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Gysin Remo · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2007-09-26

Wortprotokoll

Nachdem ich über die Bücher gegangen bin, möchte ich eine Frage präziser beantworten. Die Quelle für das Gesamte ist die Weltbank. Sie schätzt, dass die Hälfte des weltweiten Holzschlages illegal ist. Was die Schweiz betrifft, gibt es eine Studie des WWF von 2005. Ich habe sie nicht hier, aber ich habe das Pressebulletin hier; das gebe ich Ihnen gerne.

Diese Million Kubikmeter illegal geschlagenen Holzes entspricht zwar nur 1 Prozent, wie die Frau Bundesrätin sagt. Aber wenn Sie ein Bild dafür wollen, was das bedeutet: Das illegal gefällte Holz, das in die Schweiz gelangt, entspricht einer Kolonne mit Holz beladener LKW von Warschau bis Zürich. Das entnehme ich auch der WWF-Studie.

Es haben sich praktisch alle Verbände der Holzwirtschaft, der Entwicklungshilfe, des Umweltschutzes, der Wirtschaft überhaupt mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Ich möchte noch einmal unterstreichen: Die Pflicht zur Deklaration von Holzart und -herkunft ist ein marktwirtschaftliches Instrument. Es schafft Transparenz für alle Seiten. Das ist im Einklang mit den WTO-Richtlinien. Wir haben eine klare, verständliche Deklaration bei anderen Gütern des täglichen Bedarfs, z. B. bei den Lebensmitteln. Das ist längst selbstverständlich. Alle, die daran beteiligt sind, haben das als Gewinn erlebt. Das ist heute nicht mehr wegzudenken. Aber die Diskussion fing ähnlich an, wie wir es auch heute von den Bedenkenträgern gehört haben. Aber es ist machbar. Ich möchte hiermit nur zeigen, dass es nichts Neues ist. Das ist etwas, was in anderen Branchen bereits umgesetzt ist. Es beruht auch im Holzbereich zum Teil auf freiwilliger Basis. Ich habe dazu eine Zahl von 40 Prozent in meiner Erinnerung. Aber alle Bemühungen, die der Bundesrat und die privaten Verbände unternehmen und die die WAK auch anerkennt, reichen nicht. Es braucht zusätzliche Schritte, und darum bitten wir Sie.

Die Schweiz ist im internationalen Verbund in der ITTO aktiv. Sie redet mit Ländern wie Indonesien oder Malaysia - Sie erinnern sich an Bruno Manser, an die Penan. Das sind Länder, die wir als Partner in der Wirtschaft schätzen, die uns aber in diesen Fragen seit über zehn Jahren an der Nase herumführen. Die treiben Windowdressing, indem sie sagen, sie würden sich bemühen, und dann machen sie das Gegenteil. Schauen Sie, wie die Holzschlagkonzessionen verteilt werden. Ähnliches gilt für Brasilien und Afrika. Wir müssen - da bin ich einverstanden - international, im Verbund mit anderen Ländern, tätig werden. Das ist Gegenstand einer anderen Motion, die auch noch auf dem Tisch liegt. Aber das entbindet uns nicht davon, auch selber für unseren internen Markt, gegenüber unseren Konsumentinnen und Konsumenten, verantwortlich zu handeln. Das ist nicht ein Problem eines anderen Landes. Wir stehen hier in der Verantwortung. Der Ständerat hat hierzu eine Weiche gestellt.

Ich bitte Sie im Namen der Mehrheit der WAK, hier dem Ständerat zu folgen.

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