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19.3298 · Interpellation · 2019-03-21

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

Die Bäche und Flüsse im Schweizer Alpenraum sind aufgrund der Wasserkraftnutzung weiträumig verbaut. Eine neue Studie der Eawag und der Universität Lausanne zeigt, dass bei Wasserfassungen zusätzliche Regelungen des Sedimenteintrags nötig sind, damit die bachbewohnenden Lebewesen ganzjährig überleben können.

An einer Wasserfassung staut sich viel Sand und Kies an, der durch Spülungen entfernt werden muss. In stark vergletscherten Einzugsgebieten müssen die Fassungen bis zu 17-mal am Tag gespült werden, damit die Sedimente abgetragen werden, mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Wenn in den nächsten Jahrzehnten verstärkt die Gletscher in den Einzugsgebieten abschmelzen, nimmt der Eintrag an Kies und Sand und dadurch auch die Anzahl täglicher Spülungen noch einmal zu.

Spülungen auf diesem Niveau lassen gemäss der Studie im betroffenen Gewässer kaum mehr Leben zu. Grund dafür sind die grossen Mengen an Grob- und Feinsedimenten, die die Tiere unter sich begraben. Während des Sommers, die Zeit der häufigsten Spülungen, fanden Forschende praktisch kein Leben in der Borgne d'Arolla, einem alpinen Flusssystem im Wallis.

Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Wie beurteilt er die Übertragbarkeit der Resultate der Studie der Eawag und der Universität Lausanne auf die übrigen Bäche und Flüsse im Schweizer Alpenraum?

2. Welche Massnahmen ergreift er, um bei den betroffenen Bachbetten ein funktionierendes Ökosystem sicherzustellen?

3. Aufgrund dieser Forschungsergebnisse: Ist er bereit, den Betreibern von Kraftwerken Anpassungen bei der Restwassermenge aufzuerlegen, allenfalls gekoppelt mit einem Sedimentregime?

4. Ist er bereit, die Veränderung der Abfluss- und Sedimentdynamik und deren Einfluss auf die betroffenen Tier- und Pflanzenarten weiter zu studieren, auch im Sinne einer Evaluation von ergriffenen Massnahmen?

Stellungnahme des Bundesrates

Die aktuellen Kenntnisse über die Auswirkungen von Spülungen an Wasserfassungen sind sehr begrenzt. Der Bundesrat ist bereit, eine Situationsanalyse über die Entsanderspülungen und deren Auswirkungen auf die aquatischen Lebewesen zu veranlassen. Diese Untersuchungen sollen zur Klärung der gestellten Antworten dienen. Ein Fachbericht des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) mit den Ergebnissen soll bis Ende 2021 vorliegen.

Antwort des Bundesrates.

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