AS 1999 2880
Verordnung des BLW über die Einschätzung und Klassifizierung von Tieren der Rindvieh-, Pferde-, Schaf- und Ziegengattung
Verordnung des BLW über die Einschätzung und Klassifizierung von Tieren der Rindvieh-, Pferde-, Schaf- und Ziegengattung
vom 23. September 1999
Das Bundesamt für Landwirtschaft, gestützt auf Artikel 6 Absatz 1 der Schlachtviehverordnung vom 7. Dezember 19981, verordnet:
Art. 1 Tiere der Rindviehgattung Tiere der Rindviehgattung müssen anhand des Einschätzungs- und Klassifizierungs- systems nach Anhang 1 eingestuft werden.
Art. 2 Tiere der Pferdegattung Tiere der Pferdegattung müssen anhand des Einschätzungs- und Klassifizierungs- systems nach Anhang 2 eingestuft werden.
Art. 3 Tiere der Schafgattung Tiere der Schafgattung müssen anhand des Einschätzungs- und Klassifizierungs- systems nach Anhang 3 eingestuft werden.
Art. 4 Gitzi Gitzi müssen anhand des Einschätzungs- und Klassifizierungssystems nach An- hang 4 eingestuft werden.
Art. 5 Inkrafttreten Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2000 in Kraft.
23. September 1999 Bundesamt für Landwirtschaft:
10595 Burger
SR 916.341.22 1 SR 916.341
2880 1999-5265
Einschätzung und Klassifizierung von Tieren der Rindvieh-, Pferde-, Schaf- AS 1999
Anhang 1 (Art. 1)
Tiere der Rindviehgattung
A. Klassifizierung
1. Schlacht- und Masttierkategorien
Die Schlacht- und Masttiere werden unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und der Verwendungsmöglichkeiten der Schlachthälften in folgende Kategorien ein- geteilt:
Kategorie Abkürzung
Muni ungeschaufelte MT Muni ältere MA Ochsen bis maximal 4 Schaufeln OB Rinder bis maximal 4 Schaufeln RG Rinder/Jungkühe, Kühe bis maximal 4 Schaufeln RV Kühe VK Jungvieh JB Kälber KV
2. Bestimmung der Handelsklasse
Die Handelsklasse wird auf Grund der Fleischigkeit und des Fettgewebes bestimmt2.
2.1 Fleischigkeit
Für die Festlegung der Fleischigkeitsklasse ist die Ausbildung der wertbestimmen- den Körperpartien (Stotzen, Lenden, Rücken und Schulter) massgebend. Bei der Lebendvieheinschätzung dienen die «Metzgergriffe» dieser Beurteilung.
Fleischigkeitsklassen Profile Beschreibung
C sehr vollfleischig sehr konvex – Stotzen: betont breit, tiefe Behosung – Lenden/Rücken: ausgesprochen breit und voll – Schulter: stark ausgeprägt H vollfleischig konvex – Stotzen: breit, tiefe Behosung – Lenden/Rücken: breit und voll – Schulter: ausgeprägt T mittelfleischig geradlinig – Stotzen: gut entwickelt, ziemlich breit – Lenden/Rücken: mittelmässig breit – Schulter: gut entwickelt
2 Beispiel: Fleischigkeitsklasse T und Fettgewebeklasse 3 ergibt Handelsklasse T3.
Einschätzung und Klassifizierung von Tieren der Rindvieh-, Pferde-, Schaf- AS 1999
Fleischigkeitsklassen Profile Beschreibung
A leerfleischig konkav – Stotzen: mässig entwickelt, schmal – Lenden/Rücken: mässig entwickelt bis schmal – Schulter: flach X sehr leerfleischig sehr konkav – Stotzen: schwach entwickelt, sehr schmal, fleischleer – Lenden/Rücken: schmal, dünn, spitzer Widerrist – Schulter: flach eingefallen
Es können folgende zusätzliche Differenzierungen der Fleischigkeitsklassen ange- wendet werden: T– leer- bis mittelfleischig; die Anforderungen für T sind nur teilweise erfüllt (Einstufung zwischen A und T) T+ mittel- bis vollfleischig; Es sind teilweise die Anforderungen für H erfüllt (Einstufung zwischen T und H) Innerhalb der Fleischigkeitsklasse X kann zusätzlich wie folgt abgestuft werden, wobei die Leerfleischigkeit von 1X zu 3X abnimmt: Diese zusätzlichen Abstufungen sind zwingend bei der Einstufung von Lebendvieh auf überwachten öffentlichen Märkten anzuwenden.
