21.7025 · Fragestunde. Frage · 2021-03-01
Parlament
Erledigt
Wortlaut
15 Künstler sind eingeladen worden, bis Ende September 2021 ihre Ideen für Kunst am Bundeshaus zu entwerfen. Die Verwaltungsdelegation des Parlaments hat beschlossen, einen Wettbewerb durchzuführen und dafür 100 000 Franken freigegeben. Für die Planung und Realisierung des Kunstprojekts stehen weitere 400 000 Franken zur Verfügung.
- Nach welchen Kriterien werden die Künstler eingeladen?
- Hätte nicht eine öffentliche Ausschreibung stattfinden sollen, da das Bundeshaus ein Symbol der Demokratie ist?
Stellungnahme des Bundesrates
Die Verwaltungsdelegation hat am 5. Februar 2010 das "Kunstkonzept Parlamentsgebäude" gutgeheissen und eine fünfköpfige Kommission eingesetzt. Im Rahmen dieses Kunstkonzeptes hat die Verwaltungsdelegation am 20. Februar 2020 die Durchführung eines Wettbewerbs für zeitgenössische Kunst im Giebelfeld an der Nordfassade gutgeheissen. Im Unterschied zu einem offenen Wettbewerb und um eine hohe Qualität der künstlerischen Projekte für diesen prominenten Ort sicherzustellen, sollte ein Wettbewerb auf Einladung ausgeschrieben werden. Dieses erprobte Verfahren folgt dem Modell, welches das Bundesamt für Bauten und Logistik bei allgemeinen Kunstprojekten anwendet, u.a. auch bei der Schweizer Botschaft in Moskau. Das Verfahren entspricht auch den generellen Empfehlungen des Berufsverbandes der visuell schaffenden Künstlerinnen und Künstler in der Schweiz (Visarte). Die Anzahl 15 entspricht einem Erfahrungswert, ist allerdings keine feste Vorgabe. Auch für das frühere Kunstprojekt im Gang vor den Besuchstribünen des Nationalratssaals wurden 15 Künstlerinnen und Künstler angefragt. Das damalige Siegerprojekt "Consensus" wurde 2018 eingeweiht.
Die Auswahl der geladenen Künstlerinnen und Künstler für den aktuellen Wettbewerb dauerte rund sechs Monate und wurde von einer Expertengruppe der Kunstkommission Parlamentsgebäude in enger Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Kunstkommission und weiteren Expertinnen und Experten durchgeführt. Bei der Auswahl standen vor allem folgende Kriterien im Vordergrund: Geschlecht, Sprachregion, Alter, Erfahrung, künstlerische Reputation.