Wie können junge Landwirtinnen und Landwirte besser in agrarpolitische Reformen einbezogen werden?
24.3181 · Interpellation · 2024-03-13
Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
Erledigt
Wortlaut
Bei agrarpolitischen Projekten und Reformen stützt sich das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) häufig auf die Arbeit von Fachgruppen, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Kreise, Tätigkeitsbereiche und Interessengruppen zusammensetzen.
Die Proteste der Landwirtinnen und Landwirte der vergangenen Wochen zeigen, dass die jungen Landwirtinnen und Landwirte ihre Zukunft ernsthaft in die Hand nehmen wollen.
Mit ihren Forderungen wollen sie mehr Anerkennung und Respekt für ihre Arbeit erreichen, aber ebenso fairere Rahmenbedingungen und Preise für ihre Produkte.
Dieses Engagement unserer jungen Landwirtinnen und Landwirte ist nutzbringend und es muss ernst genommen werden. Ich halte es für wichtig, die jungen Landwirtinnen und Landwirte stärker und schneller in die Überlegungen zur künftigen Agrarpolitik einzubeziehen.
Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:
- Ist der Bundesrat bereit, den Forderungen der Schweizer Landwirtinnen und Landwirte Gehör zu schenken?
- Ist der Bundesrat der Ansicht, dass für eine bessere Interessensvertretung der Landwirtschaft im BLW gesorgt werden sollte? Findet der Bundesrat nicht auch, dass rasch eine Fachgruppe auf die Beine gestellt werden muss, die aus jungen Landwirtinnen und Landwirten besteht, die alle Regionen und landwirtschaftlichen Tätigkeitsbereiche repräsentieren, um den Landwirtinnen und Landwirten von morgen bei den Bundesbehörden Gehör zu verschaffen?
Ich bedanke mich beim Bundesrat für die Beantwortung meiner Fragen.
Stellungnahme des Bundesrates
Der Bundesrat nimmt die Forderungen der Proteste der Landwirtinnen und Landwirte sehr ernst. Am 11. März 2024 empfingen das BLW und mehrere Parlamentarier Vertreterinnen und Vertreter der Bewegung «Révolte agricole Suisse» im Bundeshaus. Dieses Treffen ermöglichte einen direkten Austausch zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der Bewegung und anderen wichtigen Akteuren der Agrarpolitik. Bei der Erarbeitung der nächsten Agrarpolitik (AP30+) wird auf Einbezug und Transparenz gesetzt. In diesem Rahmen fördert der Bundesrat eine Politik, die den Forderungen der konsultierten Akteure Gehör schenkt. Während des gesamten Prozesses der Erarbeitung der AP30+ sollen sich spezifische Arbeitsgruppen, etwa die Begleitgruppe, treffen. Für Mitte 2024 ist zudem das Treffen der landwirtschaftlichen Branchen geplant. Ausserdem wurden und werden auch in Zukunft Ad-hoc-Sitzungen organisiert, an denen verschiedene Branchenorganisationen der Land- und Ernährungswirtschaft vertreten sind.Bei der Einrichtung der Begleitgruppe lag der Fokus auf der Vertretung der jungen Generation, indem doppelt so viele Mitglieder der Junglandwirtekommission (JULA) beteiligt wurden. Zudem findet ein regelmässiger Austausch zwischen der Bundesverwaltung und der JULA statt. In der nächsten Phase der Erarbeitung der Agrarpolitik steht der Bundesrat der Förderung eines regelmässigen und konstruktiven Austauschs mit den jungen Landwirtinnen und Landwirten offen gegenüber.