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26.3025 · Postulat · 2026-03-02

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, die Risiken von Streustrom in mit Solarmodulen ausgestatteten Stallbauten zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten.

Der Bericht sollte insbesondere:

  • das Ausmass des Phänomens in der Schweiz und die Anzahl der davon betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe analysieren;

  • mögliche Wechselwirkungen zwischen Photovoltaikanlagen, Stromnetzen und Stalleinrichtungen untersuchen;

  • die Auswirkungen auf das Wohlergehen der Tiere und auf die Nutzung von landwirtschaftlichen Gebäuden mit Photovoltaikanlagen evaluieren;

  • eruieren, ob die aktuellen technischen Normen ausreichend sind;

  • gegebenenfalls regulatorische oder technische Massnahmen vorschlagen, um solche Situationen zu vermeiden.

Der rasche Ausbau von Photovoltaikanlagen auf den Dächern von landwirtschaftlichen Betrieben wird im Rahmen der Energiestrategie gefördert. Nach der Installation solcher Infrastrukturen ist allerdings in mehreren Tierhaltungsbetrieben Streustrom aufgetreten.

Dieses elektrische Phänomen kann die Tiere stark belasten, was zu Produktionsrückgängen und schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen kann. In einigen Fällen haben die kantonalen Veterinärämter aufgrund dieser elektrischen Störung sogar die Nutzung von Stallbauten untersagt.

Diese Situation ist problematisch, da die Hauptfunktion von landwirtschaftlichen Gebäuden die Tierhaltung und die landwirtschaftliche Produktion bleiben muss. Es ist daher notwendig, die Ursachen dieses Phänomens schnell zu klären und zuverlässige technische Lösungen zu finden.

Ein Bericht des Bundes würde es ermöglichen, eine solide wissenschaftliche Grundlage zu schaffen und zu beurteilen, ob Anpassungen der technischen Normen oder des rechtlichen Rahmens erforderlich sind.

Antrag des Bundesrates

Ablehnung

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat nimmt die Probleme, mit denen sich einige Landwirtschaftsbetriebe konfrontiert sehen, sehr ernst. Am 27. August 2025 hat deshalb das Bundesamt für Energie (BFE) ein Treffen zwischen Landwirtinnen und Landwirten sowie Vertreterinnen und Vertretern des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sowie des Eidgenössischen Starkstrominspektorats (ESTI) organisiert, damit die Landwirtinnen und Landwirte ihre Anliegen und Sorgen äussern konnten. Es ist darauf hinzuweisen, dass die bei Nutztieren auftretenden Probleme vielfältige Ursachen haben können und nicht zwangsläufig mit Streustrom zusammenhängen. Zudem können verschiedene Arten von elektrischen Anlagen, beispielsweise Stalleinrichtungen, Streuströme erzeugen. Dieses Problem hängt folglich nicht ausschliesslich mit Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) zusammen. In den meisten Fällen liegt die Ursache in einer schlechten Erdung. Daher wäre es mit umfangreichen Analysen und dementsprechend mit einem enorm hohen Aufwand verbunden, die Anzahl der Betriebe zu ermitteln, deren Nutztiere durch Streustrom belastet werden, der auf die Installation von PV-Modulen zurückzuführen ist – ohne dass dadurch eine konkrete Lösung gefunden würde. Die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV; SR 734.27) schreibt vor, dass elektrische Installationen nach den anerkannten Regeln der Technik erstellt, geändert, in Stand gehalten und kontrolliert werden. Sie dürfen ausserdem weder Personen noch Sachen oder Tiere gefährden. Die Regeln der Technik sind in der Niederspannungs-Installationsnorm (NIN) von Electrosuisse festgelegt. Diese Vorschriften sind so konzipiert, dass bei ordnungsgemässer Anwendung keine Differenzspannungen auftreten, die das Wohlbefinden der Tiere beeinträchtigen könnten. Der Bundesrat ist daher der Ansicht, dass die aktuellen technischen Normen ausreichend sind. Um auf die Bedenken hinsichtlich Streuströmen im Zusammenhang mit PV-Anlagen einzugehen, hält es der Bundesrat für sinnvoller, konkrete Massnahmen zur Prävention zu ergreifen, um dieses Problem von vornherein zu vermeiden, sowie Massnahmen zur Behebung des Problems, falls eine Anlage unsachgemäss errichtet wurde. In beiden Fällen besteht die Lösung im Wesentlichen in einer besseren Ausbildung und Information der Installateurinnen und Installateure sowie der Elektrokontrolleurinnen und -kontrolleure. Die Elektrobranche sieht im Übrigen vor, das Thema Streustrom verstärkt in ihre Weiterbildungen einzubinden. Wichtig ist auch, dass die Landwirtinnen und Landwirte besser informiert sind und wissen, an wen sie sich im Zweifelsfall wenden können. Der Bundesrat empfiehlt, die Informationsplattform Streuströme von agripedia zu konsultieren, die Landwirtinnen und Landwirte über dieses Thema aufklärt und zudem eine Checkliste zur Selbstdiagnose sowie ein Formular zur Kontaktaufnahme mit Fachleuten zur Verfügung stellt.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.