Wicki Franz · Ständerat · 2001-06-20
Wicki Franz · Ständerat · Luzern · Christlichdemokratische Fraktion · 2001-06-20
Wortprotokoll
Wir haben eine Motion zum Thema "Minergie" vor uns. Wenn ich hier eine Umfrage machen würde, worüber wir heute beschliessen, würde die Frage wahrscheinlich lauten, ob man den Begriff "Minergie" überhaupt erklären kann. Daher erlaube ich mir als Mitglied der Kommission, etwas zu diesem Begriff zu sagen.
Etwa Mitte der Neunzigerjahre kam der Begriff "Minergie" ins Spiel. Vorher hatten wir ja die Musterverordnungen; die Einhaltung des Minergie-Standards geschieht auf freiwilliger Basis. Wir haben festgestellt: Von den Kantonen wird der Standard gefördert; und das ist eine Bedingung, zum Beispiel für Förderprogramme.
Der Minergie-Standard zielt nicht mehr auf die Gebäudehülle ab. Man hat ein anderes System, einen anderen Ansatz, gewählt. Der Minergie-Standard begrenzt die Energie, die einem Gebäude zugeführt wird. Dieser Grenzwert liegt bei rund 45 Kilowattstunden pro Quadratmeter, auf das Jahr bezogen, und umfasst die Wärme für Heizung und Warmwasser. Innerhalb des Gebäudes ist es dann dem Planungsteam überlassen, wie dieser Grenzwert eingehalten werden kann. Dies kann mit Technik, d. h. mit Brennstoffen - Holz, Öl oder Gas -, Wärmepumpen oder Solaranlagen, geschehen. Dabei kann die Gebäudehülle unterschiedliche Dammstärken enthalten. Je nach Wärmeerzeugungsart muss das Gebäude besser oder schlechter gedämmt werden, um den Standard zu erreichen. Wir sehen also die Stossrichtung von Minergie. Es sollen möglichst viel erneuerbare Energien eingesetzt werden, und wenn schon mit Strom Wärme erzeugt wird, muss dies dann über den Umweg der Wärmepumpen erfolgen. Das ist die Stossrichtung dieser Vorlage, die Stossrichtung von Minergie.
Ich bin der Überzeugung, es ist richtig, die Motion zu überweisen.