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21.4382 · Motion · 2021-12-06

Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat, insbesondere das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), wird beauftragt, drei zusätzliche Ziele in den Aktionsplan Biodiversität, der zurzeit ausgearbeitet wird, aufzunehmen. Erstens soll kurzfristig auf synthetische Pestizide auf allen vom Personal des VBS bewirtschafteten Flächen verzichtet werden (in ausserordentlichen Fällen können Ausnahmen vorgesehen werden). Zweitens sollen Wildtierkorridore und Korridore zum Schutz der Artenvielfalt auf den Grundstücken der Armee, wo dies möglich ist, geschaffen und erhalten werden. Drittens soll die Lichtverschmutzung durch die Infrastruktur der Armee, die objektiv gesehen nachts nicht beleuchtet werden muss, beseitigt werden.

Begründung

Das VBS trägt in grossem Masse dazu bei, dass der Bund der grösste Grundstückseigentümer der Schweiz ist. Daher steht ausser Zweifel, dass dieses Departement im Kampf gegen den gravierenden und rasanten Rückgang der Biodiversität, der unser Ernährungssystem ernsthaft infrage stellt, eine tragende Rolle spielt. Es hat beschlossen, in diese Richtung zu gehen, und ergreift seit einigen Jahren Massnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Artenvielfalt.

Für Insekten ist die Situation in der Schweiz - insbesondere im Mittelland - äusserst besorgniserregend: Von den aktuell 1153 im Rahmen der Roten Listen bewerteten Insektenarten sind fast 60 Prozent gefährdet oder potenziell gefährdet. Der Verlust an Biodiversität stellt eine ökologische Krise dar, die das Aussterben von Pflanzen- und Tierarten auf der ganzen Welt, den lokalen Rückgang oder Verlust von Arten in einem bestimmten Lebensraum sowie das Verschwinden von Ökosystemen beinhaltet. Verschiedenen Studien zufolge wirft dieser Verlust die Frage auf, ob eine sechste gewaltige Welle des Artensterbens auf der Erde im Gange ist. Aktuell steht fest, dass die bisherigen Massnahmen nicht ausreichen, um diesen kolossalen Verlust zu bremsen, geschweige denn einzudämmen.

Lichtverschmutzung, synthetische Pestizide und das Fehlen von Korridoren, die Naturräume miteinander verbinden, werden als einige der Hauptursachen für den Rückgang der biologischen Vielfalt eingestuft.

Daher wäre es angebracht, dass das VBS diese zusätzlichen Ziele in den Aktionsplan Biodiversität, der zurzeit ausgearbeitet wird, aufnimmt. Denn dies wird mit Sicherheit positive Folgen haben.

Das VBS wird zudem aufgefordert, in seinen mittelfristigen Überlegungen die Möglichkeit zu prüfen, jeweils auf eine Bewirtschaftung ohne synthetische Pestizide umzustellen, sobald ein Pachtvertrag mit einer Person ausläuft, die seine Flächen bewirtschaftet.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der militärischen Areale für die Biodiversität in der Schweiz bewusst. Das VBS hat mit dem Programm "Natur - Landschaft - Armee (NLA)" auf rund 150 Armeearealen die Naturwerte systematisch erfasst und Massnahmen zu deren Schutz umgesetzt.

Das VBS erarbeitet zurzeit einen Aktionsplan Biodiversität, der Ziele und Massnahmen für die Zukunft definiert. Die Anliegen der Motion werden dabei unter Wahrung eines vertretbaren Kosten-Nutzenverhältnisses in den Aktionsplan aufgenommen werden.

Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.