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26.3677 · Interpellation · 2026-06-17

Justiz- und Polizeidepartement

Eingereicht

Wortlaut

Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Wie hat sich die Zahl der gemeldeten Home-Jacking-Fälle in der Schweiz, in der Westschweiz und im Genferseeraum in den letzten zehn Jahren entwickelt?

  2. Welcher Anteil dieser Straftaten ist auf Wanderkriminalität oder ausländische Kriminelle sowie auf strukturierte kriminelle Organisationen zurückzuführen?

  3. Werden die den Behörden derzeit zur Verfügung stehenden Mittel der Kriminalanalyse als ausreichend angesehen, um aktive Gruppen zu identifizieren und deren Taten zu verhindern?

  4. Welche Massnahmen gedenkt der Bundesrat vorzuschlagen, um dieses Problem zu entschärfen?

  5. Sollte eine umfassendere internationale Zusammenarbeit angestrebt werden?

  6. Sollten im Zusammenhang mit diesem kriminellen Phänomen Änderungen des Strafgesetzbuchs vorgeschlagen werden?

Begründung

Ende Mai erfuhren wir, dass eine Familie aus Nyon Opfer von «Home-Jacking» geworden war, d. h., Personen sind in ein bewohntes Haus eingedrungen, um dort unter Androhung oder Anwendung von Gewalt einen Raub zu begehen. Dies stellt eines der schwerwiegendsten Vermögensdelikte dar. Im Gegensatz zum herkömmlichen Einbruch zielt die Straftat nicht nur auf das Eigentum der Opfer ab, sondern auch auf deren körperliche und psychische Unversehrtheit. Sie beeinträchtigt ein grundlegendes Gut: die Sicherheit im eigenen Zuhause.

Die Schweiz ist bekannt für dieses Gefühl der Sicherheit und als Ort, an dem es sich gut leben lässt.

In den letzten Jahren haben jedoch mehrere Fälle in der Westschweiz deutlich gemacht, dass diese Art von Kriminalität besonders besorgniserregend ist. Die Täter und Täterinnen handeln oft zielstrebig, nachdem sie ihre Opfer und deren Gewohnheiten ausgemacht haben. Die beobachteten Vorgehensweisen lassen mitunter auf eine ausgeprägte Organisation, eine hohe geografische Mobilität und Verbindungen zu strukturierten kriminellen Netzwerken schliessen.

Diese Entwicklung zeigt, dass die Kriminalanalyse, die interkantonale, bundesweite und internationale Zusammenarbeit sowie die Fähigkeit der Behörden, aktive Gruppen rasch zu identifizieren und deren Bewegungen vorauszusehen, zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Angesichts der wachsenden Besorgnis in der Bevölkerung über solche Home-Jacking-Fälle erscheint die Frage berechtigt, ob die derzeit eingesetzten Mittel angemessen sind, um diese Straftaten zu verhindern, die Täter und Täterinnen zu identifizieren und die Netzwerke zu zerschlagen, die Home-Jacking fördern können.