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Psychiatrische Universitätsklinik, Sanierung Wirtschaftstrakt, gebundene Ausgabe

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 25. August 2010

1236. Psychiatrische Universitätsklinik

Erwägungen

(Sanierung Wirtschaftstrakt) Die Psychiatrische Universitätsklinik (PUK) wurde zwischen 1864 und 1870 nach den Plänen des damaligen Staatsbaumeisters Caspar Wolff erbaut. Die erste grosse Erweiterung der Klinik erfolgte in den Jahren 1930 bis 1934. 1973 wurde der Wirtschaftstrakt in Betrieb genommen; gleichzeitig wurden auch die unterirdischen Verbindungsgänge fertig- gestellt, welche die Patiententrakte an den Wirtschaftstrakt anbinden. Im Wirtschaftstrakt sind heute im Untergeschoss die Büros des Sozial- dienstes, Lager- und Kühlräume sowie Teile der Wäscherei unter- gebracht. Das Erdgeschoss umfasst die Hauptküche und das Patienten- restaurant. Im 1. Obergeschoss befinden sich weitere Bereiche des Personalrestaurants, Teile der Wäscherei und der internistische Dienst. Die Küche der PUK produziert jährlich rund 240 000 Mahlzeiten. Davon werden rund 60 000 Mahlzeiten im Restaurant serviert. 55 000 Mahlzeiten entfallen auf Diät- und Spezialkost. Als unterstützende Dienstleistungseinheit leistet die Hauptküche einen massgeblichen Beitrag an die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten sowie an die Mitarbeitenden. Der Wirtschaftstrakt wurde seit der Inbetriebnahme vor 37 Jahren nie umfassend saniert, sodass die meisten Bauteile am Ende ihrer Nut- zungsdauer sind. Im Detail weist das Gebäude folgende Mängel auf: – Hauptküche Die Küche blieb seit 1973 baulich unverändert. Lediglich defekte Ap- parate und Einrichtungen wurden ersetzt bzw. ergänzt. Das Lebens- mittelinspektorat stellt in seinem Bericht vom 15. November 2006 er- hebliche Mängel bezüglich der räumlich-betrieblichen Voraussetzun- gen für die Logistik und die Küche fest. Dies betrifft vor allem die Anlieferung der Küche, die internen Verkehrswege und den Produk- tionsbereich. – Restaurant Die Restaurants und Cafeterias für das Personal sowie die Patientin- nen und Patienten verteilen sich heute auf das Erd- und das Oberge- schoss. Sie sind bezogen auf die Anzahl Sitzplätze flächenmässig überdimensioniert. Zudem ist das Betreiben einer Essensausgabe auf jedem Geschoss betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll.

– Wäscherei Die Räumlichkeiten der Wäscherei sind auf das Unter- und Oberge- schoss verteilt. Dieser Umstand ist betrieblich mit wesentlichen Nach- teilen verbunden. – Gebäudehülle Die Bauweise der Gebäudehülle entspricht den Standards der 70er- Jahre. Die Gebäudehülle weist erhebliche energetische Mängel auf. So liegt der gegenwärtige Heizwärmebedarf des Gebäudes viermal höher als von den Wärmedämmvorschriften vorgegeben. – Haustechnische Anlagen Sämtliche haustechnischen Anlagen sind am Ende ihrer Nutzungs- dauer angelangt. Aus diesen Gründen muss der Wirtschaftstrakt umfassend saniert werden. Dadurch kann die Qualität der Essenszubereitung für Patien- tinnen und Patienten sowie Mitarbeitende längerfristig sichergestellt, eine ökonomischere Produktion und Ausgabe der Mahlzeiten ermög- licht und der Energieverbrauch gesenkt werden. Das Hochbauamt hat durch das Architekturbüro Armin Benz Martin Engeler, St. Gallen, ein Projekt ausarbeiten lassen. Dieses sieht folgende einzelnen Massnah- men vor: – Hauptküche Für die Küche und das Restaurant wurde unter Einbezug eines Ga- stroplaners ein neues Gastronomiekonzept erarbeitet. Die Produk- tionsküche wird neu gegen das Restaurant geöffnet. Es wird eine Freeflow-Ausgabe eingerichtet. Im Weiteren werden die Kühl- und Lagerräume optimiert und insgesamt verkleinert. Gemäss den Vor- gaben des Lebensmittelinspektorates wird eine zweite Anlieferung für den Non-Food-Bereich eingerichtet. – Restaurant Der Restaurantbereich im Obergeschoss wird aufgehoben. Im Erd- geschoss wird eine Galerie eingezogen. Die Sitzplatzzahl wird von 416 auf 322 verkleinert. Es wird nur noch eine Essensausgabe be- trieben. Die dadurch frei gewordenen Flächen im Obergeschoss von 400 m2 dienen in Zukunft als Rochadeflächen für weitere Baumass- nahmen der PUK. Sie werden vorerst nicht ausgebaut, sondern im Rohbau belassen. – Wäscherei / Sozialdienst / internistischer Dienst Die Wäscherei wird im Untergeschoss eingerichtet. Der Sozialdienst wird neu im Obergeschoss untergebracht. Der internistische Dienst bleibt im Obergeschoss.

