Vermieten von Werkexemplaren in BibliothekenPDF385.08 kB22. April 1994
EIDGENÖSSISCHE SCHIEDSKOMMISSION FÜR DIE VERWERTUNG VON URHEBERRECHTEN COMMISSION ARBITRALE FEDERALE EN MATIERE DE PERCEPTION DE DROITS D’AUTEUR COMMISSIONE ARBITRALE FEDERALE PER LA RISCOSSIONE DEI DIRITTI D'AUTORE
Beschluss vom 22. April 1994 betreffend den gemeinsamen Tarif 6
(GT 6) Vermieten von Werkexemplaren in Bibliotheken
Besetzung:
Präsident: e Franz Schmid, Luzern
Neutrale Beisitzer: e Pierre Greber, Genève e Verena Bräm-Burckhardt, Zürich
Vertreter der Urheber: e Magda Streuli-Youssef, Zürich
Vertreter der Werknutzer:
e Martin Vonplon, Bern
Sekretàr: e Carlo Govoni, Bern
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In tatsächlicher Hinsicht hat sich ergeben:
1. Am 11. Februar 1994 haben die fünf Verwertungsgesellschaften PRO
LITTERIS, SOCIETE SUISSE DES AUTEURS, SUISA, SUISSIMAGE und SWISSPERFORM der Schiedskommission Antrag auf Genehmigung ihres gemeinsamen Tarifs 6 (GT 6) für das Vermieten von Werkexemplaren in Bi- bliotheken gestellt. Der Tarifentwurf trägt das Datum vom 1. Februar 1994. Als gemeinsame Zahlstelle im Sinne von Art. 47 Abs. 1 URG wurde die PRO LITTERIS bezeichnet.
2. Der Antrag der Verwertungsgesellschaften enthält auch eine Berichterstat-
tung über den Verlauf der Verhandlungen mit den massgebenden Nutzerver- bänden (Art. 46 Abs. 2 URG). Daraus geht hervor, dass die Verwertungsge- sellschaften mit dem Verband der Bibliotheken und der Bibliothekarinnen/ Bibliothekare der Schweiz (BBS), der Schweiz. Arbeitsgemeinschaft der all- gemeinen öffentlichen Bibliotheken (SAB), den Pestalozzibibliotheken und dem Dachverband der Urheber- und Nachbarrechtsnutzer (DUN) eine Eini- gung erzielen konnten.
3. Da nicht alle in der Eingabe als Verhandlungspartner erwähnten Kreise dem
Verhandlungsergebnis ausdrücklich zugestimmt hatten, wurde mit Präsidial- verfügung vom 18. Februar 1994 gestützt auf Art. 10 Abs. 2 URV ein Ver- nehmlassungsverfahren durchgeführt. Es ergab, dass von keiner Seite Vor- behalte gegenüber der Vorlage bestehen.
4. Gestützt auf das positive Vernehmlassungsergebnis erfolgte die Behandlung
des Genehmigungsantrags gemäss Art. 11 URV auf dem Zirkulationsweg.
5. Der GT 6 ergänzt den von der Schiedskommission mit Beschluss vom 5. April
1994 genehmigten GT 5, der sich ebenfalls auf das Vermieten von Werk-
exemplaren gemäss Art. 13 URG bezieht, aber nicht auf Bibliotheken und vergleichbare gemeinnützige Institutionen, sondern auf Videotheken Anwen- dung findet. Die Aufstellung von zwei Tarifen für das Vermieten von Werk- exemplaren ist auf ausdrücklichen Wunsch der Nutzerverbände erfolgt, die damit den unterschiedlichen Verhältnissen in den Videotheken einerseits und den öffentlichen Bibliotheken anderseits Rechnung tragen wollten.
Die Bibliotheken fallen jedoch nur insofern unter den GT 6, als sie Werk- exemplare wie Bücher, CD's, Ton- oder Videokassetten vermieten. Soweit sie diese Werkexemplare lediglich ausleihen, schulden sie dafür den Urhebern
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und Leistungsschutzberechtigten keine Vergütung. Entsprechend der gesetz- lichen Regelung erfasst der GT 6 nur die entgeltliche Gebrauchsüberlassung von Werkexemplaren.
Gemäss Ziff. 4 der Tarifvorlage betragen die Vergütungsansätze 8 % (für Bü- cher) und 12 % (für Ton- und Tonbildträger) des von den Benützern bezahl- ten Entgelts.
