preparatory:AB 195022
von Siebenthal Erich · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2016-03-02
Wortprotokoll
Das Verhalten von Kollege Wasserfallen spricht für die Qualität seines Minderheitsantrages. Für die SVP ist es wichtig, dass wir in diese Waldgesetzrevision wirklich auch Verbesserungen einbringen, die die Waldwirtschaft stärken. Heute haben wir die Situation, dass die Forstbetriebe defizitär sind. Die Erträge aus Holz sind so tief, dass in einer zunehmenden Zahl von Fällen keine Bewirtschaftung mehr stattfindet, es sei denn, die Gemeinden, die Kantone oder der Staat seien bereit, für das Defizit aufzukommen.
Ich spreche nun zu Artikel 34b und Artikel 38a Absatz 1 Buchstabe g.
Bei Artikel 34b, "Verwendung von Holz in Bauten mit öffentlicher Finanzierung", halten wir fest und unterstützen den Einzelantrag von Siebenthal. Es ist unerlässlich, dass diese Waldgesetzrevision Lösungen festlegt, die der katastrophalen Situation des Holzmarktes, die schon über Jahrzehnte andauert, Rechnung trägt. Es geht nicht um finanzielle Unterstützung, sondern um Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, unsere Wälder wieder zu bewirtschaften. Wenn wir unsere Wälder bewirtschaften, hat dies nur positive Auswirkungen: Der Wald wird widerstandsfähig für die zukünftigen Herausforderungen, die Transportwege sind kurz, das Holz kommt aus einem nachhaltig bewirtschafteten Wald. Unser Waldgesetz ist das strengste auf der ganzen Welt. Ein bewirtschafteter Wald hat die höchste Biodiversität, weil Licht hineinkommt. Und die nachgelagerte Verarbeitung wird nicht gänzlich ins Ausland verlegt, sondern bekommt wieder eine Perspektive in der Schweiz.
Bei Artikel 38a Absatz 1 Buchstabe g geht es um die Möglichkeit, dass Erschliessungen vom Bund unterstützt [PAGE 115] werden. Die aktive Waldbewirtschaftung mit der heutigen Technik ist auf Wege und Strassen angewiesen, die befahren werden können. Wenn die Ziele der Waldstrategie 2020 sowie der Energiestrategie 2050 des Bundesrates in Sachen vermehrte Nutzung nicht nur Papier bleiben sollen, braucht es diese Unterstützung vonseiten des Bundes klar.
Heute haben wir im erschwerten Gelände die bewährte Technik der Seilkransysteme. Aber gerade für diese erfolgreiche Art der Bewirtschaftung braucht es Wege, die fahrtauglich sind. Es geht nicht darum, einfach neue Strassen zu bauen, die nicht notwendig sind.
Ich frage Sie, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Frau Bundesrätin: Ist es Ihnen lieber, das verarbeitete Holz über Hunderte von Kilometern in unser Land zu transportieren, für die Energie in Form von Heizöl weiterhin abhängig von Staaten zu sein, die korrupt sind, und es hinzunehmen, dass die Wertschöpfung in unserem Lande gleich null ist? Ich bin überzeugt, dass wir hier keine Differenzen haben. Aber wenn wir an diesem Zustand etwas ändern wollen, braucht es Taten, damit wir unseren einmaligen Rohstoff Holz zu konkurrenzfähigen Preisen schlagen können. Ich bitte Sie eindringlich, heute und hier ein klares Zeichen zu setzen zugunsten unseres einmaligen und in grossen Mengen vorhandenen Rohstoffes Holz. Da sind zwei Eckwerte dieser Revision, Erschliessung und Schweizer Holz, von sehr grosser Bedeutung.
Ich bedanke mich für Ihre Unterstützung.