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Kantonales Jugendamt (KJA), Kantonale Einrichtungen (PG 4456520000). Kreditüberschreitung 2026

Regierungsratsbeschluss RRB Nr.: 627/2026 Datum RR-Sitzung: 10. Juni 2026 Direktion: Direktion für Inneres und Justiz Geschäftsnummer: 2026.DIJ.7644 Klassifizierung: Nicht klassifiziert

Kantonales Jugendamt (KJA), Kantonale Einrichtungen (PG 4456520000); Kreditüber- schreitung 2026

Erwägungen

1. Gegenstand

Kreditüberschreitung 2026, bzw. nachkreditpflichtige Abweichung ohne Entscheidungsspiel- raum. Saldounterschreitung von CHF 2'565’000 in der Produktgruppe 4456520000.

2. Rechtsgrundlagen

‒ Art. 2 ff. Gesetz über die Leistungen für Kinder mit besonderem Förder- und Schutzbedarf vom 03.12.2020 (KFSG; BSG 213.319) ‒ Art. 9 ff. des Finanzhaushaltsgesetzes vom 15. Juni 2022 (FHG; BSG 620.0) ‒ Art. 9 der Finanzhaushaltsverordnung vom 16. November 2022 (FHaV; BSG 621.1)

3. Kreditsumme und Produktgruppe

3.1 Auswirkungen auf die Saldi der Erfolgsrechnung und der Investitionsrechnung

Der Budgetsaldo der Erfolgsrechnung wird voraussichtlich um CHF 2'565’000 unterschritten (Er- tragsminderung). Auf die Investitionsrechnung hat die Budgetunterschreitung keine Auswirkung.

Produktgruppe Nr. 4456520000, Kantonale Einrichtungen Beträge in CHF

Saldo Erfolgsrechnung / Budgetkredit (SOLL) 2026 -510’263

Saldo Erfolgsrechnung / Rechnung (IST) 2026 2'054’737

Kreditüberschreitung 2026 2'565’000

3.2 Produktgruppe(n), in der/denen die Kompensation vorgesehen ist

Die Kreditüberschreitung wird nicht innerhalb der Direktion kompensiert werden können. Sie entsteht aus rechtlich vorgegebenen Aufwänden und Erträgen.

4. Begründung

Das Gesamtergebnis der Produktgruppe Nr. 4456520000, Kantonale Einrichtungen, wird vo- raussichtlich im Vergleich zum Budget um CHF 2'565’000 schlechter ausfallen.

In CHF Budget Erwartete Rech- Abweichung nung 2026

Betrieblicher Aufwand 43'153’818 44'088’818 -935’000

30 Personalaufwand 34'657’981 35'362’981 -705’000

31 Sach- und übriger Betriebsaufwand 6'245’890 6'245’890 0

33 Abschreibungen Verwaltungsvermögen 77’148 77’148 0

35 Einlagen in Fonds und Spezialfinanzierungen 0 0 0

36 Transferaufwand 1’200 1’200 0

37 Durchlaufende Beiträge 0 0 0

39 Interne Verrechnungen 2'171’599 2'401’599 -230’000

Betrieblicher Ertrag -43'630’291 -42'000’291 -1'630’000

40 Fiskalertrag 0 0 0

41 Regalien und Konzessionen 0 0 0

42 Entgelte -9'434’689 -7'264’689 -2'170’000

43 Verschiedene Erträge 0 0 0

45 Entnahmen aus Fonds und Spezialfinanzierung 0 0 0

46 Transferertrag -935’115 -1'515’115 580’000

47 Durchlaufende Beiträge 0 0 0

49 Interne Verrechnungen -33'260’487 -33'220’487 -40’000

Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit -476’473 2'088’527 -2'565’000

34 Finanzaufwand 4'210 4’210 0

44 Finanzertrag -38’000 -38’000 0

Ergebnis aus Finanzierung -33’790 -33’790 0

Operatives Ergebnis -510’263 2'054’737 -2'565’000

38 Ausserordentlicher Aufwand 0 0 0

48 Ausserordentlicher Ertrag 0 0 0

Ausserordentliches Ergebnis 0 0 0

Gesamtergebnis der Erfolgsrechnung -510’263 2'054’737 -2'565’000 (Globalbudget)

Kommentierung:

Die erwartete Kreditüberschreitung des laufenden Jahres resultiert massgeblich aus den Auf- wendungen für das Jugendheim Lory (CHF 1,7 Mio.), einer kantonalen Einrichtung für verhal- tensauffällige, normalbegabte junge Frauen im Alter zwischen 13 und 22 Jahren. Zusätzlicher Treiber sind kostenwirksame Verschiebungen (CHF 0,8 Mio.) bei der kantonalen Beobachtungs- station Bolligen (BEO).

Der Personalaufwand (SG 30) wird Ende Jahr voraussichtlich CHF 0,7 Millionen höher sein als budgetiert. Die hohe Betreuungsintensität führt zu vermehrten Kurz- und Langzeitabsenzen beim Personal. Aufgrund der kantonal gekündigten Krankentaggeldversicherung schlagen sich diese überdurchschnittlich hohen Ausfälle direkt als Mehraufwand nieder.

Die Entgelte (SG 42) werden gemäss Prognose CHF 2,2 Millionen tiefer ausfallen. Die BEO be- treut unter Vollauslastung einen signifikant höheren Anteil Jugendlicher mit Wohnsitz im Kanton Bern als im Budget angenommen. Die Anzahl und Leistungen an Jugendlichen mit ausserkanto- nalem Wohnsitz fallen deshalb geringer aus.

Mit dem Mehrertrag bei den Transfererträgen (SG 46) von CHF 0,6 Millionen können die tiefe- ren Entgelte nur teilweise aufgefangen werden. Die Refinanzierung erbrachter Bildungsleistun- gen der BEO für Berner Jugendliche im Umfang von CHF 0,8 Millionen ist derzeit ungedeckt. Ein Ausgleich über die internen Verrechnungen im aktuellen Abgeltungssystem der BKD ist noch in Abklärung, weshalb dieser Betrag voraussichtlich die Kreditüberschreitung erhöht. Pa- rallel dazu führt die personalbedingte Unterauslastung des JHL (77,5 %) zu einer ertragsseiti- gen Minderbelegung, welche das Ergebnis im Vergleich zum Budget um voraussichtlich CHF 0,3 Millionen schmälert.

Im Namen des Regierungsrates

Christoph Auer Staatsschreiber

Verteiler ‒ Finanzkommission ‒ Direktion für Inneres und Justiz

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