Auf eine rückwirkende Anwendung des GT 6 wurde im gegenseitigen Einver- nehmen verzichtet. Der GT 6 soll vom 1. Mai 1994 bis zum 31. Dezember
1997 gültig sein.
6. Der zur Genehmigung vorgeschlagene Tarif hat in den drei Amtssprachen
den folgenden Wortlaut:
Fassung vom 1. Februar 1994
Gemeinsaner Tarif 6
Vermieten von Werkexemplaren in Bibliotheken
Gegenstand des Tarifes
Der Tarif bezieht sich auf das Vermieten von nach dem Urheberrechtsgesetz geschützten Tonträgern, Tonbildträgern und Büchern (nachstehend "Werkexen- plare" genannt).
Unter Vermieten wird die Gebrauchsüberlassung von Werkexemplaren gegen Entgelt sowie jedes andere
Rechtsgeschäft mit gleichem wirtschaftlichem Zweck verstanden.
Engelt sind auch einmalige oder wiederkehrende Bei- träge, die zu einem zeitlich beschränkten Mieten von Werkexemplaren berechtigen.
Nicht als Entgelt im Sinne dieses Tarifes gelten einmalige Einschreibegebühren, jährliche Mitglied- schaftsbeiträge oder sonstige, nicht pro Vermiet- vorgang erhobene periodische Verwaltungsgebühren, wenn der Vermieter eine gemeinnützige Bibliothek ist und damit einen Teil der Betriebskosten deckt.
Vermieter
Der Tarif richtet sich an Bibliotheken und ver- gleichbare gemeinnützige Institutionen, die Werk-
exemplare vermieten (nachstehend "Vermieter" ge- nannt).
Vom Tarif ausgenommen sind Vermietungen, bei wel- chen Werkexemplare zu einer vertraglich vereinbar- ten Nutzung (Art. 13 Abs. 2 lit. c URG) vermietet werden, sofern der Vermieter berechtigt ist, solche urheberrechtlichen Nutzungsrechte zu übertragen.
Verwertungsgesellschaften, gemeinsame Zahlstelle, Freistellung
Die ProLitteris ist für diesen Tarif Vertreterin und gemeinsame Zahlstelle der Verwertunggesell- schaften
ProLitteris
SOCIETE SUISSE DES AUTERUS SUISA
SUISSIMAGE
SWISSPERFORM
Die Vermieter werden mit der Zahlung der Vergütung gemäss diesem Tarif von Forderungen aus Urheber- recht und verwandten Schutzrechten für die Vermie- tung von Werkexemplaren in der Schweiz und in Liechtenstein freigestellt.
Vorbehalten bleibt die Anwendung eines allfälligen anderen durch die zuständigen Behörden festgesetz- ten Tarifes für das Gebiet von Liechtenstein.
Vergütung Die Vergütungen betragen:
a) Für Tonträger: - für Urheberrechte 9 % - für verwandte Schutzrechte 3
b) Für Tonbildträger: - für Urheberrechte 9 % - für verwandte Schutzrechte 3
c) Für Bücher: - für Urheberrechte 8 % der von den Benützern bezahlten Entgelte.
Die Vergütung wurd verdoppelt, wenn sich der Ver- mieter durch unrichtige oder lückenhafte Angaben oder Abrechnungen schuldhaft einen unrechtmässigen Vorteil verschafft hat.
Die Vergütung versteht sich ohne eine allfällige Mehrwertsteuer.
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Abrechnung
Die Vermieter geben der ProLitteris bis Ende März die von den Benützern im Vorjahr bezahlten Entgelte bekannt, getrennt nach Büchern, Tonträgern und Ton- bildträgern.
Die ProLitteris kann beim Vermieter stichprobenwei- se Angaben über die vermieteten Werke erheben. Die Modalitäten werden mit den Verbänden der Vermieter abgesprochen.
Die ProLitteris kann Belege für die Angaben der Vermieter verlangen.
Werden die Angaben oder Belege nicht innert 60 Ta- gen nach dem vereinbarten oder festgesetzten Termin eingereicht, oder verweigert der Vermieter Einsicht in seine Bücher, räumt die ProLitteris eine Nach- frist ein. Verstreicht auch diese Nachfrist unge- nutzt, so kann die ProLitteris die nötigen Erhebun- gen auf Kosten des Vermieters durchführen oder durchführen lassen. Sie kann ferner die Angaben schätzen und gestützt darauf Rechnung stellen.
