preparatory:AB 374377
Pfister Martin · Bundesrat · Zug · 2026-04-30
Wortprotokoll
Die Motion Klopfenstein Broggini 24.3460 fordert den Bundesrat auf, eine Kommunikationskampagne zur Aufwertung der Schweizer Bekleidungs- und Textilindustrie zu lancieren. Zudem soll eine nationale Strategie zur Wiederverwertung von Kleidern umgesetzt werden.
Wir haben in der Schweiz seit Jahrzehnten ein gut funktionierendes System für Alttextilien. Dieses wird durch private Organisationen getragen und finanzierte sich bisher aus den Erlösen des Verkaufs solcher Textilien. Seit der Beantwortung dieses Vorstosses durch den Bundesrat im August 2024 ist allerdings viel passiert. Die Menge von qualitativ minderwertigen Textilien steigt rasant an. Die Europäische Union hat eine Pflicht für die Sammlung von Alttextilien eingeführt. Das führt zu einer Übersättigung des internationalen Marktes für Altkleider und zu tieferen Preisen.
Der Bundesrat beobachtet die genannten Entwicklungen im Alttextilmarkt aufmerksam. Eine von der Motionärin geforderte nationale Kommunikationskampagne zur Aufwertung der Schweizer Bekleidungs- und Textilindustrie ist trotz veränderter Ausgangslage weiterhin nicht zielführend. Die qualitativ minderwertigen Textilien stammen in aller Regel aus dem Ausland. Eine Kommunikationskampagne zur Aufwertung der Schweizer Textilindustrie würde den Sparbemühungen des Bundes im Bereich der Kommunikation entgegenstehen und hätte kaum einen Effekt. Zudem unterstützt der Bund bereits mehrere Initiativen der Wirtschaft, welche sich für eine nachhaltige Textilbranche in der Schweiz einsetzen. Dazu gehört beispielsweise die Initiative Sustainable Textiles Switzerland.
Eine nationale Strategie zur Wiederverwendung von Kleidern ergibt für qualitativ minderwertige Ware keinen Sinn. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass das derzeitige Sammelsystem für Alttextilien aufgrund der sinkenden Preise auf dem internationalen Markt unter Druck steht. Das UVEK steht in Kontakt mit der Branche, insbesondere mit dem Verband Fabric Loop.
Der Bundesrat beantragt Ihnen die Ablehnung der Motion.