26.3689 · Interpellation · 2026-06-17
Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
Eingereicht
Wortlaut
Die jüngsten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) für das erste Quartal 2026 zeigen für die chemisch-pharmazeutische Industrie einen markanten Rückgang der realen Wertschöpfung um -3,4 Prozent (SECO, Publikation “Bruttoinlandprodukt im 1. Quartal 2026”, 1. Juni 2026). Gleichzeitig sind die Exporte in diesem Sektor um 10 Prozent eingebrochen. Dies stellt keinen isolierten Ausreisser dar, sondern markiert eine negative Entwicklung, die sich nun bereits im vierten Quartal in Folge manifestiert. Da die chemisch-pharmazeutische Industrie sowohl bezüglich der Wertschöpfung als auch beim Export die tragende Säule der Schweizer Wirtschaft bildet, ist dieser anhaltende Negativtrend äusserst besorgniserregend für die gesamtwirtschaftlichen Aussichten unseres Landes.
Vor diesem Hintergrund wird der Bundesrat gebeten folgende Fragen zu beantworten:
Welche Faktoren und Ursachen (z.b. internationale Wettbewerbssituation, regulatorische Hürden) bewirken gemäss Analyse des Bundesrates diesen anhaltenden Negativtrend bei der nominalen und realen Wertschöpfung und Exporten der chemisch-pharmazeutischen Industrie?
Wie beurteilt der Bundesrat, dass die nominale Wertschöpfung aktuell auf gleich tiefem Niveau liegt wie vor 5 Jahren? Welche Rolle spielen die Preise in der Entwicklung der nominalen Pharmawertschöpfung?
Berücksichtigt der Bundesrat den negativen Trend in der Pharmabranche in seinen Prognosen zum Arbeitsmarkt, zu den Steuereinnahmen und zum BIP-Wachstum?
Falls nicht, welche mittelfristigen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen – insbesondere auf den Arbeitsmarkt, die Steuereinnahmen und das BIP-Wachstum – prognostiziert der Bundesrat, sollte sich dieser Trend weiter fortsetzen?
Sieht der Bundesrat aufgrund der vorliegenden Situation dringenden Handlungsbedarf? Falls ja, welche konkrete Massnahmen plant er in naher Zukunft, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu stärken (wie Abbau regulatorischer Hürden, verbesserter Marktzugang, Innovationsförderung)?