24.3239 · Interpellation · 2024-03-14
Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
Erledigt
Wortlaut
Die Universität Lausanne führt eine Studie und eine Untersuchung der Genetik des Wolfes in der Schweiz durch.
Kann der Bundesrat folgende Fragen beantworten:
1. Soll die Universität Lausanne Wölfe identifizieren und von "hybriden" Tieren unterscheiden?
2. Verfügt die Universität Lausanne über genetisches Referenzmaterial der folgenden Arten: a) canis lupus lupus, b) canis lupus italicus, c) canis lupus signatus, d) canis lupus comensis, e) canis lupus albus, f) canis lupus cristalii?
3. Sollte die Universität Lausanne nicht die genauen genetischen Informationen über die Wölfe verbreiten und veröffentlichen, um die Bevölkerung über diese Frage zu informieren (genetische Referenzen der untersuchten Wölfe)?
4. Ist es richtig, dass sich die Universität Lausanne auf mitochondriale DNA stützt, um die Hybridisierung des Wolfes zu bestimmen? Gibt es weitere wissenschaftliche Methoden zur Identifizierung hybrider Wölfe?
5. Werden wissenschaftliche Ringversuche und -austausche durchgeführt?
Stellungnahme des Bundesrates
1. Das Labor für Naturschutzbiologie der Universität Lausanne wurde vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) damit beauftragt, das Monitoring auf Bundes- und Kantonsebene zu verstärken. Nach Artikel 8bis Absatz 5 der Jagdverordnung (JSV; SR 922.01) sind nicht einheimische Tierarten soweit möglich zu entfernen. In diesem Zusammenhang sind die Kantone gemeinsam mit dem Bund verpflichtet, jedes Tier, das Anzeichen einer Hybridisierung aufweist, engmaschig zu überwachen. Zu diesem Zweck werden im Labor für Naturschutzbiologie in Lausanne alle neu identifizierten Tiere auf eine mögliche Hybridisierung hin untersucht. 2. Das Labor verfügt über alle für die Erfüllung seiner Aufgaben erforderlichen genetischen Referenzmaterialien. Durch die Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen Ländern kann es bei Bedarf zusätzliches Referenzmaterial beschaffen. 3. Die genetische Überwachung erfolgt im Rahmen des Artenmonitorings, um das Monitoring auf Bundes- und Kantonsebene zu intensivieren. Dabei geht es in erster Linie darum, die Kantone zu unterstützen. Nachdem die Kantone die Informationen verarbeitet haben, werden sie veröffentlicht. 4. Nein. Das Labor für Naturschutzbiologie der Universität Lausanne verwendet für nichtinvasive Proben eine Methode, die auf bayesianischen statistischen Zuweisungstests beruht. Diese Tests werden an einzelnen DNA-Profilen durchgeführt, die aus der Kern-DNA erstellt wurden. Es handelt sich dabei um eine wissenschaftlich allgemein anerkannte Methode. 5. In der Schweiz ist das Labor für Naturschutzbiologie in Lausanne die einzige Einrichtung, die vom Bund mit dem Monitoring von Wölfen beauftragt worden ist. Es kann jedoch durchaus vorkommen, dass Proben zwischen Laboren in verschiedenen Ländern ausgetauscht werden, wenn beispielsweise Wölfe die Landesgrenzen überschreiten.