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Aufnahme der chronischen Nierenerkrankung in die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie)

26.3088 · Motion · 2026-03-11

Departement des Innern

Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten im Rahmen der Erarbeitung der Nachfolgelösung um die chronische Nierenerkrankung (CKD) als eigenständige nichtübertragbare Krankheit zu ergänzen. Dadurch sollen bessere Voraussetzungen für gezielte Massnahmen zur Prävention, Früherkennung, Behandlung sowie Verminderung von CKD auf allen Altersstufen geschaffen werden.

Begründung

Rund 10 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind von chronischer Nierenerkrankung (CKD) betroffen. Zwei Drittel der Betroffenen erhalten keine oder eine späte Diagnose. Unentdeckte CKD steht ursächlich an einer ganzen Reihe von ernsthaften und kostenintensiven Erkrankungen (Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfällen) Die frühzeitige Entdeckung einer Niereninsuffizienz, die sich zu einer chronischen Nierenerkrankung entwickeln kann, lohnt sich für Patientinnen und Patienten wie auch für das Gesundheitssystem.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Zahl der CKD-Fälle bis 2032 auf 1,03 Millionen steigt, was geschätzte Kosten von 4,2 Milliarden Franken pro Jahr verursachen wird. Weltweit wird CKD bis 2040 als fünfthäufigste Todesursache prognostiziert.

Obwohl die Krankheit schwerwiegend und mit hohen Kosten verbunden ist, wird in der Schweiz die Prävention von CKD vernachlässigt. Die Krankheit wird in keiner gesundheitspolitischen Strategie direkt berücksichtigt und in der NCD-Strategie weder erwähnt noch als eigenständige nichtübertragbare Krankheit gelistet. Es gibt weder nationale noch kantonale Präventions- und Früherkennungsprogramme.

Der Bundesrat bestätigt in seiner Antwort auf die Interpellation 25.3786, dass die Zahl der Personen mit chronischer Niereninsuffizienz weiter steigen dürfte, verkennt jedoch weiterhin die Dringlichkeit zum Handeln und verweist auf Massnahmen zur Reduktion von Risikofaktoren wie kardiovaskuläre Risiken, Diabetes und Bluthochdruck. Diese fehlende politische Priorisierung führt dazu, dass nicht genügend gezielte Massnahmen zur Prävention, Früherkennung und integrierten Versorgung von CKD umgesetzt werden und dass die Schweiz sich nicht an die Empfehlung von Experten hält.

Antrag des Bundesrates

Ablehnung

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat teilt die Ansicht des Motionärs in Bezug auf die Bedeutung der frühzeitigen Entdeckung von Niereninsuffizienz. Er ist sich der Gesundheitskosten bewusst, welche die chronische Nierenerkrankung – ebenso wie andere nichtübertragbare Krankheiten –verursacht. Entsprechend den Aufgaben, die ihm nach geltendem Recht übertragen wurden, stellt der Bund den Akteuren der Prävention und Gesundheitsförderung einen Referenzrahmen für die Prävention aller nichtübertragbaren Krankheiten zur Verfügung. Die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) und die Nationale Strategie Sucht (www.bag.admin.ch > Politik & Gesetze > Nationale Gesundheitspolitik > Gesundheitspolitische Strategien > Nationale Gesundheitsstrategien) haben die Verminderung von Risikofaktoren und die Stärkung von Schutzfaktoren nichtübertragbarer Krankheiten zum Ziel. Das beinhaltet insbesondere die Reduzierung von Tabakkonsum, übermässigem Alkoholkonsum und unausgewogener Ernährung, aber auch die Förderung von ausreichender Bewegung. Ein solcher Ansatz umfasst die Prävention aller nichtübertragbaren Krankheiten – die weitgehend dieselben Determinanten haben –, einschliesslich der chronischen Nierenerkrankung. Ebenso spielen bestimmte durch diese Risikofaktoren begünstigte Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck auch eine Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf anderer nichtübertragbarer Krankheiten, wie beispielsweise der chronischen Nierenerkrankung. Ein auf Risiko- und Schutzfaktoren ausgerichteter Ansatz lässt sich daher übergreifend auf alle von diesen Faktoren beeinflussten Krankheiten anwenden. Mit der Strategie, die ab 2029 die nationalen Strategien NCD und Sucht ablösen soll, wird dieser Ansatz weitergeführt. Sie soll den betroffenen Gesundheitsakteuren – insbesondere den medizinischen Fachgesellschaften, den Gesundheitsligen und den Kantonen – ermöglichen, auf nationaler Ebene koordinierte Aktionspläne und Programme zur Prävention und Früherkennung spezifischer Krankheiten zu erarbeiten und umzusetzen. Wie bereits in der Stellungnahme zur Motion Von Falkenstein 25.4673 «Nationales Myopie-Präventionsprogramm» festgehalten und gemäss der geltenden Kompetenzverteilung ist das Ziel dieser Strategie jedoch nicht, dass der Bund spezifische Präventions- oder Früherkennungsprogramme für bestimmte Krankheiten erarbeitet. Der Bundesrat beantragt folglich die Ablehnung der Motion.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.