Lexipedia

AS 2002 683

Protokoll Nr. 6 vom 28. April 1983 zur Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten über die Abschaffung der Todesstrafe

Protokoll Nr. 6 vom 28. April 1983 zur Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten über die Abschaffung der Todesstrafe

SR 0.101.06; AS 1987 1807

I Geltungsbereich des Protokolls Nr. 6 am 1. Februar 2002, Nachtrag1 Vertragsstaaten Ratifikation In-Kraft-Treten

Albanien 21. September 2000 1. Oktober 2000 Andorra 22. Januar 1996 1. Februar 1996 Belgien 10. Dezember 1998 1. Januar 1999 Bulgarien 29. September 1999 1. Oktober 1999 Estland 17. April 1998 1. Mai 1998 Georgien 13. April 2000 1. Mai 2000 Griechenland 8. September 1998 1. Oktober 1998 Irland 24. Juni 1994 1. Juli 1994 Kroatien 5. November 1997 1. Dezember 1997 Lettland 7. Mai 1999 1. Juni 1999 Litauen 8. Juli 1999 1. August 1999 Mazedonien 10. April 1997 1. Mai 1997 Moldova 12. September 1997 1. Oktober 1997 Polen 30. Oktober 2000 1. November 2000 Rumänien 20. Juni 1994 1. Juli 1994 Slowenien 28. Juni 1994 1. Juli 1994 Ukraine* 4. April 2000 1. Mai 2000 Vereinigtes Königreich 20. Mai 1999 1. Juni 1999 Guernsey 20. Mai 1999 1. Juni 1999 Insel Man 20. Mai 1999 1. Juni 1999 Jersey 20. Mai 1999 1. Juni 1999 Zypern* 19. Januar 2000 1. Februar 2000 * Vorbehalte und Erklärungen siehe hiernach.

1 Diese Veröffentlichung ergänzt die früheren in AS 1987 1809, 1990 228, 1991 792 und 1993 2989.

2001-2832 683

Menschenrechte und Grundfreiheiten AS 2002

II Erklärungen Ukraine In einem Urteil vom 29. Dezember 1999 hat das Verfassungsgericht der Ukraine die Bestimmungen des ukrainischen Strafgesetzbuches, welche die Todesstrafe vor- sahen, für verfassungswidrig erklärt. Mit dem ukrainischen Gesetz vom 22. Februar

2000 über «die Einführung von Änderungen des Strafgesetzbuches, der Straf-

prozessordnung und des Arbeitserziehungsgesetzes» ist das Strafgesetzbuch der Ukraine in Übereinstimmung mit obgenanntem Urteil des Verfassungsgerichts der Ukraine gebracht worden. Die Todesstrafe ist durch lebenslange Haftstrafe ersetzt worden (Art. 25 des ukrainischen Strafgesetzbuches). Das ukrainische Gesetz über «die Ratifizierung des Protokolls Nr. 6 zur Konvention zum Schutz der Menschen- rechte und Grundfreiheiten über die Abschaffung der Todesstrafe von 1983» sieht die Beibehaltung der Todesstrafe für in Kriegszeiten verübte Straftaten vor; dazu sind die notwendigen Änderungen in der geltenden Gesetzgebung vorzunehmen. Sind diese Änderungen eingeführt, wird sie die Ukraine dem Generalsekretariat des Europarates gemäss Artikel 2 des Protokolls Nr. 6 übermitteln.

Zypern In Anwendung von Artikel 2 des Protokolls teilt Zypern mit, dass die Todesstrafe gemäss dem Militärstraf- und Strafprozessgesetz in seiner nach dem Gesetz Nr. 40 von 1964 geänderten Fassung auf die folgenden Straftaten anwendbar bleibt: – Verrat (Art. 13); – Aufgabe eines anvertrauten Postens durch einen militärischen Befehlshaber (Art. 14); – Kapitulation auf dem Feld durch den befehlshabenden Verantwortlichen – Anstiftung oder Anführen einer Revolte innerhalb der Streitkräfte (Art. 42 [2]); – Weitergabe eines militärischen Geheimnisses an einen fremden Staat, Spion oder Agenten (Art. 70 [1]); – Anstiftung oder Anführen einer Revolte unter Kriegsgefangenen (Art. 95 [2]). Es wird weiter mitgeteilt, dass gemäss den Bestimmungen des Gesetzes Nr. 91 (1) von 1995 zur Änderung des Militärstrafgesetzes und des Strafprozessgesetzes, die Todesstrafe,wann immer sie gemäss dem Hauptgesetz anwendbar wäre, nur verhängt wird, wenn die Straftat in Kriegszeiten begangen worden ist. Gemäss denselben Be- stimmungen ist die Todesstrafe nicht die obligatorische Sanktion, sondern kann nach Ermessen des Gerichts durch lebenslängliche Haft oder eine kürzere Freiheits- strafe ersetzt werden.

Protokoll Nr. 6 vom 28. April 1983 zur Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten über die Abschaffung der Todesstrafe | Lexipedia | Lexipedia