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24.3308 · Interpellation · 2024-03-15

Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

Erledigt

Wortlaut

Ein Engagement der Schweiz für die deutsche Sprache stützt sich auf das DACH-Memorandum über die Kooperation im Bildungsbereich zwischen der Bundesrepublik Deutschland (KMK), dem schweizerischen Steuerungsorgan betreffend die Zusammenarbeit im Bildungsraum Schweiz und dem Bundesministerium für Bildung (BMB) der Republik Österreich.

Bis 2022 hatte die Erziehungsdirektorenkonferenz EDK das Zentrum für Mittelschulen (ZEM CES) mandatiert, die Schweiz im DACH-Gremium offiziell zu vertreten und hierfür Mittel eingesetzt (CHF 10'000.-). Als das Mandat auslief wurde es nicht ersetzt. Movetia, die Schweizer Agentur für Austausch und Mobilität von Studierenden, hat sich bereit erklärt im DACH-Gremium Einsitz zu nehmen, damit die offizielle Schweiz vertreten bleibt. Movetia hat allerdings kein offizielles Mandat, sondern engagiert sich im Rahmen des Mandats für internationale Mobilität und Bildungszusammenarbeit, unter dem Aspekt der Netzwerkbildung unter DACH-Bildungsakteuren.

Trotz des DACH-Memorandum ist die Finanzierung von konkreten Projekten im DACH- Raum nicht gesichert und meist wird dies von interessierten Kreisen in Fronarbeit geleistet, so beispielsweise die Teilnahme an der IDT 2022 in Wien (IDT Internationale Tagung der Deutschlehrenden). Der Betrag für die DACH-Prinzip-Multiplikatoren zur Weiterbildung und auch die Teilnahme der Schweiz an der IDT Lübeck ist noch nicht gesichert.

An der IDT-Tagung 2022 war die Schweiz erstmals mit einem eigenen Auftritt präsent. Diese hat total rund CHF 65'000 gekostet. Bund und Kantone haben einen grossen Anteil mitfinanziert.

Nun steht die Planung für die nächste IDT (2025 in Lübeck) an und wieder muss ein Budget zusammengesucht werden, da sich niemand wirklich zuständig fühlt. Es besteht die Gefahr, dass die Schweiz 2025 keinen eigenen Auftritt an der IDT haben wird und deshalb, im Gegensatz zu Deutschland (Goethe Institut und Deutschwelle) und Österreich, kaum Sichtbarkeit erhält.

Ich bitte deshalb den Bundesrat um die Beantwortung der Fragen:

1. Aus welchem Grund kommt der Bundesrat seiner Absichtserklärung betreffend "sprachpolitische Kooperation und internationale Präsenz der Sprache Deutsch" nicht nach?

2. Ist der Bundesrat bereit den Schweizer Auftritt an der IDT 2025 in Lübeck mitzufinanzieren?

Begründung

Bis 2022 hatte die Erziehungsdirektorenkonferenz EDK das Zentrum für Mittelschulen (ZEM CES) mandatiert, die Schweiz im DACH-Gremium offiziell zu vertreten und hierfür Mittel eingesetzt (CHF 10'000.-). Als das Mandat auslief wurde es nicht ersetzt. Movetia, die Schweizer Agentur für Austausch und Mobilität von Studierenden, hat sich bereit erklärt im DACH-Gremium Einsitz zu nehmen, damit die offizielle Schweiz vertreten bleibt. Movetia hat allerdings kein offizielles Mandat, sondern engagiert sich im Rahmen des Mandats für internationale Mobilität und Bildungszusammenarbeit, unter dem Aspekt der Netzwerkbildung unter DACH-Bildungsakteuren.

Trotz des DACH-Memorandum ist die Finanzierung von konkreten Projekten im DACH- Raum nicht gesichert und meist wird dies von interessierten Kreisen in Fronarbeit geleistet, so beispielsweise die Teilnahme an der IDT 2022 in Wien (IDT Internationale Tagung der Deutschlehrenden). Der Betrag für die DACH-Prinzip-Multiplikatoren zur Weiterbildung und auch die Teilnahme der Schweiz an der IDT Lübeck ist noch nicht gesichert.