– Gebäudehülle Die bestehenden Fenster werden durch Aluminiumfenster ersetzt. Die Fassade wird aussen gedämmt und mit Zementplatten bzw. Alu- miniumblechen verkleidet. Sämtliche Flachdächer werden erneuert. Mit diesen Massnahmen kann der vorgeschriebene Grenzwert für den Heizenergiebedarf erreicht werden. – Haustechnische Anlagen Die Elektro-, Heizungs-, Lüftungs- und Kälteanlagen werden voll- ständig erneuert. Neu wird die Wärme hauptsächlich aus der Abwär- me der Kochprozesse und der gewerblichen Kälteerzeugung gewon- nen. Durch dieses Abwärmenutzungskonzept müssen lediglich 3% des Gebäudewärmebedarfs mit fossiler Energie gedeckt werden. Die CO2-Emmissionen des Gebäudes können dadurch von 128 t auf rund 5 t pro Jahr vermindert werden. – Provisorien Für die Bauarbeiten muss der Wirtschaftstrakt ausser Betrieb ge- nommen werden. Um die Versorgung der PUK aufrechterhalten zu können, sind mehrere Provisorien notwendig. So wird für die Küche ein Containerprovisorium mit Verpflegungszelt erstellt. Die Büros werden im Trakt D und die Wäscherei vorübergehend im Trakt FW untergebracht. Die Kosten der Massnahmen betragen gemäss Kostenvoranschlag der Architekten vom 26. August 2009 Fr. 25 600 000 (Kostenstand 1. April 2009, Genauigkeitsgrad ±10%). Sie setzen sich wie folgt zusammen: Provisorien Erneuerungs- Mobilien Total Franken unterhalt Vorbereitungsarbeiten 1 125 000 1 125 000 Gebäude 12 777 000 12 777 000 Betriebseinrichtungen 2 199 000 2 199 000 Umgebung 150 000 150 000 Baunebenkosten 3 903 000 3 903 000 Ausstattung 149 000 149 000 Reserve (rund 8%) 250 000 1 645 000 12 000 1 907 000 Provisorien 3 390 000 3 390 000 Total (einschliesslich MWSt 7,6%) 3 640 000 21 799 000 161 000 25 600 000 Von den Fr. 25 600 000 entfallen Fr. 3 800 000 auf die Gebäudehüllen- sanierung. Die Finanzierung der Provisorien erfolgt gemäss IPSAS- Richtlinien über die Investitionsrechnung. Die in bestehenden Gebäu- den eingerichteten Provisorien (Büros im Trakt D, Wäscherei im Trakt FW) mit Kosten von Fr. 1 347 000 werden den Hochbauten zugerechnet.

