23.3871 · Interpellation · 2023-06-15
Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
Erledigt
Wortlaut
Im September 2022 hat das Parlament eine Änderung des Energiegesetzes verabschiedet, um den Bau von grossen Photovoltaikanlagen zu fördern. In der Folge wurden mehrere Dutzend Projekte in den Alpen gestartet. Im Rahmen dieser Projekte wurden im letzten Winter Solar-Versuchsanlagen gebaut, um herauszufinden, ob diese den winterlichen Wetterbedingungen im Hochgebirge standhalten und wie gross ihre Winterproduktion ist.
In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:
1. Haben die Versuche das Potenzial der Stromproduktion im Winter bestätigt?
2. Haben die Versuche die Widerstandsfähigkeit der Solaranlagen im Winter bestätigt? Wie gross ist der Anteil der Anlagen in Prozent, die beschädigt wurden?
3. Eignen sich die herkömmlichen Photovoltaikanlagen allgemein für die Wetterbedingungen im Hochgebirge? Oder müssen für grosse Anlagen in den Alpen spezielle Produktionslinien entwickelt werden?
4. Welche weiteren Erkenntnisse ergeben sich aus den durchgeführten Versuchen?
Stellungnahme des Bundesrates
1., 2., und 4. Dem Bundesrat liegen keine Ergebnisse der Messungen von Testanlagen vor, die für die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen (PV) im Rahmen von Artikel 71a des Energiegesetzes (EnG; SR 730.0) erstellt wurden. Das Bundesamt für Energie (BFE) geht davon aus, dass die Messergebnisse in allfällige Anträge für eine Förderung gemäss obgenanntem Artikel einfliessen werden. Bisher wurden beim BFE allerdings noch keine Förderanträge gestellt.
3. Die Wahl des angemessenen Materials obliegt den Investoren. Für Anwendungen in grossen Höhen empfiehlt es sich, PV-Module und andere Materialien (wie etwa Kabel) zu verwenden, die an die speziellen Bedingungen angepasst sind. Die erhöhten Einstrahlungsverhältnisse und insbesondere die hohen Belastungen mit ultravioletter (UV) Strahlung führen zu einer schnelleren Alterung, was bei den Materialien berücksichtigt werden sollte. Entsprechend können beispielsweise UV-beständige Verkapselungsmaterialen sowie dickere elektrische Verbindungen innerhalb der Module eingesetzt werden. In Bezug auf die Tests ist allerdings zu beachten, dass die Alterungseffekte nach einigen Monaten Betrieb kaum festzustellen sind, da sie sich üblicherweise erst nach einigen Jahren einstellen.