24.3011 · Motion · 2024-02-15
Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
Abschreibungsantrag liegt vor
Wortlaut
Die Durchführung der Women’s EURO 25 ist eine Riesenchance für unser Land. Wie damals bei der Euro 2008 soll der Bund seine Verantwortung wahrnehmen und zusammen mit Kantonen und Host Cities für einen nachhaltigen, erfolgreichen Event sorgen. Der Bundesrat wird beauftragt, die Durchführung der UEFA Women’s EURO 2025 mit 15 Millionen Franken zu unterstützen und diese in den Bereichen Sportförderung, Landeskommunikation und öV-Ticketintegration einzusetzen. In den betroffenen Verwaltungseinheiten ist eine Kompensation von je mindestens 20% anzustreben.
Begründung
Im Sommer 2025 findet in der Schweiz in acht Städten mit der Austragung der Women’s Euro 2025 die grösste frauenspezifische Sportveranstaltung Europas statt. Der Bundesrat hat die Kandidatur des SFV für die UEFA Women’s EURO ausdrücklich begrüsst und den Grossanlass als Impuls für die Sportförderung beurteilt. Mit Beschluss vom 31. Januar 2024 hat er das Ziel festgehalten, die Anzahl sportlich aktiver Mädchen und junger Frauen zu erhöhen und die Professionalisierung in den Strukturen des Frauenfussballs zu steigern, aber auch in Legacy-Projekte zu investieren. Diese Entwicklung braucht gezielte finanzielle Ressourcen und nebst dem Engagement von Kantonen und Städten auch dasjenige des Bundes.
Während knapp einem Monat kann sich die Schweiz zudem einem sportinteressierten Millionenpublikum aus ganz Europa als attraktive Tourismusdestination präsentieren. Ohne finanzielle Unterstützung seitens Bund wird es aber keine spezifische Landeskommunikation mit der WEURO25 geben. Im Bereich Landeskommunikation sollen in Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus spezifische Massnahmen in Zusammenhang mit der WEURO25 unterstützt werden.
Die WEURO25 ist zurecht der Nachhaltigkeit verpflichtet. Auch hier gilt: Ohne finanzielle Unterstützung des Bundes kann die öV-Ticketintegration nicht umgesetzt werden. Der öffentliche Verkehr muss zwingend gefördert und mit den entsprechenden Transportunternehmen sollen Verträge ausgehandelt werden.
Für die EURO 2008 hat der Bund damals über 80 Millionen bewilligt. Die WEURO 2025 bietet nun die einmalige Chance, die dringend benötigte Strukturentwicklung im Frauenfussball (Nachwuchs-, Breiten- und Leistungssport) zu fördern bzw. zu unterstützen. Dank der breiten Verteilung der Fördermittel von insgesamt 15 Millionen Franken können aber nicht nur der Frauenfussball, sondern auch Tourismus und nicht zuletzt die Umwelt dank nachhaltiger Mobilität profitieren. Die WEURO25 soll in jeder Hinsicht beispielhaft und ein unvergesslicher Erfolg werden.
Antrag des Bundesrates
Ablehnung
Stellungnahme des Bundesrates
Der Bundesrat sieht die Women’s EURO 2025 (WEURO25) weiterhin als grosse Chance für die Weiterentwicklung der Förderstrukturen- und -angebote im Frauenfussball und im Frauensport generell. Der Anlass eignet sich hervorragend, um den Stellenwert und die Ausstrahlung des Frauenfussballs auf ein neues Niveau zu heben. Der Anlass soll dazu beitragen, das Interesse und die Begeisterung für das aktive Sportreiben in allen Bevölkerungskreisen weiter zu wecken und zu fördern. Auch entspricht der Anlass der vom Bundesrat zur Kenntnis genommenen Strategie Sportgrossanlässe, welche einen besonderen Wert auf die ressourcenschonende und nachhaltige Organisation und Durchführung legt. Er ist nach wie vor überzeugt, dass der Sport und die Schweiz als Ganzes von der Ausstrahlung der WEURO25 wird profitieren können.
Der Bundesrat hat unter Berücksichtigung der angespannten Finanzlage des Bundes am 31. Januar 2024 beschlossen, das Gesamtprojekt WEURO25 im Umfang von 4 Millionen Franken zu unterstützen. Dabei richtet er den Fokus auf die Unterstützung von Massnahmen zur Förderung des Sports. Im Zuge der WEURO25 sollen in den nächsten Jahren die Kräfte der privaten und öffentlichen Partner in der Förderung des Frauenfussballs gebündelt und damit eine nachhaltige Verbesserung der Strukturen im Frauenfussball erreicht werden.
Aus finanzpolitischen Gründen lehnt der Bundesrat Beiträge an die Vergünstigung der Nutzung des öffentlichen Verkehrs sowie für die spezifische Landeskommunikation (Zusatzauftrag an Schweiz Tourismus) ab.
Die WEURO25 unterscheidet sich insbesondere bezüglich der Zusammensetzung des Publikums massgeblich von der EURO08. Diese hat einen erheblichen Einfluss auf die vorzukehrenden Sicherheitsmassnahmen. Ein grosser Teil der Beiträge des Bundes an die EURO08 dienten der Finanzierung der im Vergleich zur WEURO25 erheblich höheren Sicherheitskosten.
Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.