21.7949 · Fragestunde. Frage · 2021-09-22
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
Nach einer Studie, veröffentlicht im "New England Journal of Medicine" hat der Impfstoff von Novavax eine Wirksamkeit von 96 Prozent gegenüber ursprünglichen Coronaviren. Die Schweiz hat mit Novavax einen Vorvertrag über sechs Millionen Impfdosen unterzeichnet.
- Weshalb beantragt Novavax keine Zulassung in der Schweiz?
- Wollte die Schweiz einen zu tiefen Preis bezahlen?
- Gibt es einen Zusammenhang damit, dass für den Bund die Verpflichtungen gegenüber der Firma Lonza im Zentrum der Überlegungen standen?
Stellungnahme des Bundesrates
Der vektorbasierte Impfstoff von Johnson und Johnson (Janssen) ist in der Schweiz für Personen ab 18 Jahren zugelassen. Die entsprechende Impfempfehlung ist in Erarbeitung und mit dem Hersteller laufen Gespräche über einen möglichen zeitnahen Bezug von Impfdosen. Die Schweiz hat für alle Impfstoffe marktübliche Preise bezahlt und wird das auch in Zukunft tun. Grundsätzlich orientiert sich die Schweiz bei der Impfstoffstrategie am klinischen Nutzen der Impfstoffe für die Bevölkerung. Eine Bevorzugung einzelner Hersteller gab und gibt es nicht. Alle Impfstoffe müssen bei Swissmedic auch während der Pandemie ein strenges und geregeltes Zulassungsverfahren durchlaufen, in welchem die Daten zur Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit genau analysiert werden. Die Sicherheit der geimpften Personen steht dabei an oberster Stelle. Der Bund engagiert sich dafür, dass der Zugang zu proteinbasierten Impfstoffen so rasch als möglich gewährleistet werden kann. Das Bundesamt für Gesundheit und Swissmedic haben Novavax im Rahmen der Verhandlungen zum Vorvertrag respektive Scientific Advice Meetings wiederholt Möglichkeiten und Wege aufgezeigt, ihr Zulassungsgesuch parallel zur Einreichung in Europa respektive im Vereinigten Königreich einzureichen. Die Firma hat dies trotz der angebotenen regulatorischen und organisatorischen Unterstützung aus Ressourcengründen und aufgrund von Standortüberlegungen abgelehnt. Sobald der Impfstoff von der EMA oder MHRA zugelassen ist, wird ein in der Schweiz ansässiger Dienstleister im Auftrag von Novavax das Gesuch um Zulassung zeitnah bei Swissmedic einreichen. Der Gesuchseingang bei Swissmedic wird im vierten Quartal 2021 erwartet. Die Verschiebung des ursprünglich angedachten Zeitplans um wenige Monate ist einzig auf die Verspätung bei den klinischen Studien zurückzuführen.