Zahlungen
Alle Rechnungen der ProLitteris sind innert 30 Ta- gen zahlbar.
Die ProLitteris kann monatliche oder andere Akonto- Zahlungen verlangen.
Gültigkeitsdauer
Dieser Tarif tritt mit der Genehmigung der Eidge- nössischen Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten in Kraft und gilt für Vermietungen vom 1. Mai 1994 bis 31. Dezember 1997.
1.1
1.2
1.3
1.4
2.2
rif un 6
Location d'exemplaires d'oeuvres dans les bibliothèques
Objet du tarif
Le présent tarif concerne la location de livres, de supports sonores et audiovisuels (dénommés ci-après "exemplaires d'oeuvre") protégés par la loi sur le droit d'auteur.
Par location, il faut entendre ici la cession de l'usage d'exemplaires d'oeuvre contre indemnité, ainsi que tout autre acte juridique aux mêmes fins économiques.
Les contributions financières, uniques ou répétées, qui donnent droit à un usage limité dans le temps d'exemplaires d'oeuvre sont également considérées comme des indemnités, au sens de ce tarif.
Par contre, les finances d'inscription, les cotisations annuelles de membres ou autres taxes administratives périodiques. qui ne sont pas liées à l'acte de location, ne sont pas considérées comme des indemnités au sens de ce tarif, si le loueur est une bibliothèque d'utilité publique et qu'il couvre ainsi une partie de ses frais d'exploitation.
Loueurs
Le présent tarif s'adresse aux bibliothèques et aux institutions d'utilité
publique semblables (désignées ci-après loueurs") qui louent des exemplaires d'oeuvre.
Sont exclus du présent tarif, les exemplaires d'oeuvre loués en vue d'une exploitation de droits d'auteur convenue par contrat (art. 13. al. 2. lit c.
LDA), pour autant que le loueur soit fondé a céder de tels droits d'utilisation.
Sociétés de gestion, centrale d'encaissement, libération
Délégataire du présent tarif, ProLitteris fonctionne également comme centrale d'encaissement pour les sociétés de gestion suivantes:
PRO LITTERIS
SOCIETE SUISSE DES AUTEURS SUISA
SUISSIMAGE
SWISSPERFORM
3.2 En s'acquittant des redevances fixées dans le présent tarif, les loueurs
sont libérés de toute prétention fondée sur le droit d'auteur et les droits voisins pour la location d'exemplaires d'oeuvre en Suisse et au Liechtenstein.
3.3 L'application d'un autre tarif, fixé par les autorités compétentes, demeure
réservée pour la Principauté du Liechtenstein.
IP
Redevances
4.1 a) Pour les supports sonores, la redevance se monte à:
9 % de l'indemnité payée par l'utilisateur, pour les droits d'auteur,
3 % de l'indemnité payée par l'utilisateur, pour les droits voisins.
b) Pour les supports audiovisuels. la redevance se monte à:
9 % de l'indemnité payée par l'utilisateur, pour les droits d'auteur,
8 % de l'indemnité payée par l'utilisateur, pour les droits voisins.
c) pour les livres, la redevance se monte à:
8 % de l'indemnité payée par l'utilisateur, pour les droits d'auteur.
4.2 La redevance est doublée si le loueur a acquis indüment, par des
données ou des décomptes incorrects ou mensongers, un avantage
illégitime.
4.3 La redevance se calcule sans tenir compte d'une éventuelle taxe sur la
plus-value.
fn
Décompte
5.1 Les loueurs communiquent à ProLitteris, jusqu'à fin mars, le relevé par
catégorie des indemnités payées l'année précédente par les utilisateurs, en distinguant celles qui concernent les livres, les supports sonores et les supports audiovisuels.
5.2 ProLitteris peut contrôler, par sondage auprès des loueurs, les données
sur les oeuvres louées. Les modalités en seront discutées avec les associations de loueurs.
5.3 ProLitteris peut exiger des justificatifs concernant les renseignements
fournis par les loueurs.
