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19.4109 · Interpellation · 2019-09-24

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

1. Welche Messdaten bezüglich CO2-Konzentration werden in der Schweiz durch wen, wo (Messstationen) und in welcher Kadenz erhoben?

2. Welche Messreihen stehen für eine vergleichbare Beurteilung in der Entwicklung dieser Werte zur Verfügung (ab ... bis ...)?

3. Trifft es zu, dass die Auswirkungen von in der Schweiz allfällig beschlossenen Massnahmen betreffend CO2-Emissionen nur theoretisch bzw. rein rechnerisch ermittelt werden könnten, nicht aber in konkreten, tatsächlichen Messresultaten?

Begründung

In der Klimadebatte ist immer von der Reduktion des CO2-Wertes die Rede. Die Klimademonstranten fordern, dass die Schweiz ihren CO2-Ausstoss bis 2030 auf null absenkt. Damit eine sachliche und auf Fakten basierende Diskussion im Parlament stattfinden kann, stellen sich oben stehende Fragen, die ich den Bundesrat zu beantworten bitte.

Stellungnahme des Bundesrates

1. An verschiedenen Stationen, unter anderem im Rahmen des Nationalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe, werden CO2-Konzentrationen mit einer zeitlichen Auflösung von zehn Minuten gemessen (Jungfraujoch, Härkingen, Beromünster, Lägern, Gimmiz und weitere). Messungen von CO2-Flüssen finden an sieben Ökosystemen (z. B. in Davos) und in der Stadt Basel statt. Die meisten dieser Messungen werden von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, der Universität Bern und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich durchgeführt. Es gibt aber verschiedene Forschungsprojekte mit weiteren Partnern und weiteren Messstationen.

2. Für die Beurteilung, wie sich die Emissionen entwickeln, stehen zum Beispiel die Messreihen in Davos (seit 1997), auf dem Jungfraujoch (seit 2001) und in Härkingen (seit 2008) zur Verfügung. Messungen der Schweiz sind aber zum Teil auch in internationale Projekte und Messnetze eingebettet, beispielsweise in die europäische Forschungsinfrastruktur "Integrated Carbon Observation System", welche insgesamt 130 Messstationen zusammenführt, um die Treibhausgasbilanz sowie die anthropogenen und natürlichen Kohlenstoffflüsse besser zu verstehen.

3. Die Wirkung von Massnahmen zur Emissionsverminderung in der Schweiz sind auf globaler Ebene nicht direkt messbar, da CO2 durch die atmosphärische Zirkulation rasch gemischt und transportiert wird. Hingegen lassen sich lokal und regional deutliche Einflüsse von CO2-Quellen nachweisen. An der Messstelle in Härkingen verursachen zum Beispiel die Emissionen des Verkehrs eine erhöhte lokale Konzentration und ermöglichen Rückschlüsse auf dessen Emissionen. Derzeit werden zudem im Rahmen von Forschungsprojekten Methoden entwickelt, um CO2-Emissionen anhand von Messnetzen für Städte oder Regionen zu bestimmen. Massnahmen, welche zu einer Reduktion der Emissionen führen, könnten in diesen Messnetzen nachgewiesen werden. Für die Ermittlung der energiebedingten CO2-Emissionen, die rund drei Viertel der Treibhausgasemissionen der Schweiz ausmachen, ist die Gesamtenergiestatistik eine sehr zuverlässige Basis, da sämtliche fossilen Energieträger in der Importstatistik erfasst werden. Die Unsicherheit besteht in erster Linie in der Schätzung der Lager und der Lagerveränderung von Jahr zu Jahr. Über mehrere Jahre gemittelt ist die Statistik aber sehr genau.

Antwort des Bundesrates.