklich darin, dass von den zur Zeit wegen COVID-19 auf einer Intensivpflegestation hospitalisierten Personen bis zu 90 Prozent nicht geimpft sind.
Im Rahmen eines Ausbruchssettings werden auch geimpfte Personen getestet. Bei Symptomen wird auch geimpften Personen empfohlen, sich testen zu lassen.
2. Das Ziel des Bundesrates ist es, schwere Verläufe und Hospitalisationen zu verhindern. Es ist nicht das primäre Ziel, die Viruszirkulation komplett zu unterbinden. Als primärpräventive Massnahme ist die Impfung von besonders gefährdeten Personen sowie Erwachsenen am effektivsten. Besondere Kriterien oder Massnahmen zur Reduktion des Übertragungsrisikos, die über die sonst gültigen Massnahmen hinausgehen, sind aus Sicht des Bundesrates entsprechend nicht notwendig.
Antwort des Bundesrates.