2.2 Fettgewebe
Die Fettgewebeklasse wird durch den Ausmastgrad (Fettansatz und Fettabdeckung) bestimmt. Dabei werden das Auflagefett sowie bei Schlachtkörpern die Fettablage- rung in der Brust- und Bauchhöhle beurteilt. Bei der Lebendvieheinschätzung die- nen die «Metzgergriffe» dieser Beurteilung.
Fettgewebeklassen Beschreibung
1 ungedeckt keine Fettabdeckung; Griffe nicht ausgebildet
2 teilweise gedeckt leichte Fettabdeckung, Muskulatur teilweise sichtbar;
einzelne Griffe leicht spürbar ausgebildet
3 gleichmässig gedeckt mittlere, gleichmässige Fettabdeckung, Muskulatur
generell abgedeckt; alle Griffe spürbar ausgebildet, kernig
Einschätzung und Klassifizierung von Tieren der Rindvieh-, Pferde-, Schaf- AS 1999
Fettgewebeklassen Beschreibung
4 stark gedeckt betont ausgeprägte Fettabdeckung, auf einzelnen Par-
tien übermässig; einzelne Griffe stark ausgebildet
5 überfett Fettabdeckung generell übermässig, wulstartige Fett-
gebilde; alle Griffe zu stark ausgebildet
B. Einschätzung Lebendtiere und Schlachtkörper werden eingeschätzt, indem nacheinander die Schlacht- und Masttierkategorie, die Fleischigkeit und das Fettgewebe, wie in den vorangehenden Ziffern 1, 2.1 und 2.2 definiert, bewertet werden.
Einschätzung und Klassifizierung von Tieren der Rindvieh-, Pferde-, Schaf- AS 1999
Anhang 2 (Art. 2)
Tiere der Pferdegattung
A. Klassifizierung
1. Schlachttierkategorien
Die Schlachttiere werden unter Berücksichtigung des Alters in folgende Kategorien eingeteilt:
Kategorie Alter
Saugfohlen bis und mit dem 12. Monat Jungpferde ab dem 13. bis und mit dem 29. Monat Schlachtpferde ab dem 30. Monat
2. Bestimmung der Handelsklasse
Die Handelsklasse wird auf Grund der Fleischigkeit und des Fettgewebes bestimmt3.
2.1 Fleischigkeit
Für die Festlegung der Fleischigkeitsklasse ist die Ausbildung der wertbestimmen- den Körperpartien (Stotzen, Lenden, Rücken und Schulter) massgebend.
Fleischigkeitsklassen Profile Beschreibung
C sehr vollfleischig sehr konvex – Stotzen: betont breit und voll – Lenden/Rücken: ausgeprägt breit und voll – Schulter: stark ausgeprägt H vollfleischig konvex – Stotzen: breit und voll – Lenden/Rücken: breit und voll – Schulter: ausgeprägt T mittelfleischig geradlinig – Stotzen: gut entwickelt, ziemlich breit – Lenden/Rücken: mittelmässig breit – Schulter: gut entwickelt A leerfleischig konkav – Stotzen: mässig entwickelt, eher schmal – Lenden/Rücken: mässig entwickelt bis schmal – Schulter: flach
3 Beispiel: Fleischigkeitsklasse T und Fettgewebeklasse 3 ergibt Handelsklasse T3.
Einschätzung und Klassifizierung von Tieren der Rindvieh-, Pferde-, Schaf- AS 1999
Fleischigkeitsklassen Profile Beschreibung
X sehr leerfleischig sehr konkav – Stotzen: schwach entwickelt, schmal, fleischleer – Lenden/Rücken: schmal, dünn, spitzer Widerrist – Schulter: flach eingefallen
2.2 Fettgewebe
Die Fettgewebeklasse wird durch den Ausmastgrad (Fettansatz und Fettabdeckung) bestimmt. Dabei werden das Auflagefett sowie die Fettablagerung in der Brust- und Bauchhöhle beurteilt.
Fettgewebeklassen Beschreibung
1 ungedeckt Fettabdeckung
2 teilweise gedeckt leichte Fettabdeckung, Muskulatur teilweise sichtbar
3 gleichmässig gedeckt mittlere, gleichmässige Fettabdeckung, Muskulatur
generell abgedeckt
4 stark gedeckt betont ausgeprägte Fettabdeckung
5 überfett Fettabdeckung übermässig, wulstartige Fettgebilde
B. Einschätzung Schlachtkörper werden eingeschätzt, indem nacheinander die Schlachttierkategorie, die Fleischigkeit und das Fettgewebe, wie in den vorangehenden Ziffern 1, 2.1 und
2.2 definiert, bewertet werden.
