22.7087 · Fragestunde. Frage · 2022-03-02
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
Erwähnenswert sind die Myokarditiden bei jungen Männern. Einige nordeuropäische Länder haben aus diesem Grund die Verabreichung des Moderna-Impfstoffs ausgesetzt. Brisant ist der rasch abnehmende Impfschutz, sowie die verminderte Wirksamkeit nach mRNA-Injektionen gegenüber der sog. Omikron-Variante.
Warum empfehlen unsere Behörden weiterhin, sogar die Boosterung in dieser Altersgruppe, obschon aufgrund der epidemiologischen Entwicklung dort kaum mit einem schweren Covid-Verlauf zu rechnen ist?
Stellungnahme des Bundesrates
Auch in der Schweiz wird empfohlen, für die Impfung von Personen unter 30 Jahren präferenziell den Impfstoff von Pfizer Biontech zu verwenden. Dies, weil internationale Daten darauf hindeuten, dass Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei jungen Personen nach einer Moderna-Impfung häufiger verkommen als nach einer Pfizer-Impfung. Die absolute Zahl der beobachteten Myokarditis-Fälle bleibt mit 5 bis 30 pro eine Million verabreichter Impfdosen niedrig. Grundsätzlich ist darauf hinzuweisen, dass die meisten Fälle mild verlaufen und das Risiko von Myokarditis nach einer Covid-Erkrankung höher ist, als nach einer Impfung. Mit einer Auffrischimpfung kann der Schutz vor symptomatischer Infektion und Hospitalisation wieder erhöht werden. Jugendlichen im Alter von 12-15 Jahren wird die Auffrischimpfung dann empfohlen, wenn diese ihren Schutz vor einer milden Infektion erhöhen und das Übertragungsrisiko auf enge Kontakte reduzieren wollen.