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preparatory:AB 186406

Büchler Jakob · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion CVP-EVP · 2015-06-08

Wortprotokoll

Die Subkommission EDA/VBS der GPK des Nationalrates besuchte am 5. Februar 2015 das Rekrutierungszentrum Windisch im Kanton Aargau. Unsere Delegation wurde vom Kommandanten des Rekrutierungszentrums, Oberst Markus Elsener, begrüsst und empfangen. In Windisch werden pro Jahr rund 9300 Stellungspflichtige aus den Kantonen Aargau, Basel-Stadt und Baselland, Solothurn, Luzern, Ob- und Nidwalden und Uri rekrutiert. Dabei wird die Tauglichkeit der Stellungspflichtigen für den Militärdienst und den Schutzdienst festgestellt und die Zuteilung zur Armee oder zum Zivilschutz durchgeführt. Bereits bei der Grundrekrutierung wird festgestellt, ob ein Potenzial für eine spätere Kaderlaufbahn als höherer Unteroffizier oder Offizier vorhanden ist. Die Eignungsprüfung für zukünftige Fahrer der Armee wird ebenfalls durchgeführt.

Insgesamt sind in Windisch 65 Mitarbeitende im Einsatz, 32 Prozent sind Männer und 68 Prozent Frauen; damit ist die Frauenquote deutlich übertroffen. 94 Prozent sind Zivilpersonen, und nur 6 Prozent sind militärisches Personal. 25 Prozent arbeiten in Vollzeitstellen, 75 Prozent mit reduziertem Beschäftigungsgrad. Im Rekrutierungszentrum Windisch wird das ganze Jahr von Montag bis Freitagabend gearbeitet. Es sind keine Betriebsferien vorgesehen, ausser an den Weihnachts- und Neujahrstagen.

Die Rekrutierung wird in verschiedenen Abteilungen durchgeführt. Die medizinische, die psychologische, die sportliche Leistung werden geprüft und aufgezeichnet. Ein sehr wichtiger Teil ist die Personensicherheitsprüfung. Die medizinische Untersuchung wird durch Fachärzte durchgeführt. Dabei wird ein EKG erstellt, sowohl im Ruhezustand wie auch unter Belastung. Der Lungenfunktions-, der Seh- und der Hörtest geben über die gesundheitliche Verfassung Auskunft. Dazu gehören Laboruntersuchungen zu Leberwerten, Hepatitis B und C, ein HIV-Test und die Bestimmung der Blutgruppe. Verschiedene Impfungen werden angeboten. Impfungen und Blutentnahmen sind freiwillig, werden aber empfohlen. Dazu werden Einverständniserklärungen unterzeichnet, damit nachträglich keine Beschwerden eingereicht werden können.

Die Tauglichkeit aus medizinischer Sicht wird von den Rekrutierungsärzten in einem persönlichen Gespräch mit den Stellungspflichtigen abgeklärt. Dabei wird entschieden, ob der Stellungspflichtige militärdienst- oder zivilschutztauglich oder dienstuntauglich ist, ob eine Nachrekrutierung in drei bis sechs Monaten angezeigt ist oder ob eine Zurückstellung um ein bis zwei Jahre beantragt wird.

Die psychologischen Abklärungen sollen aufzeigen, ob psychische Schwierigkeiten vorliegen, die für den Militärdienst problematisch sein könnten. Dazu gehören die persönliche Belastbarkeit, die kognitive Fähigkeit und die Einstellung zum Militär. Es werden Fragen gestellt nach dem Konsum von Drogen und nach bereits erfolgten psychiatrischen Behandlungen.

Ein besonderes Augenmerk wird auf die Personensicherheitsprüfung gelegt. Die Prüfung umfasst abgeschlossene und laufende Strafverfahren und deren Eintrag im Strafregister oder im Fahndungsregister. Alle diese Angaben sind wichtig für die Überlassung der persönlichen Waffe.

Die Bestimmung der sportlichen Leistungsfähigkeit gehörte schon in früheren Jahren zu den Kernanliegen der Rekrutierung. Ein Ungleichgewicht bei individueller körperlicher Fitness und Belastbarkeit im militärischen Alltag führt zu erhöhten Verletzungsraten und reduziert die militärische Leistungsfähigkeit der Truppe. Die sportliche Leistungsfähigkeit liefert Hinweise für die militärische Einteilung und die Eignung für den Militärdienst. Die Sportprüfung bringt sehr genaue Angaben über die konditionelle Verfassung der Schweizer Jugend. Mehr Sport und besserer Sport führen zu weniger Verletzungen. Vorzeitige Entlassungen werden damit vermieden, und die Motivation und die Stressresistenz werden erhöht.

Die Subkommission hat einen sehr guten Eindruck von der Planung und vom Betrieb des Rekrutierungszentrums Windisch erhalten. Die Kommission hat festgestellt, dass beim Anteil der Dienstuntauglichen grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen bestehen. An der Spitze steht Appenzell Innerrhoden mit 8,9 Prozent Dienstuntauglichen, während am Schluss der Kanton Zürich mit einem Anteil von 39 Prozent um einiges schlechter dasteht.

Das Rekrutierungszentrum Windisch gehört zu den sechs Zentren, die über die ganze Schweiz verteilt sind.