preparatory:AB 362864
Wasserfallen Flavia · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-09-18
Wortprotokoll
Ich kann das Votum des Kommissionssprechers nicht einfach unwidersprochen im Raum stehenlassen, weil in Bezug auf das Thema Arzneimittelknappheit doch ein bisschen Kraut und Rüben vermischt wurden. Herr Kollege Germann, Arzneimittelknappheit haben wir aus sehr vielfältigen Gründen. Die Produktionsketten und die Lieferketten sind sehr aufwendig, sie sind sehr komplex. Wirkstoffe werden zum Teil nur an einem Ort produziert. Ein Medikament besteht aus verschiedenen Wirkstoffen, diese müssen zusammengesetzt werden usw. Es ist aufwendig. Aber ich kann Ihnen sagen: Es kann sein, dass Sie zum Pädiater gehen und dann feststellen, dass ein einfacher Ibuprofen-Sirup für Ihr Kind in der Schweiz nicht mehr verfügbar ist, aber im EU-Raum schon. Denn die EU kann eine viel grössere Einkaufsgemeinschaft gegenüber den Lizenzinhabern bilden, das ist dann eben ein Vorteil. Wir hingegen sind ein kleiner Markt. Hier einfach zu sagen, das BAG sei schuld, wenn gewisse Arzneimittel nicht verfügbar sind, weil sie nicht gelistet sind, finde ich eine sehr verkürzte Aussage.
Es geht bei dieser Motion nicht um Krebstherapie-Medikamente, um hochpreisige, komplexe Medikamente. Wir haben beschrieben, um welche Medikamente es geht. Es sind in erster Linie Generika, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker [PAGE 937] usw., die im Handling nicht komplex sind und bei denen es auch nicht darum geht, eine sehr aufwendige Begleittherapie zu machen.
Wir können die Arzneimittelknappheit gerne diskutieren. Sie ist vielfältig. Dagegen haben wir auch bereits verschiedene Massnahmen ergriffen. Es müssten wahrscheinlich noch weitere folgen. Aber es gibt Fälle, und diese Aussage kam von der Verwaltung immer wieder, in denen es eben ein Arzneimittel, das in der Schweiz fehlt, im nahen Ausland durchaus gibt. Die Ärzte müssen diese Arzneimittel dann in aufwendigen Verfahren direkt importieren, weil das nur unter ganz strengen Ausnahmebedingungen möglich ist. Diese Fälle gibt es, und das ist nicht das Problem des BAG. Das wollte ich einfach noch festhalten.