preparatory:AB 118012
Gilli Yvonne · Nationalrat · St. Gallen · Grüne Fraktion · 2011-04-12
Wortprotokoll
Die Fraktion der Grünen bittet Sie, den Antrag der Minderheit II zu unterstützen.
Nationale Programme sind selbstverständlich themenspezifisch. Sie können aber nur dann effizient und fokussiert durchgeführt werden und entsprechend wirksam sein, wenn sie zielgruppenspezifisch gefasst sind. Eine höhere Effizienz, ein besserer Fokus und dadurch auch eine grössere Wirksamkeit der Präventionsprogramme sollten auch all jenen, die diesem Gesetz kritisch gegenüberstehen, ein zentrales Anliegen sein. Zudem kann durchaus eine vorerst kleine Zielgruppe, die nicht korrekt adressiert wird, in der gesamten Gesellschaft eine schwerwiegende Wirkung erzielen, weil sie von präventiven Anstrengungen mangelhaft erreicht worden ist. Als Beispiel sei die HIV/Aids-Prävention genannt, bei welcher die Schweiz sehr erfolgreich agiert. Vernachlässigt man aufgrund von gesellschaftlichen Tabus gewisse betroffene Zielgruppen, z. B. in gleichgeschlechtlichen Beziehungen lebende oder in der Prostitution tätige Menschen, so verbreitet sich die Infektion früher oder später in der gesamten Bevölkerung; das gilt sowohl für die Zielgruppe der Homosexuellen wie auch für die Zielgruppe der in der Prostitution tätigen Menschen. Es gibt hierzu viele Beispiele aus anderen Ländern, in denen die Aids-Epidemie genau aus diesem Grund völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Die Schweiz hat diese Aufgabe exzellent gelöst. Wir haben eine relativ hohe Rate an Ansteckungen in gewissen Zielgruppen, aber eine sehr niedrige über die gesamte Bevölkerung, und das eben, weil unsere präventiven Anstrengungen themen- und zielgruppenspezifisch erfolgen. Das ist das Erfolgsrezept einer fokussierten und effizienten Prävention.