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22.3094 · Postulat · 2022-03-08

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, in einer Studie darzulegen, wie viele Vögel in der Schweiz Opfer menschlicher Aktivitäten werden und mit welchen Massnahmen die schädlichen Auswirkungen dieser Aktivitäten reduzieren werden können. Die Ergebnisse dieser Studie müssen nach Arten gelistet werden, und es muss angegeben werden, welche Aktivitäten oder Infrastrukturen am meisten Schaden anrichten.

Begründung

In seiner Antwort auf die Frage 21.8110 bestätigt der Bundesrat, dass es keine Studien zur Zahl der Vögel gibt, die menschlichen Aktivitäten in der Schweiz zum Opfer fallen. Er erwähnt die Studie über den Windpark Peuchapate im Kanton Jura, die 2016 von der Vogelwarte Sempach veröffentlicht wurde. Laut dieser Studie sterben rund zwanzig Vögel pro Windturbine und Jahr im Windpark. Es gibt in der Schweiz zurzeit zwar lediglich 42 Windräder, das Bundesgericht hat es in seiner Interessenabwägung zwischen dem Klimanotstand und der Erhaltung der Biodiversität jedoch trotzdem für nötig befunden, zum Schutz von zwei Falken zwei von sechs Windturbinen im Windpark Grenchen zu streichen.

Das europäische Projekt "Life Eurokite", das von Dr. Rainer Raab betreut wird, hat das Ziel, durch den Einsatz von GPS-Trackern die Todesursachen von Rotmilanen zu ermitteln. Erste Resultate zeigen, dass die von Windturbinen ausgehende Gefahr an siebter Stelle kommt, weit abgeschlagen hinter anderen menschlichen Tätigkeiten.

Durch eine umfassende Studie könnten die Auswirkungen dieser Tätigkeiten miteinander in Beziehung gesetzt und wirksame gezielte Massnahmen zur Erhaltung von Vögeln in der Schweiz ergriffen werden. Dies würde es unseren Richterinnen und Richtern zudem ermöglichen, alle Facetten der Problematik in ihre Interessenabwägung einfliessen zu lassen.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.

Stellungnahme des Bundesrates

Das Postulat verlangt eine umfassende Studie über die menschengemachte Mortalität über alle Arten der einheimischen Vögel. Eine solche Studie ist sehr aufwendig, teuer und müsste über viele Jahre durchgeführt werden, sollte sie interpretierbare Resultate liefern. Eine Studie, die ausschliesslich zusammenträgt, was in bestehenden Datensätzen vorliegt, wäre andererseits kaum interpretierbar. Der Bundesrat erachtet weder das eine noch das andere Vorgehen als zielführend. Der Bundesrat ist hingegen bereit, eine fokussierte Studie über die durch definierte Infrastrukturen (bspw. Windturbinen) verursachte Mortalität von ausgewählten Vogelarten in spezifischen Lebensräumen durchzuführen.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.