26.3645 · Interpellation · 2026-06-15
Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
Eingereicht
Wortlaut
Hält der Bundesrat die Entlassung von Jean-Daniel Taverney für vereinbar mit den Werten des Service public, den Erwartungen der Schweizer Bürgerinnen und Bürger und den strategischen Zielen der Post?
Welche Massnahmen zieht der Bundesrat in Betracht, um sicherzustellen, dass die Modernisierungsprozesse bei der Post nicht die Qualität der Dienstleistungen und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden beeinträchtigen?
Wie sieht die Politik des Bundesrats bezüglich Gewährleistung der Grundversorgung durch die Post aus? Wie will er die Zugänglichkeit und die Qualität der Postdienste für die gesamte Bevölkerung gewährleisten, auch in ländlichen oder weniger rentablen Gebieten?
Ist der Bundesrat der Ansicht, dass die internen Vorgaben der Post – so etwa das Verbot, Pakete hochzutragen – dazu geeignet sind, die Motivation und das Engagement der Mitarbeitenden zu bewahren?
Begründung
Jean-Daniel Taverney war 42 Jahre lang Briefträger in Vevey. Seine Entlassung hat zu Recht schweizweit für Entrüstung gesorgt. Ihm wurde gekündigt, weil er die Pakete bis in die oberen Stockwerke hochtrug. Er begründete dies damit, dass er seinen Kundinnen und Kunden weiterhin einen hochwertigen Service bieten wolle. Ein Grossteil der Bevölkerung hält seine Entlassung für absurd und unmenschlich. Der Entscheid wirft Fragen auf in Bezug auf die Prioritäten der Post – die ein öffentliches Unternehmen ist – und den Stellenwert, der dem Menschen und der Erhaltung eines kundenorientierten Service public zukommt.
In seinen strategischen Zielen 2025–2028 für die Post hielt der Bundesrat Folgendes fest: «Die Post verfolgt eine fortschrittliche und sozialverantwortliche Personalpolitik» und «Die Post schafft durch ihren Führungsstil [...] beim Personal Vertrauen». Der geschilderte Fall scheint mit diesen Zielen nicht wirklich in Einklang zu stehen.