23.1061 · Anfrage · 2023-12-19
Departement für auswärtige Angelegenheiten
Erledigt
Wortlaut
Die Internationale Zusammenarbeit (IZA) der Schweiz geniesst einen hervorragenden Ruf in der Welt und beeinflusst das Leben von Millionen von Menschen positiv. Dies bestätigen u.a. die OECD-DAC Peer Reviews und Erfolge aus zahlreichen IZA-Projekten. Bei der Messung der Wirksamkeit besteht allerdings Verbesserungspotenzial. Die PVK-Evaluation zur Wirksamkeitsmessung in der internationalen Zusammenarbeit weist auf diverse Mängel von externen Evaluationen als wesentliches Instrument der Wirksamkeitsmessung hin. Der zugrundeliegende Expertenbericht zeigt u.a., dass Mängel im Hinblick auf die Qualität der Methodik (Angemessenheit des Evaluationsdesigns, Datenerhebung, Stichprobenziehung, Datenanalyse, Limitationen und Herausforderungen) sowie die Bewertung der Qualität mittels Eruierung des Impacts bestehen.
Impakt-Evaluationen, die im Gegensatz zu herkömmlichen Evaluationen auf wissenschaftlichen Methoden beruhen und robuste Aussagen über die kausale Wirkung und damit den Impact eines Projekts machen können, waren nicht Teil der PVK-Evaluation. Dies, obwohl solche Ansätze als Goldstandard für die tatsächliche Bewertung der Wirksamkeit von IZA-Projekten gelten. Im Hinblick auf die erwähnten Mängel und GPK-S-Empfehlungen an den Bundesrat, insbesondere Empfehlung 2, die darauf abzielt, sicherzustellen, dass die Methodik der externen Evaluationen eine tatsächliche Beurteilung der Ergebnisse einer Evaluation und der Wirksamkeit eines IZA-Projekts erlaubt:
Wie gedenkt der Bundesrat der Stossrichtung der GPK-S nachzukommen und Massnahmen umzusetzen, damit Evaluationen mit wissenschaftlich-robusten Ansätzen innerhalb der IZA, wo immer möglich und sinnvoll, verstärkt genutzt und systematisch von Anfang an in die Projekt-/Programmplanung einbezogen werden?
Inwiefern werden sich die Schlussfolgerungen aus der PVK-Evaluation auf die neue IZA-Strategie 2025-2028 auswirken?
Welche Schritte müssten eingeleitet werden, damit die IZA robuste Evidenz von Drittorganisationen wie 3ie stärker nutzt und mehr eigene generiert?
Stellungnahme des Bundesrates
Der Bundesrat erachtet die Empfehlungen des Berichts der GPK-S zur Frage der Wirkungsmessung in der IZA als zielführend und umsetzbar. Er hat vom Handlungsbedarf aus Sicht der GPK-S Kenntnis genommen und die zuständigen Departemente EDA und WBF beauftragt, die Methode für eine aussagekräftige Bewertung der IZA-Wirksamkeit laufend zu verbessern. In seiner Stellungnahme an die GPK-S führt der Bundesrat ebenfalls zwölf Massnahmen auf, um die Empfehlungen bis 2026 umzusetzen.Die IZA-Strategie wird auf Ebene der geografischen und thematischen Programme umgesetzt. Das Aggregieren der stark kontextabhängigen Resultate stellt eine Herausforderung dar. Hier fehlt noch die notwendige Methodologie für die Gesamtbeurteilung der Wirkung. Die Evaluationen erlauben nämlich Aussagen über die Wirkung von einzelnen Projekten und Programmen: daraus ein objektives Gesamtbild der Wirkung der IZA-Strategie zu gewinnen, bleibt eine grosse Herausforderung.Zu 1. Mit den verabschiedeten Massnahmen zur Umsetzung der Empfehlungen der GPK-S, sowie mit der laufenden Verbesserung von Methoden für eine aussagekräftige Bewertung der IZA-Ziele will der Bundesrat die Wirksamkeitsmessung seiner IZA stärken.Zu 2. In der nächsten IZA-Strategie wird der Bundesrat die Wirkungsmessung im Sinne der Empfehlungen der GPK-S betonen. Monitoringinstrumente spielen hierzu eine wichtige Rolle. So hat zum Beispiel die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) 2023 ein digitales Datenmanagementsystem eingeführt, um das Monitoring der Zielerreichung der einzelnen Programme und Projekte zu vereinfachen und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) wird die Umsetzung der Empfehlungen aus Evaluationen und die Wirksamkeit der getroffenen Massnahmen über ein unabhängiges Evaluationskomitee begleiten.Zu 3. Die Nutzung von Evidenz auch von Drittorganisationen ist bereits heute eine Vorgabe. Der Beizug von Evidenz aus Datenbanken wie der International Initiative for Impact Evaluation (www.3ieimpact.org) mit dem Zugang zu mehr als 12'000 Impaktevaluationen, ist in den entsprechenden IZA-Richtlinien bereits empfohlen.