Einschätzung und Klassifizierung von Tieren der Rindvieh-, Pferde-, Schaf- AS 1999
Anhang 3 (Art. 3)
Tiere der Schafgattung
A. Klassifizierung
1. Schlacht- und Masttierkategorien
Die Schlacht- und Masttiere werden unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht sowie der Verwendungsmöglichkeiten der Schlachthälften in folgende Kategorien eingeteilt: Kategorie Lämmer mit 0 Schaufeln Schafe mit 2 Schaufeln Schafe mit 4 Schaufeln und ältere Weidelämmer mit 0 Schaufeln bis maximal 40 kg Lebendgewicht
2. Bestimmung der Handelsklasse
Die Handelsklasse wird auf Grund der Fleischigkeit und des Fettgewebes bestimmt4.
2.1 Fleischigkeit
Für die Festlegung der Fleischigkeitsklasse ist die Ausbildung der wertbestimmen- den Körperpartien (Gigot, Lenden, Rücken und Schulter) massgebend. Bei der Le- bendtiereinschätzung dienen die «Metzgergriffe» dieser Beurteilung.
Fleischigkeitsklassen Profile Beschreibung
C sehr vollfleischig sehr konvex Ausgeprägte Muskelfülle – Gigot: sehr breit, tief angesetzt, stark ge- wölbt – Lenden/Rücken: betont breit und voll – Schulter: stark ausgeprägt H vollfleischig konvex Gute Muskelfülle – Gigot: breit, tief angesetzt, gewölbt – Lenden/Rücken: breit und voll – Schulter: ausgeprägt T mittelfleischig geradlinig Durchschnittliche Muskelfülle – Gigot: gut entwickelt, ziemlich breit – Lenden/Rücken: mittelmässig breit – Schulter: gut entwickelt
4 Beispiel: Fleischigkeitsklasse T und Fettgewebeklasse 3 ergibt Handelsklasse T3.
Einschätzung und Klassifizierung von Tieren der Rindvieh-, Pferde-, Schaf- AS 1999
Fleischigkeitsklassen Profile Beschreibung
A leerfleischig konkav Mässige Muskelfülle – Gigot: mässig entwickelt, schmal – Lenden/Rücken: schmal und dünn – Schulter: flach X sehr leerfleischig sehr konkav Geringe Muskelfülle – Gigot: schwach entwickelt, sehr schmal – Lenden/Rücken: sehr schmal – Schulter: flach, eingefallen
2.2 Fettgewebe
Die Fettgewebeklasse wird durch den Ausmastgrad (Fettansatz und Fettabdeckung) bestimmt. Dabei werden das Auflagefett sowie bei Schlachtkörpern die Fettablage- rung in der Brust- und Bauchhöhle beurteilt. Bei der Lebendtiereinschätzung dienen die «Metzgergriffe» dieser Beurteilung.
Fettgewebeklassen Beschreibung
1 ungedeckt keine Fettabdeckung; Griffe nicht ausgebildet
2 teilweise gedeckt leichte Fettabdeckung, Muskulatur teilweise sichtbar;
Kauten- und Rippengriff leicht ausgebildet
3 gleichmässig gedeckt mittlere Fettabdeckung, Muskulatur generell leicht ab-
gedeckt, Griffe spürbar ausgebildet
4 stark gedeckt ausgeprägte Fettabdeckung, Muskulatur stark abge-
deckt; Griffe stark ausgebildet
5 überfett übermässige Fettabdeckung; Griffe stark ausgebildet
B. Einschätzung Lebendtiere und Schlachtkörper werden eingeschätzt, indem nacheinander die Schlacht- und Masttierkategorie, die Fleischigkeit und das Fettgewebe, wie in den vorangehenden Ziffern 1, 2.1 und 2.2 definiert, bewertet werden.
Einschätzung und Klassifizierung von Tieren der Rindvieh-, Pferde-, Schaf- AS 1999
Anhang 4 (Art.4)
Gitzi
A. Klassifizierung
1. Schlachttierkategorie
Gitzi ab 5 kg Schlachtgewicht
2. Bestimmung der Handelsklasse
Weil bei Gitzi auf die Festlegung der Fettgewebeklasse verzichtet wird, wird die Handelsklasse auf Grund der Fleischigkeit bestimmt.
2.1 Fleischigkeit
Für die Festlegung der Fleischigkeitsklasse ist die Ausbildung der wertbestimmen- den Körperpartien (Lenden, Rücken sowie Schlegel) massgebend. Fleischigkeits- bzw. Handelsklasse H vollfleischig T mittelfleischig A leerfleischig
B. Einschätzung Schlachtkörper werden eingeschätzt, indem die Fleischigkeit, wie in der vorange- henden Ziffer 2.1 definiert, bewertet wird.