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22.1008 · Anfrage · 2022-03-17

Departement des Innern

Erledigt

Wortlaut

Für das Jahr 2021 kündigen die Versicherer einen Kostenanstieg in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) von mehr als 5 Prozent pro versicherte Person an. Darin sind allerdings weder die Kosten für die Covid-Tests noch diejenigen für die Covid-Impfstoffe enthalten. Die Kosten sind überdurchschnittlich angestiegen, insbesondere im ambulanten Bereich und bei den Medikamenten. Diese beiden Bereiche machen einen grossen Teil der Ausgaben der OKP aus.

Daher liegt auch auf der Hand, dass die Ausgaben für die OKP viel schneller steigen als die anderen Wirtschaftsindikatoren. Nach Angaben der Versicherer sind die Ausgaben für die OKP in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr und Person gestiegen, während sich der Anstieg der Nominallöhne und des BIP auf 0,7 bzw. 0,2 Prozent beschränkte. Diese Entkoppelung von OKP-Ausgaben und Wachstumsraten deutet darauf hin, dass die Gesundheitsausgaben das persönliche Budget und die Kaufkraft der Prämienzahlerinnen und Prämienzahler immer stärker belasten. Vor diesem Hintergrund würde es nicht überraschen, wenn die Stimmen zugunsten drastischer Massnahmen zur Prämiensenkung lauter würden, was entweder auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ginge oder auf Kosten der Qualität.

Auch die ersten Ankündigungen der Krankenversicherer für das Geschäftsjahr 2021 sind besorgniserregend. Während in den vergangenen Jahren die Krankenversicherer insgesamt positive Ergebnisse verzeichnen konnten, könnte sich 2021 als weniger rosig erweisen. Einzelne Ankündigungen von Krankenversicherern, die darauf hindeuten, dass die Ausgaben der OKP die Prämieneinnahmen übersteigen, lassen aufhorchen. Und dies trotz eines guten Börsenjahres.

Die Kosten werden sich unweigerlich auf die Prämienentwicklung auswirken, die in der Vergangenheit durch die sehr gute Reservesituation stabilisiert werden konnte. Im Jahr 2022 konnten die Prämien sogar gesenkt werden.

Kann der Bundesrat den Kostenanstieg in der Branche für das Jahr 2021 bestätigen? Welcher Anteil davon ist auf den Aufholeffekt im Zusammenhang mit der Coronapandemie zurückzuführen? Werden die Prämien die Kosten des laufenden Jahres decken? Welche Prämienerhöhung prognostiziert der Bundesrat für 2023?

Stellungnahme des Bundesrates

1. Tatsächlich weist das Monitoring der Krankenversicherungs-Kostenentwicklung (MOKKE) für 2021 einen Anstieg der Leistungsmengen um 5,1 Prozent gegenüber 2020 aus. Die Nachholeffekte aufgrund der von 2020 auf 2021 verschobenen Behandlungen sind wahrscheinlich die Hauptursache für diese Entwicklung. Die Nachholkosten lassen sich nicht von den übrigen Kosten unterscheiden. Ein Mittel zur Relativierung des Nachholeffekts besteht darin, den jährlichen Anstieg der Pro-Kopf-Kosten von 2019 bis 2021 zu ermitteln, der laut MOKKE 2,7 Prozent beträgt. Dieser Wert liegt über dem jährlichen Durchschnittswert der letzten 10 Jahre, der sich auf 2,5 Prozent beläuft.

2. Es ist noch zu früh, um sich zur Kostendeckung für 2022 zu äussern, da die definitiven Ergebnisse noch nicht vorliegen. Diese sind erst im Juni 2023 bekannt.

Im Mai 2022 wird unter folgendem Link eine erste Kostenprojektion für das erste Quartal 2022 veröffentlicht: www.bag.admin.ch / Zahlen & Statistiken / Krankenversicherung: Statistiken / Monitoring der Krankenversicherungs-Kostenentwicklung.

Die Prämienentwicklung widerspiegelt die Kostenentwicklung. Wenn die Kosten weiterhin steigen, ist somit für 2023 eine Prämienerhöhung zu erwarten.

Antwort des Bundesrates.

Wird es 2023 wieder Prämienerhöhungen geben? | Lexipedia | Lexipedia