An der IDT-Tagung 2022 war die Schweiz erstmals mit einem eigenen Auftritt präsent. Diese hat total rund CHF 65'000 gekostet. Bund und Kantone haben einen grossen Anteil mitfinanziert.

Nun steht die Planung für die nächste IDT (2025 in Lübeck) an und wieder muss ein Budget zusammengesucht werden, da sich niemand wirklich zuständig fühlt. Es besteht die Gefahr, dass die Schweiz 2025 keinen eigenen Auftritt an der IDT haben wird und deshalb, im Gegensatz zu Deutschland (Goethe Institut und Deutschwelle) und Österreich, kaum Sichtbarkeit erhält.

Ich bitte deshalb den Bundesrat um die Beantwortung der Fragen:

Aus welchem Grund kommt der Bundesrat seiner Absichtserklärung betreffend "sprachpolitische Kooperation und internationale Präsenz der Sprache Deutsch" nicht nach?

Ist der Bundesrat bereit den Schweizer Auftritt an der IDT 2025 in Lübeck mitzufinanzieren?

Stellungnahme des Bundesrates

1. Die Bildungszusammenarbeit zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) hat eine lange Tradition. 2012 wurde ein erstes Memorandum für einen Zeitraum von fünf Jahren unterzeichnet, das den Schwerpunkt auf Qualität, berufliche Bildung und internationale Zusammenarbeit legte. 2018 wurde dann ein neues Memorandum für 2018‒2022 erarbeitet, das die Bereiche Qualitätsentwicklung, Austausch und Mobilität sowie Anerkennungsfragen, sprachenpolitische Kooperation und internationale Präsenz der Sprache Deutsch, berufliche Bildung, Lehrerbildung, Bildung in der digitalen Welt, internationale Bildungskooperation und Auslandsschulwesen sowie Abstimmung gemeinsamer Positionen in internationalen Gremien abdeckte.Das Memorandum bildete die Grundlage zur Weiterführung der bewährten Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern auf Verwaltungsebene, weshalb die DACH-Steuerungsgruppe im Juli 2022 beantragte, das Memorandum unverändert um fünf Jahre, d. h. bis zum 31. Dezember 2027 zu verlängern. Diese Entscheidung wurde per Beschluss der Plenarversammlung der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) vom 27. Oktober 2022, mit der Unterstützung des Vorstehers des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), schriftlich niedergelegt.Das Interesse des Bundes an der Zusammenarbeit mit den deutschsprachigen Nachbarländern, einschliesslich sprachpolitische Belange, wurde folglich mehrmals bekräftigt. Darüber hinaus hat der Bund über das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation die letzte Ausgabe der Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer (IDT) in Wien 2022 mit einem Beitrag in der Höhe von 235’000 Franken unterstützt, ebenso die Internationale Delegiertenkonferenz des Internationalen Deutschlehrerverbandes (IDV) 2023 in Winterthur mit 40 000 Franken. Schliesslich nimmt die Schweiz alle zwei Jahre zusammen mit Deutschland und Österreich am DACH-Seminar zu spezifischen bildungspolitischen Fragestellungen teil. Die Schweiz ist 2024 Gastgeberin für das DACH-Seminar; die EDK ist für dessen Organisation zuständig.2. Im Dezember 2023 haben der Arbeitskreis Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache in der Schweiz (AkDaF) und der Verein der Lehrenden für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ) an Hochschulen in der Schweiz (Ledafids) beim SBFI das offizielle Gesuch um eine finanzielle Beteiligung der Schweiz an der IDT 2025 in Lübeck eingereicht. Das Gesuch wird derzeit geprüft und spätestens im Frühsommer 2024 wird darüber entschieden. Dieser Entscheid wird unter dem Vorbehalt der Beschlüsse der eidgenössischen Räte zur BFI-Botschaft 2025–2028 getroffen werden.