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00.3306 · Postulat · 2000-06-21

Departement für auswärtige Angelegenheiten

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird ersucht, den Beitritt der Schweiz zur Union latine zu beantragen.

Begründung

Die Union latine, geschaffen durch eine Konvention, die in Madrid am 15. Mai 1954 unterzeichnet worden ist, zählt heute 33 Mitgliedstaaten auf vier Kontinenten. Ihr Budget für das Jahr 2000 beläuft sich auf 3,432 Millionen Ecu, die in erster Linie aus Frankreich, Italien, Spanien, Brasilien, Mexiko, Portugal und Argentinien stammen. Ihr Betätigungsfeld ist insbesondere kultureller Art und reicht von Kino über Kunst bis hin zu Sprache und Literatur. Sie offenbart ausserdem ein starkes Interesse an Unterricht und Förderung der Sprachen lateinischen Ursprunges. Die Union latine ist heute sehr aktiv an der Erarbeitung von Methoden zur Spracherlernung, an der Entwicklung einer gemeinsamen Terminologie, an der Zusammenstellung von mehrsprachigen technischen Wörterbüchern sowie an der Weiterentwicklung der Sprachautomatisierung beteiligt.

Der Beitritt der Schweiz zur Union latine würde das internationale Verständnis für unser Land auf kultureller und wirtschaftlicher Ebene verbessern. Er würde eine sehr differenzierte Darstellung der Eigenheiten insbesondere der französischen und italienischen, aber auch der rätoromanischen Schweiz ermöglichen und wäre zudem ein Beitrag zum Erhalt von sprachlicher Vielfalt und kulturellem Pluralismus - Prinzipien, die eng mit unserem Land verknüpft sind.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

Stellungnahme des Bundesrates

Soweit der Beitritt zur Union latine zum jetzigen Zeitpunkt dem Bundesrat nicht vorrangig scheint, beabsichtigt dieser nicht, dem Postulat im Augenblick Folge zu geben. Der Beitritt könnte hingegen innerhalb der Zielsetzungen des Bundesrates für die nächste Legislaturperiode in Betracht gezogen und den Räten unterbreitet werden.

Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.