preparatory:AB 62066
Merz Hans-Rudolf · Bundesrat · Appenzell A.-Rh. · 2005-12-08
Wortprotokoll
Ich bin der Vorrednerin und dem Vorredner dankbar, dass sie das Umfeld des Lehrstellenmarktes und der Lehrstellensituation zugrunde gelegt haben. Es geht hier tatsächlich um ein aktuelles Problem und damit um ein politisches Thema. In diesem Rahmen muss und darf man auch die Situation des Bundes als Arbeitgeber im Lehrlingsbereich sehen.
Wenn in der Einleitung zur Motion gesagt wird, der Bund komme seinen Verpflichtungen in der Berufsbildung nicht nach, besonders beim Lehrstellenangebot, dann kann davon keine Rede sein - schon rein von den Zahlen her gesehen. Wir haben in den letzten sechs Jahren die Anzahl der Lehrstellen von 650 auf über 900, d. h. um 40 Prozent, erhöht. Wir haben auch in den letzten Monaten die Zahl dieser Stellen wieder erhöht und damit die Ausbildungsplätze geschaffen, die nötig sind, um auch in der Lehrstellenpolitik an der Spitze zu bleiben. Wir sind heute mit etwa 3,5 Prozent absolut auf Augenhöhe mit der Privatwirtschaft. Wir wollen das auch sein. Es ist klar, dass der Bund auch in diesem Bereich ein vorbildlicher Arbeitgeber sein muss und es auch sein will.
Damit komme ich von den Zahlen zu den Qualitäten. Es ist so, dass wir eine eindeutige Berufsbildungspolitik haben und in dieser Berufsbildungspolitik grossen Wert auf die Qualität der Berufsbildung legen. Wir beweisen das auch, indem wir - als Beispiel - Hand bieten und uns engagieren in der Umsetzung der meines Erachtens nicht unproblematischen neuen kaufmännischen Grundbildung. Wir versuchen hier, auch die Praxisnähe, die Professionalität zu beeinflussen; wir engagieren uns also auch in diesen qualitativen Bereichen. Zudem haben wir beim Bund immerhin 40 Lehrberufe. Der Bund ist ein faszinierender Arbeitgeber, nicht nur für die Lehrlinge, sondern auch im ganzen Spektrum der Berufe. Das manifestiert sich von unten nach oben, von den Lehrberufen bis zu den Stellen in der Bundesverwaltung.
Wir wollen bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen auch künftig eine Vorreiterrolle spielen. Das Parlament hat uns bis jetzt die nötigen Mittel bewilligt. Ich sehe hier keine Gefahr.
Ich empfehle Ihnen deshalb, die Motion abzulehnen.