AS 2004 3953
Änderung von Artikel 1 des Übereinkommens vom 10. Oktober 1980 über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen, die übermässige Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken können
Übersetzung1
Übereinkommen vom 10. Oktober 1980 über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen, die übermässige Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken können
Änderung von Artikel 1
Abgeschlossen in Genf am 21. Dezember 2001 Von der Bundesversammlung genehmigt am 15. Dezember 20032 Ratifikationsurkunde von der Schweiz hinterlegt am 19. Januar 2004 In Kraft getreten für die Schweiz am 19. Juli 2004
Die Vertragsstaaten des Übereinkommens haben an der zweiten Überprüfunskonfe- renz, welche vom 11. bis 21. Dezember 2001 statt fand, entschieden, den Artikel 1 des Übereinkommens3 wie folgt zu ändern, um seinen Anwendungsbereich auf nicht internationale bewaffnete Konflikte auszuweiten. Dieser Entscheid ist in der Schlusserklärung der zweiten Überprüfungskonferenz aufgeführt, so wie sie im Dokument CCW/CONF.II/2 wiedergegeben wurde. «ENTSCHEIDEN, den Artikel 1 des Übereinkommens folgendermassen zu ändern:
1. Dieses Übereinkommen und die dazugehörigen Protokolle finden in den Situatio-
nen Anwendung, die in dem den Genfer Abkommen vom 12. August 19494 zum Schutz der Kriegsopfer gemeinsamen Artikel 2 bezeichnet sind, einschliesslich jeder in Artikel 1 Absatz 4 des Zusatzprotokolls I zu diesen Abkommen5 beschriebenen Situation.
2. Dieses Übereinkommen und die dazugehörigen Protokolle finden neben den in
Absatz 1 bezeichneten Situationen auch auf die in dem den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 gemeinsamen Artikel 3 bezeichneten Situationen Anwendung. Dieses Übereinkommen und die dazugehörigen Protokolle finden keine Anwendung auf Situationen innerer Unruhen und Spannungen wie Tumulte, vereinzelt und sporadisch auftretende Gewalttaten und sonstige Handlungen ähnlicher Art, die nicht als bewaffnete Konflikte gelten.
3. Im Fall eines bewaffneten Konflikts, der keinen internationalen Charakter hat
und sich im Hoheitsgebiet einer der Hohen Vertragsparteien ereignet, ist jede der am Konflikt beteiligten Parteien verpflichtet, die Verbote und Beschränkungen dieses Übereinkommens und der dazugehörigen Protokolle anzuwenden.
4. Dieses Übereinkommen oder die dazugehörigen Protokolle dürfen nicht zur
Beeinträchtigung der Souveränität eines Staates oder der Verantwortung der Regie-
SR 0.515.091.3
1 Übersetzung des französischen Originaltextes (RO 20043953).
2 AS 2004 3951 3 SR 0.515.091 4 SR 0.518.12, 0.518.23, 0.518.42, 0.518.51 5 SR 0.518.521
2003-0567 3953
Verbot oder Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen AS 2004
rung herangezogen werden, mit allen rechtmässigen Mitteln die öffentliche Ordnung im Staat aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen oder die nationale Einheit und territoriale Unversehrtheit des Staates zu verteidigen.
5. Dieses Übereinkommen oder die dazugehörigen Protokolle dürfen nicht zur
Rechtfertigung einer wie auch immer begründeten unmittelbaren oder mittelbaren Einmischung in den bewaffneten Konflikt oder in die inneren oder äusseren Angele- genheiten der Hohen Vertragspartei herangezogen werden, in deren Hoheitsgebiet dieser Konflikt stattfindet.
6. Die Anwendung dieses Übereinkommens und der dazugehörigen Protokolle auf
die an einem Konflikt beteiligten Parteien, die nicht Hohe Vertragsparteien sind, welche das vorliegende Übereinkommen oder die dazugehörigen Protokolle ange- nommen haben, ändert weder ausdrücklich noch stillschweigend ihre Rechtsstellung oder die Rechtsstellung eines umstrittenen Gebiets.
7. Die Absätze 2 bis 6 berühren nicht nach dem 1. Januar 2002 angenommene
Zusatzprotokolle, die hinsichtlich ihres Anwendungsbereichs die Absätze 2–6 über- nehmen, ausschliessen oder ändern können.»
Verbot oder Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen AS 2004
Geltungsbereich der Änderung am 23. Juni 2004 Vertragsstaaten Ratifikation In-Kraft-Treten Beitritt (B)
Argentinien 25. Februar 2004 B 25. August 2004 Australien 3. Dezember 2002 18. Mai 2004 Belgien 12. Februar 2004 B 12. August 2004 Bulgarien 28. Februar 2003 18. Mai 2004 Burkina Faso 26. November 2003 B 26. Mai 2004 China 11. August 2003 18. Mai 2004 Hongkong 11. August 2003 18. Mai 2004 Macau 11. August 2003 18. Mai 2004 Estland 12. Mai 2003 18. Mai 2004 Frankreich 10. Dezember 2002 18. Mai 2004 Heiliger Stuhl* 9. Dezember 2002 18. Mai 2004 Japan 10. Juli 2003 18. Mai 2004 Kanada 22. Juli 2002 18. Mai 2004 Korea (Süd-) 13. Februar 2003 18. Mai 2004 Kroatien 27. Mai 2003 18. Mai 2004 Lettland 23. April 2003 B 18. Mai 2004 Litauen 12. Mai 2003 18. Mai 2004 Mexiko* 22. Mai 2003 18. Mai 2004 Niederlande 19. Mai 2004 19. November 2004 Norwegen 18. November 2003 18. Mai 2004 Österreich 25. September 2003 18. Mai 2004 Rumänien 25. August 2003 B 18. Mai 2004 Schweden 3. Dezember 2002 18. Mai 2004 Schweiz 19. Januar 2004 19. Juli 2004 Serbien und Montenegro 11. November 2003 18. Mai 2004 Slowakei 11. Februar 2004 11. August 2004 Spanien 9. Februar 2004 9. August 2004 Ungarn 27. Dezember 2002 18. Mai 2004 Vereinigtes Königreich 25. Juli 2002 18. Mai 2004 * Vorbehalte und Erklärungen Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht. Die französischen und englischen Texte können auf der Internet-Seite der Vereinten Nationen: http://untreaty.un.org/ eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staats- verträge, 3003 Bern, bezogen werden.
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