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26.3754 · Interpellation · 2026-06-18

Departement des Innern

Eingereicht

Wortlaut

Gemäss Informationen des BAG sind die Medikamente 2024 mit über 9,2 Milliarden Franken der zweitgrösste Kostenblock bei den Gesundheitsausgaben, die über die OKP finanziert werden. Die Kosten für Medikamente sind in den letzten zehn Jahren um 50% gewachsen. Insbesondere aufgrund neuer, teurer Medikamente zur Behandlung von Krebs, seltenen Erkrankungen, Diabetes und Übergewicht...

...Gemäss verschiedenen Medienberichterstattungen vom 7. Juni 2026, ergab nun auch noch eine neue Studie, dass zumindest eine Krebstherapie deutlich zu hoch dosiert war (Artikel «Die Hälfte wäre genug» erschienen im SonntagsBlick vom 7. Juni 2026). ...

Deshalb bitte ich Sie, mir folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie beabsichtigt der Bundesrat sicherzustellen, dass die Dosierungsschemata neuer Arzneimittel den tatsächlichen therapeutischen Bedürfnissen entsprechen, und dass dadurch erhebliche Mehrkosten aufgrund potenziell überhöhter Dosierungen vermieden werden?

  • Beabsichtigt der Bundesrat, die systematische Evaluation des Kosten-Nutzen-Verhältnisses innovativer Arzneimittel nach deren Markteinführung zu verstärken und die Preise anzupassen, sofern der tatsächlich beobachtete Nutzen hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibt?

  • Wie beurteilt der Bundesrat die Auswirkungen des zunehmenden Einsatzes von Künstlicher Intelligenz auf die Kosten der Forschung und Entwicklung neuer Arzneimittel, und wie stellt er sicher, dass allfällige Effizienzgewinne auch in Form tieferer Preise an die Prämienzahler weitergegeben werden?

  • Wäre es im Zusammenhang mit dem Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht sinnvoll, zunächst den Medikamentenpreis tief anzusetzen, und erst dann anzuheben, sofern der tatsächlich beobachtete Nutzen den Erwartungen entspricht? Und wie ist es heute, wenn der tatsächlich erwartete Nutzen nicht erreicht wird und der Preis nach unten korrigiert werden soll. Werden dann die zu hoch bezahlten Preise an die Prämienzahler zurückvergütet?

  • Welche konkreten Massnahmen beabsichtigt der Bundesrat zu ergreifen, um die Therapietreue der Patienten zu verbessern und damit unnötige Folgekosten durch ineffektive Behandlungen zu vermeiden?

  • Welche Massnahmen sieht der Bundesrat vor, um die Verschreibungsmengen, die Abgabepraktiken sowie die Packungsgrössen besser auf den tatsächlichen Bedarf abzustimmen und damit die Vernichtung ungenutzter Medikamente zu reduzieren?