5.4 Siles données ou les justificatifs ne sont fournis pas dans les 60 jours
suivant le délai fixé ou convenu, ou si le loueur refuse l'accès à ses livres comptables, ProLitteris impartit un délai supplémentaire. Si ce délai n'est pas mis à profit, ProLitteris peut effectuer ou faire effectuer les investigations nécessaires aux frais du loueur; elle peut en outre procéder à une estimation des données et établir sa facture sur cette base.
6. Paiements
6.1 Toutes les factures de ProLitteris sont payables à 30 jours.
6.2 ProLitteris peut exiger des acomptes intermédiaires ou des mensualités.
Z. Durée de validité
7.1 Le présent tarif entre en vigueur avec son approbation par la Commission
arbitrale fédérale et s'applique aux locations négociées entre le ler mai
1994 et le 31 décembre 1997.
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1.2
1.4
IP le
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2.2
(es) le
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Tariffa comune 6
Locazione di esemplari di opere in biblioteche
Oggetto della tariffa
La tariffa concerne la locazione di supporti sonori, audiovisivi e di libri tutelati secondo la Legge sul
diritto d'autore (qui sotto denominati "esemplari di opere").
Dare in locazione significa cedere l'uso di esemplari di opere contro rimunerazione o effettuare ogni altra operazione giuridica con il medesimo scopo economico.
Le rimunerazioni rappresentano anche importi unici o ripetuti che danno diritto ad una locazione limitata nel tempo degli esemplari di opere.
Non vengono considerate rimunerazioni ai sensi della presente tariffa tasse d'iscrizione uniche, quote annuali di societariato o altre tasse d'amministrazione riscosse periodicamente che non vengono effettuate in occasione di ogni locazione, quando il locatore & una biblioteca di pubblica utilitä e copre cosi una parte delle spese d'esercizio.
Locatore
La tariffa riguarda biblioteche e altre simili istituzioni di pubblica utilitä che danno in locazione esemplari di opere (qui sotto denominati "locatori").
La tariffa non concerne quelle locazioni, i cui esemplari di opere vengono dati in locazione per un'utilizzazione autorizzata contrattualmente (LDA art. 13, par. 2, lett. c), nella misura in cui il locatore ha il diritto di cedere tali diritti di utilizzazione soggetti alla Legge.
Societä di gestione, ufficio di pagamento comune, esonero
La ProLitteris è la rappresentante per la presente tariffa come pure l'ufficio di pagamento comune delle società di gestione
ProLitteris
Société Suisse des Auteurs SUISA
SUISSIMAGE
SWISSPERFORM
3.2
3.3
. r
4.3
I locatori vengono esonerati, pagando l'indennità secondo la presente tariffa, dalle pretese in base al diritto d'autore e ai diritti di protezione affini per la locazione di esemplari di opere in Svizzera e nel Principato del Liechtenstein.
Rimane riservata l'applicazione di un'eventuale tariffa stabilita dalle autoritä competenti per il territorio del Liechtenstein.
Indennitä
L'indennità ammonta a
a) per i supporti sonori
per 1 diritti d'autore 9 %
per i diritti di protezione affini 3 %
b) per i supporti audiovisivi
per i diritti d'autore 9 %
per i diritti di protezione affini 3%
c) per i libri
per i diritti d'autore 8 %
delle rimunerazioni pagate dagli utenti.
L'indennità viene raddoppiata se il locatore si rende colpevole di trarre profitto illegalmente, fornendo intenzionalmente informazioni e conteggi sbagliati o incompleti.
L'indennità s'intende senza un'eventuale imposta sul
valore aggiunto.
Conteggio
I locatori comunicano alla ProLitteris entro la fine di marzo l'importo dei pagamenti effettuati dagli utenti
separatamente per i libri, i supporti sonori e i supporti audiovisivi.
La ProLitteris pud richiedere al locatore, in occcasione di sondaggi, informazioni sulle opere date in locazione.
La ProLitteris pud pretendere dei giusitificativi circa le indicazioni formite dal locatore.
Se le indicazioni o i giusitificativi non pervengono entro
60 giorni dal termine stabilito o se il locatore rifiuta
l'accesso ai suoi libri contabili, la ProLitteris concede un termine supplementare. Se anche tale termine non viene rispettato, la ProLitteris puö effettuare, o far effet- tuare i necessari accertamenti a spese del locatore; essa puö inoltre eseguire una stima delle indicazioni e, su tale base, presentare la fattura.
