Lexipedia

preparatory:AB 163808

Stamm Luzi · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2014-06-19

Wortprotokoll

Es wäre schön, wenn wir das lösen könnten, aber wenn Sie so individuell auf die Fälle eingehen wollen, dann sind Sie vom Betreuungsaufwand her "tot". Wenn ein junger Vater verpflichtet wird, für die nächsten siebzehn Jahre für ein Kind zu bezahlen - das war vorhin auch eine meiner Fragen -, muss man dieses Kind dann vom Sozialamt aus siebzehn Jahre lang betreuen? Und wenn es sich erweist, dass es ein "teures" Kind ist, muss man dann gegenüber dem Vater die Unterhaltsbeiträge verändern? Das wäre eben dann die tödliche Bürokratielösung, vor der ich Angst habe.

Um Ihre Frage zu beantworten: Es wäre schön, wenn man alle gleich behandeln könnte, aber da sagt ja auch der Bundesrat: "Nein, nein, nein, einkommensabhängig!" Also, wenn Sie das Glück haben, als Scheidungskind einen Vater zu haben, der viel verdient, können Sie sicher sein, dass Sie Ihren Musikunterricht bezahlt bekommen, und zwar vom Vater. Wenn Sie das Pech haben, dass Sie in einer anderen Familie aufwachsen, oder wenn Sie gar das Pech haben, dass Sie noch völlig vom "Stängeli" fallen, weil die Eltern Sie nicht betreuen, dann haben Sie eben überhaupt Pech gehabt! Das können wir leider nicht lösen. Damit das System praktikabel bleibt, können wir nur so vorgehen, dass wir nach Standardprinzipien entscheiden. Ich wiederhole an dieser Stelle: Ich bin nicht hier am Mikrofon, um zu sagen, wir müssten die Väter oder die Mütter bevorzugen; ich bin nicht hier, um den Einzelfall zu lösen. Stattdessen müssen wir festlegen, dass für ein Kind in diesem und jenem Alter der Vater soundso viel schuldet. Dann gibt es eine gute Lösung.

preparatory:AB 163808 | Lexipedia | Lexipedia