Die transportierbaren Provisorien (Küchencontainer, Restaurantzelt) mit Kosten von Fr. 2 293 000 werden einschliesslich der damit verbunde- nen baulichen Massnahmen als Mobilien betrachtet. Sämtliche Proviso- rien werden über die Nutzungsdauer von voraussichtlich zwei Jahren abgeschrieben. Die Rückbaukosten von rund Fr. 20 000 sind nicht Ge- genstand dieser Kreditbewilligung, sondern gehen zulasten der Erfolgs- rechnung und sind der PUK im Globalbudget des entsprechenden Jah- res als exogener Faktor anzurechnen. Gemäss IPSAS errechnen sich die jährlichen Kapitalfolgekosten wie folgt: Baukosten Kapitalfolgekosten Kontierung Zinsen (3,0%) Abschreibungssatz Abschreibung % Fr. Fr. % Fr. Konto 5041 Provisorien in bestehenden Gebäuden 5% 1 347 000 20 000 50% 674 000 Konto 5069 Mobile Provisorien 9% 2 293 000 35 000 50% 1 146 000 Konto 5041 1 00000 Hochbauten Rohbau 1 12% 3 198 000 48 000 3% 96 000 Konto 5041 2 00000 Hochbauten Rohbau 2 11% 2 885 000 43 000 3% 87 000 Konto 5041 3 00000 Hochbauten Ausbau 15% 3 784 000 57 000 3% 114 000 Konto 5041 4 00000 Hochbauten Installationen 47% 11 932 000 179 000 5% 596 000 Konto 5069 0 00000 Anschaffung Mobilien 1% 161 000 2 000 10% 16 000 Total (einschliesslich MWSt 7,6%) 100% 25 600 000 384 000 2 729 000 Total 25 600 000 3 113 000 Nach der Abschreibung der Provisorien vermindern sich die jährli- chen Kapitalfolgekosten auf Fr. 1 238 000. Aus dem Projekt ergeben sich laut PUK pro Jahr durchschnittliche personelle und betriebliche Minderaufwendungen von rund Fr. 440 000, einerseits durch Energieeinsparungen (Fr. 40 000) und anderseits durch die Optimierung bei der Essensausgabe und der damit verbundenen Stellenplankürzungen um 3,5 Stellen (Fr. 400 000). Die Abwicklung des Projektes erfolgt gemäss Standardprozess der Immobilienverordnung. Der Projektantrag wurde mit RRB Nr. 361/ 2008 auf der Grundlage einer Grobkostenschätzung von Fr. 10 500 000

vom Regierungsrat genehmigt. Im Rahmen der Detailplanung zeigte sich, dass der Sanierungsbedarf weit grösser ist, als ursprünglich ange- nommen wurde. So muss die gesamte Haustechnik vollständig ersetzt werden. Weiterhin zeigte sich, dass die Notwendigkeit von baulichen Anpassungen zur Optimierung des Betriebsablaufes gegeben ist. Zu- dem wurden die erforderlichen Provisorien in der ursprünglichen Kos- tenschätzung nicht erfasst. Schliesslich wurde auch die Gebäudehülle in die Sanierung mit einbezogen. Parallel zum vorliegenden Sanierungs- projekt wurden auch weitere Projektvarianten – unter anderem ein Neubau und der Verzicht auf die Gebäudehüllensanierung – in Betracht gezogen. Die Prüfung dieser Varianten zeigte, dass das vorliegende Pro- jekt die sachlich sinnvollste und nachhaltigste Lösung darstellt. Für das Vorhaben ist gemäss § 39 des Gesetzes über das Gesund- heitswesen vom 4. November 1962 (GesG; LS 810.1) eine Ausgabe von Fr. 25 600 000 zu bewilligen. Davon gehen Fr. 23 146 000 zulasten des Kontos 6420.5041, Erneuerungsunterhalt Hochbau, und Fr. 2 454 000 zu- lasten des Kontos 6420.5069, Anschaffung Mobilien. Im Budget 2010 sind für das Vorhaben Fr. 700 000 eingestellt. Im Konsolidierten Ent- wicklungs- und Finanzplan (KEF) 2010–2013 sind 2011 Fr. 5 000 000 und 2012 Fr. 10 300 000 eingestellt. Der restliche Betrag ist im KEF für die Jahre 2013–2014 enthalten bzw. einzustellen. Es handelt sich um eine gebundene Ausgabe gemäss § 37 des Geset- zes über Controlling und Rechnungslegung (CRG; LS 611), da die In- standhaltung der Klinikgebäude eine zwingende Voraussetzung für die Erfüllung des kantonalen Leistungsauftrages in der psychiatrischen Versorgung ist.

Dispositiv

Auf Antrag der Gesundheitsdirektion und der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Für die Sanierung des Wirtschaftstraktes der Psychiatrischen Uni- versitätsklinik wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 25 600 000 (Kos- tenstand 1. April 2009) bewilligt. Dieser Betrag erhöht oder vermindert sich entsprechend der Entwicklung des Zürcher Baukostenindexes.

II. Die Ausgaben gehen zulasten der Investitionsrechnung der Leis- tungsgruppe Nr. 6400, Psychiatrische Versorgung.

III. Die Baudirektion wird ermächtigt, die entsprechenden Verträge abzuschliessen.

IV. Mitteilung an die Psychiatrische Universitätsklinik, Lenggstrasse 31, 8032 Zürich, die Finanzdirektion, die Baudirektion und die Gesund- heitsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi

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