preparatory:AB 363755
Ettlin Erich · Ständerat · Obwalden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-09-24
Wortprotokoll
Ich habe mich jetzt entschieden, auch etwas zu sagen. Während meiner ersten Zeit im Rat war ich von 2015 bis 2019 in der Sicherheitspolitischen Kommission, und wir haben damals schon über den Wechsel von der Armee zum Zivildienst gesprochen. Wir hatten das Thema schon damals. Ich habe mir schnell die Zahlen ausweisen lassen: 2015 waren ungefähr 38[NB]000 Personen im Zivildienst. Heute sind es etwa 58[NB]000.
Das Problem ist ja nicht, und darauf möchte ich hinweisen, dass man den Zivildienst abschaffen will, sondern es geht, glaube ich, darum, dass die Zahlen nicht weiter so stark steigen. Ich habe ein grosses Verständnis dafür, und ich werde auch viel darauf angesprochen, dass man die Leute im Zivildienst braucht und dass sie dort gut eingesetzt sind. Das stimmt ja auch, das ist ja gut. Ich möchte das überhaupt nicht verneinen, da gebe ich Frau Roth auch recht. Die Frage ist für mich, wenn ich beobachte und höre, wo sie überall eingesetzt werden, ob man im Zivildienst nicht einfach Prioritäten setzen und die Leute dort einsetzen sollte, wo sie wirklich gebraucht werden. Ich denke, hier wären Abstufungen möglich, und man sollte sich überlegen, wie das im Zivildienst umgesetzt werden kann.
Ich möchte noch auf Kollege Fivaz reagieren. Er sagte, während der Covid-19-Pandemie seien die Zivildienstleistenden im Gegensatz zu den Armeedienstleistenden wunderbar vorbereitet gewesen. Ich spreche aus eigener Erfahrung: Mein Sohn ist Sanitätssoldat. Er ging in den Aktivdienst, er wurde aufgeboten. Er ist bestens ausgebildet. Es ist nicht so, dass die Armee das nicht konnte. Sie konnte mit den Sanitätsdienstleistenden hervorragende Einsätze leisten. Ich glaube, Zivil- und Armeedienstleistende hier gegeneinander auszuspielen - Sie haben sich so geäussert, Kollege Fivaz -, ist wirklich falsch. Ich glaube, der Zivildienst ist gerechtfertigt, er erbringt gute Dienstleistungen. Dort dürfte man noch ein bisschen genauer schauen, ob man nicht Prioritäten setzen sollte.
Aber das Anliegen ist berechtigt, deshalb bin ich für Eintreten. Es ist wirklich so, wie es Kollegin Gmür gesagt hat. Ich habe damals auch mit meinem Sohn gesprochen. Er sagte: Es wäre wirklich klüger, wenn ich in den Zivildienst gehen würde, dann wäre ich am Sonntagabend zuhause und nicht[NB]irgendwo[NB]in einem Massenschlag. Ich habe ihm dann gesagt: Mach es trotzdem. Aber eigentlich habe ich ihn verstanden.
Wir haben hier wirklich die Pflicht, zu sagen, dass wir den Militärdienst in diesen Zeiten priorisieren sollten. Der Zivildienst hat seine Daseinsberechtigung, es wird ihn weiterhin geben, und er wird, was die Dienstleistenden angeht, weiterhin gute Zahlen haben.