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21.4555 · Postulat · 2021-12-16

Departement des Innern

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht vorzulegen über die Schäden (psychisches Unbehagen, Schulabbrüche, Wunsch, auf Kinder zu verzichten, usw.), die die Katastrophenstimmung in Bezug auf das Klima bei den jungen Menschen verursacht.

Begründung

Im März veröffentlichte die Universität Bath eine Studie über die psychologischen Folgen, die die Katastrophenstimmung in Bezug auf das Klima für Jugendliche hat - eine Katastrophenstimmung, die bekanntlich von gewissen politischen Kreisen und von Teilen der Presse geschürt wird.

Es wurden weltweit 10 000 junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren befragt. Die Resultate zeigen die negativen Auswirkungen, die die Klimapanik auf die psychische Gesundheit der Menschen in dieser Altersgruppe hat. 75 Prozent der Befragten haben Zukunftsängste und 39 Prozent sind sich nicht sicher, ob sie angesichts des Klimawandels noch Kinder haben wollen. Hinzu kommt das alarmierende Phänomen der Schulabbrüche.

Der englische Psychologe Patrick Kennedy Williams spricht in einem Interview mit dem Guardian davon, dass schon 6-jährige Kinder Angst und Beklemmung verspüren.

Lässt sich die in der Studie der Universität Bath beschriebene Situation auch auf die Schweiz übertragen? Sollten sich Entscheidungen wie diejenige, aus Angst vor dem Klimawandel auf Kinder zu verzichten, jetzt oder künftig auch in der Schweiz verbreiten, so muss dies die Politik auf den Plan rufen - dies umso mehr, als in einigen Kantonen bereits demografische Alarmsignale ertönen.

Das Phänomen eines generellen Unbehagens, das sich auch unter Kindern verbreitet, und die Schulabbrüche bei Jugendlichen sind besorgniserregend und müssen ernst genommen werden. Ein Schulabbruch ist eine der Hauptursachen für Armut und Sozialhilfeabhängigkeit.

Auch in der Schweiz wird die Klimapanik seit geraumer Zeit von gewissen politischen Kreisen zu Wahlzwecken geschürt, ebenso von einem Grossteil der Medien mit sogenanntem Informationsauftrag, angefangen bei denjenigen, die über die Radio- und Fernsehabgabe finanziert werden.

Mit diesem Postulat beauftrage ich daher den Bundesrat, einen Bericht vorzulegen über die psychologischen und anderen Schäden, die die Katastrophenstimmung in Bezug auf das Klima bei den jungen Menschen in der Schweiz verursacht (oder verursachen könnte).

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.

Stellungnahme des Bundesrates

Mit Interesse nimmt der Bundesrat die Ergebnisse aus der internationalen Studie zur Kenntnis. Er anerkennt, dass das Thema Umwelt- und Klimaschutz viele Kinder und Jugendliche auch in der Schweiz beschäftigt. Dies bestätigen Erhebungen aus der Schweiz, wie etwa die repräsentative Umfrage "Credit Suisse Sorgenbarometer 2021" (www.credit-suisse.com/sorgenbarometer) oder auch schon der Jugendbarometer 2020 (www.credit-suisse.com/jugendbarometer).

Im Nationalen Gesundheitsbericht, den das Schweizerische Gesundheitsobservatorium Obsan 2025 veröffentlichen wird, wird das Thema Psychische Gesundheit auch für Kinder und Jugendliche umfassend analysiert werden.

Deshalb hält es der Bundesrat aktuell nicht für opportun, einen eigenen Bericht über allfällige Effekte der Klimadebatte auf junge Menschen zu verfassen.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.