Pagamenti
Tutte le fatture della ProLitteris vanno pagate entro 30 giorni.
La ProLitteris può richiedere acconti mensili o di altro tipo.
Durata della validità
La presente tariffa entra in vigore con l'approvazione
della Commissione arbitrale federale e vale per locazioni dal 1° maggio 1994 al 31 dicembre 1997.
ESchK 13
Die Schiedskommission zieht in Erwägung:
Nach Art. 9 Abs. 2 URV sind die Anträge auf Genehmigung eines neuen Ta- rifs mindestens sieben Monate vor ihrem Inkrafttreten einzureichen. Der Prä- sident kann jedoch in begründeten Fällen von der Einhaltung dieser Frist ab- sehen, was im vorliegenden Fall sowie auch bei anderen Genehmigungs- anträgen, die sich auf die Vergütungsansprüche des neuen URG stützen, geschehen ist. In Anbetracht der Tatsache, dass Art. 83 Abs. 2 URG eine rückwirkende Anwendung der Tarife für die neuen Vergütungsansprüche er- laubt, liegt es im Interesse aller Beteiligten, die Zeit zwischen der Antragstel- lung und dem Inkrafttreten der Tarife möglichst kurz zu halten. Gegen eine Verkürzung der Antragsfrist ist unter den gegebenen Umständen besonders dann nichts einzuwenden, wenn sich die Verhandlungspartner geeinigt ha- ben und der Tarif gemäss Art. 11 URV auf dem Zirkularweg behandelt wer- den kann.
Gemäss der bisherigen, vom Bundesgericht ausdrücklich bestätigten und auch nach dem Inkrafttreten des neuen URG von der Schiedskommission beibehaltenen Praxis ist ein Tarif grundsätzlich genehmigungsfähig, wenn ihm die massgebenden Nutzerverbände zugestimmt haben (Entscheide und Gutachten der ESchK, Bd. III, S. 190). Entspricht ein Tarif, wie im vorliegen- den Fall, vollumfänglich dem Ergebnis der Verhandlungen zwischen den Verwertungsgesellschaften und den Nutzerverbänden, so ist er sowohl in seinem Aufbau als auch in seinen einzelnen Bestimmungen als angemessen anzusehen (Art. 59 Abs. 1 URG).
Die Verwertungsgesellschaften haben bei der Festlegung der Entschädi- gungsansätze die in Art. 60 Abs. 2 URG vorgesehenen Maximalwerte von
10 % für die Urheberrechte und 3 % für die verwandten Schutzrechte unter
Beachtung der Pro-rata-temporis-Regel an sich voll ausgeschöpft. Diese Re- gel besagt, dass die Vergütung entsprechend dem Anteil von urheberrecht- lich nicht geschützten Werken an der Nutzung zu kürzen ist. Unter Berück- sichtigung des Umstandes, dass auf eine rückwirkende Anwendung des Tarifs verzichtet wird und die Nutzerverbände den Ansätzen ausdrücklich zu- gestimmt haben, ist die Ausschöpfung der gesetzlich zulässigen Limite nicht zu beanstanden.
ESchK 14
Demnach beschliesst die Eidg. Schiedskommission:
Der für die Zeit vom 1. Mai 1994 bis zum 31. Dezember 1997 vorgesehene gemeinsame Tarif 6 für das Vermieten von Werkexemplaren in Bibliotheken wird genehmigt.
Den Verwertungsgesellschaften wird gestützt auf Art. 2a Abs. 2 der Gebüh- renverordnung vom 17.2.1993 eine Spruchgebühr von Fr. 1'500.- auferlegt. Sie haften dafür solidarisch.
Schriftliche Mitteilung an:
- die Verwertungsgesellschaften PL, SSA, SI, SUISA und SWISSPERFORM
- Verband der Bibliotheken und der Bibliothekarinnen/Bibliothekare der Schweiz (BBS), Basel
- Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken (SAB), Bern
- Pestalozzibibliotheken, Zürich
- DUN, Dachverband der Urheber- und Nachbarrechtsnutzer, Bern
Eidg. Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten
Der Präsident Der Sekretär Dr. F. Schmid C. Govoni
Rechtsmittel
Gegen diesen Beschluss kann innerhalb von 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben werden (Art. 98 lit. e und Art. 106 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege, Fassung vom 20. Dezember 1968).