26.1022 · Anfrage · 2026-03-20
Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
Erledigt
Wortlaut
Seit meiner Anfrage im Jahr 2019 (19.1059) hat sich die Verkehrslage an der Verzweigung Schönbühl in den Morgenstunden erheblich verschlechtert. Die Wartezeiten für Verkehrsteilnehmende aus Biel in Richtung Bern werden immer länger; oft liegen sie bei 20 bis 30 Minuten. Die Situation wird zunehmend untragbar, zumal andere Engpässe mit gezielten Massnahmen entlastet werden konnten: die Ostumfahrung von Bern mit einer dritten Spur auf dem Pannenstreifen und die Gegenrichtung bei Schönbühl mit einer doppelspurigen Ausfahrt von der A1 in Richtung Biel. Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:
1. Wurden Massnahmen zur Verkehrsentlastung bei Schönbühl geprüft oder sind solche geplant? Wie hoch wären die Kosten?
2. Wurde eine dritte Fahrspur in Richtung Bern/Zürich bei Schönbühl geprüft? Wie hoch wären die Kosten?
3. Welche andere Lösung zieht das Bundesamt für Strassen in Betracht, um den zunehmend untragbaren Verkehrsengpass zu beseitigen?
Stellungnahme des Bundesrates
Ein klassisches Dosiersystem bei der Autobahneinfahrt Schönbühl in Richtung Verzweigung A1 ist aufgrund der kurzen Beschleunigungsstrecke mit den vorgelagerten Knoten (Kreuzungen mit Kantonsstrasse) nicht sinnvoll. Ein Regelungssystem an diesen Knoten könnte zwar den Verkehr in Richtung Autobahn dosieren, was wegen des grossen regionalen und lokalen Verkehrsaufkommens jedoch zu Rückstausituationen in das Siedlungsgebiet führen würde. Die negativen Auswirkungen auf das umliegende Netz inklusive des öffentlichen Verkehrs wären somit beträchtlich. Eine dritte Fahrspur auf der Autobahn von Biel in Richtung Bern wurde geprüft, jedoch wieder verworfen, da sie das Problem nicht lösen würde. Das Hauptproblem liegt in der Verzweigung mit der Rampe in Richtung Bern, die stark belastet ist und in einer Steigung liegt. Dieser Abschnitt müsste zweispurig ausgebaut und anschliessend eine Spur auf der A1 abgebaut werden, voraussichtlich inklusive Anpassung der bestehenden SBB-Brücke. Durch die Beseitigung des Engpasses würde sich der Rückstau von Biel auf die A1 verlagern. Dadurch würde dieser Abschnitt zusätzlich belastet, was zu einer Beeinträchtigung des Verkehrsflusses auf der A1 führen könnte. Die Ausfahrt Schönbühl aus Richtung Biel wird mittels Ausbaus des Pannenstreifens verlängert. Dadurch können ausfahrende Fahrzeuge frühzeitig am Stau vorbeifahren, was die Staulänge verkürzt. Diese Massnahme wird derzeit gerade umgesetzt. Die Studie «Verkehr ‘45» der ETH Zürich bestätigt die Wichtigkeit und die grosse Bedeutung des 8-Spurausbaus über das Grauholz. Dieser Ausbau bleibt eine zwingende Voraussetzung, um die vorhandenen Stauprobleme nachhaltig zu entschärfen.