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preparatory:AB 170304

Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2014-12-11

Wortprotokoll

Auch ich habe mich in der Kommission für das Postulat entschieden und ihm zugestimmt, und zwar mit der Absicht, dass hier bei dieser Frage einmal eine vertiefte Analyse vorgenommen wird.

Ich kann es verstehen, dass die Titelfrage in einer globalisierten Berufswelt für die Betroffenen von eminenter Bedeutung ist und dass die Berufsleute den Wunsch nach international verständlichen Titeln haben. Das gilt vor allem dann, wenn sie im Ausland arbeiten wollen. Es ist so: Vor allem bei der höheren Berufsbildung gibt es noch ein Positionierungsproblem. Ich weiss, dass das Staatssekretariat zusammen mit dem Bundesrat daran ist, dieses Problem zu lösen. Die Möglichkeiten sind aber einfach noch zu wenig bekannt. Die vielfältigen Titel, die dort verwendet werden, sind auch nicht unbedingt hilfreich, um die Klarheit und auch die Qualität der höheren Berufsbildung auszudrücken.

In der Debatte in der Kommission wurde uns der nationale Qualifikationsrahmen vorgestellt, der jetzt in Kraft treten soll und der auch einen starken Bezug zum europäischen Qualifikationsrahmen hat; er ist referenziert und macht die Qualifikationen der einzelnen Berufsabschlüsse international vergleichbar. Das ist eine gute Sache. Aber auf der praktischen Ebene handelt es sich nachher um ein zweiseitiges englisches Diploma Supplement, das die Titelfrage lösen soll. Da habe ich also, ehrlich gesagt, meine Zweifel.

Die ersten Vorschläge, die vorliegen, um diese Internationalisierung der Titel vorzunehmen, sind auch nicht berauschend übersichtlich. Als Beispiel nenne ich Ihnen den Titel "Higher Professional Degree in Mechanical Engineering" im IT-Bereich oder, weil wir ja so gerne über die Landwirtschaft [PAGE 1308] reden, das "Agriculture Assistant VET Certificate"; es ist ja auch nicht unbedingt glasklar, worum es dabei geht.

Was ich Ihnen sagen möchte: Ich finde es sehr gut, dass das jetzt einmal à fond abgeklärt wird, am liebsten vom Staatssekretariat zusammen mit den Verbundpartnern, mit den Organisationen der Arbeitswelt, damit wir dann wirklich einen Überblick haben.

Ein Argument gegen die Motion kann ich echt nicht nachvollziehen, das möchte ich hier klar sagen: In den vielen Zuschriften, die wir bekommen haben, wurde geschrieben, dass der "Professional Master" neben den akademischen Titeln der Hochschulen als Master zweiter Klasse wahrgenommen werde. Diese Logik kann ich nicht nachvollziehen. In dieser Logik würde es nämlich heissen, dass der Uni-Master erste Klasse ist, der FH-Master zweite Klasse und der Professional Master dritte Klasse. Ich glaube, so können wir die Sache nicht angehen. Das hört sich ganz leise nach akademischem Dünkel an. Deshalb ist es wichtig, dass wir diesen Bericht zur Ausgangslage bekommen.

Einfach als Hinweis: Wenn die internationalisierten Titel dann so kompliziert daherkommen, wie ich es Ihnen vorher dargelegt habe, werden sie für die betroffenen Berufsleute wohl keine Lösung sein. Dann fände ich den Titel "Business Professional" weit besser, ganz nach dem Motto "keep it simple and clear". Dazu möchte ich aber zuerst den Bericht abwarten.

Für mich ist der Vorschlag der Motion Aebischer Matthias damit nicht gestorben. Vielmehr braucht es allenfalls fundiertere Überlegungen. Ich werde darum dem Postulat zustimmen und die Motion nicht ablehnen.