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23.7497 · Fragestunde. Frage · 2023-09-12

Departement des Innern

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat schreibt am 16. August 2023, die Bruttokosten der Physiotherapie pro versicherte Person in der Grundversicherung seien überdurchschnittlich gestiegen. Meine Fragen:

- Kennt der Bundesrat die Gründe für den Anstieg?

- Wurden mehr Personen behandelt, weil (a) die Zahl der Versicherten zugenommen hat, (b) der Grundsatz „ambulant vor stationär“ konsequent umgesetzt wird oder (c) Spitalaustritte früher erfolgen?

- Wurden mehr Leistungen pro versicherte Person erbracht?

Stellungnahme des Bundesrates

Die aktuell gültige Tarifstruktur für physiotherapeutische Leistungen ist rund um Sitzungspauschalen aufgebaut ohne Angaben der Sitzungsdauer. 2021 machten die beiden Pauschalen für allgemeine respektive aufwändige Physiotherapie-Sitzungen mehr als 90% des gesamten abgerechneten Leistungsvolumens in der ambulanten Physiotherapie aus. Ein Grund für den Kostenanstieg ist die Verschiebung von Volumen hin zur höheren Pauschale für die aufwändige Physiotherapie. Zwischen 2018 und 2021 stieg das Volumen der aufwändigen Physiotherapie jährlich um 20.8%, gegenüber einem Plus von 6.4% bei der allgemeinen Physiotherapie. Ein weiterer Grund für die Kostenentwicklung ist der Anstieg der Anzahl an Physiotherapie-Konsultationen. Es ist denkbar, dass die Verschiebung von stationären Leistungen in den ambulanten Bereich eine Ursache dafür ist. Um diese genauer zu untersuchen, müsste eine Datenerhebung durchgeführt werden. Ein Teil des Anstiegs der Physiotherapie-Konsultationen kann aber auch durch eine Verkürzung der Sitzungsdauer begründet sein, was für die Qualität der Leistungen problematisch wäre. Um die Transparenz gegenüber den Versicherten und allen Akteuren zu erhöhen und damit die Gleichbehandlung der Versicherten sowie die Qualität der Behandlungen zu gewährleisten, hat der Bundesrat am 16. August 2023 zwei Varianten zur Einführung einer Zeitkomponente in der Tarifstruktur in die Vernehmlassung gegeben.