preparatory:AB 341999
Wasserfallen Flavia · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2024-06-13
Wortprotokoll
Ich möchte kurz Stellung nehmen, weil mein Vorredner, der geschätzte Kollege Hegglin, auch ein Projekt aus meinem Kanton erwähnt hat. Es ist das Réseau de l'Arc. Es zeigt auch für mich eine spannende Vorgehensweise auf, die mit der Zusammenarbeit von Kanton, Leistungserbringern, einem Privatspital, weiteren Leistungserbringern und einer Krankenkasse genau in diese Logik der integrierten Versorgung passt. Das geschieht mit dem "Full capitation"-Ansatz, mit einem Globalbudget. So können wesentliche Fehlanreize, die wir heute im System haben, ausgemerzt werden. Ich bin auf die Ergebnisse dieses Projekts sehr gespannt, das jetzt in dieser Region starten kann. Es wird sich zeigen, ob dieser Ansatz funktioniert.
Ich habe dieser Diskussion gut zugehört. Ich kann einfach immer noch nicht verstehen, warum diese Opposition besteht. Es wird in keiner Art und Weise ein Zwang eingeführt. Wir gestalten, wir erweitern das KVG, wir machen es flexibler. Wenn ein solches Projekt wie das Réseau de l'Arc funktioniert, gute Qualität bringt und sogar effizienter arbeitet, geben wir den Kantonen die Möglichkeit - es ist eine Kann-Formulierung -, dieses Versorgungsnetz zu erweitern und weiteren Versicherten zugänglich zu machen.
Es muss unser Ziel sein, dass es nicht überall isolierte gute Projekte gibt, die aber nicht erweitert und mehr Menschen zugänglich gemacht werden können. Es gibt also in keiner Art und Weise einen Zwang. Die bestehenden Modelle werden mit dieser Einführung überhaupt nicht beeinträchtigt.
Was auch ein ganz wichtiges neues Element ist, ich habe es im Eintretensvotum erwähnt: Wir geben die neue Möglichkeit, solche Versorgungsnetzwerke attraktiv zu machen. Wir tun dies nicht nur mit Prämienrabatten, wie sie heute funktionieren - der Mechanismus wurde erklärt -, wir tun dies auch mit der Möglichkeit, den Selbstbehalt wegzulassen oder zu reduzieren. Das ist eine wesentliche Neuerung, die eben heute nicht besteht. Auch da gestalten wir das KVG flexibler und erweitern es, sodass wir diese Möglichkeit einführen können, die heute nicht gegeben ist. Somit würden wir auch den Zugang für Menschen attraktiver gestalten, die eben multimorbid sind, die vielleicht etwas älter sind und mehr Gesundheitskosten verursachen.
Ich kann die Opposition wirklich nicht verstehen. Wir zwingen niemanden, irgendetwas zu tun, was er nicht möchte, aber wir geben hier wichtige Möglichkeiten, die koordinierte Versorgung zu verstärken.
Ich bitte Sie deshalb, der Mehrheit zu folgen.